Behandlung der Epilepsie

Das Ziel der Behandlung ist es, Anfallsfreiheit ohne Nebenwirkungen zu erreichen, die Häufigkeit zu verringern oder mindestens die Stärke der Anfälle zu vermindern.

Möglichkeiten der Behandlung:

  • Der Einsatz von Medikamenten ist die am häufigsten angewendete Behandlungsform.
  • Operative Entfernung der Anfallsherdes
    • Resektionen
    • Operative Entfernung des Anfallsherdes
    • Leitungsunterbrechung
    • Durchtrennung der Nervenbahnen, über die sich ein Anfall ausbreitet 
  • Erkennung und Vermeidung von Anfallsauslösern
  • Behandlung durch Selbstkontrolle die auch als Begleitung zu den anderen Behandlungsformen eingesetzt werden kann.
  • Vagus-Nerv-Stimulation
  • Einsetzen eines Schrittmachers, der den Vagusnerv beeinflusst
  • Psychotherapeutische Verfahren

Nicht der Anfall allein ist es, der die meisten Betroffenen dazu veranlasst einer Behandlung zuzustimmen, sondern die Auswirkungen. Dazu zählt sicherlich die Möglichkeit von Verletzungen beim Sturz, die psychischen Auswirkungen auf die Person selbst, die Schwierigkeiten am Arbeitsplatz oder in der Schule, dass mit Anfällen manche Berufswünsche unerfüllt bleiben, sowie einige sportliche Aktivitäten nicht durchführbar sind, aber auch das Autofahren nicht erlaubt ist.

Bei der medikamentösen Behandlung wird die Übererregbarkeit von Nervenzellen herabgesetzt oder es werden Hemmmechanismen verstärkt. Dies setzt eine regelmäßige Einnahme und ärztliche Kontrolle voraus.

Eine optimale Auswahl und Dosierung erfordert Erfahrung und Geduld.

Für viele Antiepileptika gibt es heute einfache Einnahmemöglichkeiten.

Allergische Reaktionen auf die Haut sowie Übelkeit, Erbrechen und Appetitstörungen sind möglich, aber auch Schwindelgefühle, Müdigkeit und Sehstörungen. Die Leber, das Lymphsystem und die Knochen können betroffen sein. Nebenwirkungen können auch ein Zeichen einer Überdosierung sein.

Der Start einer medikamentösen Behandlung sollte immer eine Monotherapie sein, das heißt eine "Ein-Medikament-Behandlung", die mit Hilfe von EEG und Messung des Medikamentenspiegels kontrolliert wird. Bei weiter auftretenden Anfällen wird die Dosis solange gesteigert, bis entweder die Anfälle aufhören oder unakzeptable Nebenwirkungen auftreten. Wenn das Ergebnis nicht befriedigend ist, werden andere Einzelpräparate ausprobiert. Führt auch dies zu keinem Erfolg, werden Kombinationsbehandlungen mit zwei oder mehr Medikamenten angewendet.

Bei einer Anfallsfreiheit von 3 Jahren wird häufig versucht, die Medikamente auszuschleichen, ohne dass wieder Anfälle auftreten.

Die operative Behandlungsform kommt nur bei einem geringen Anteil der Betroffenen in Frage, da bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein müssen.

Bei Resektionen müssen die Anfälle immer am selben Ort entstehen, das sind die sogenannten fokalen Anfälle und dieser Bereich muss gefahrlos und ohne andere nicht akzeptable Nachteile für den Patienten entfernt werden können. Bevor aber eine Entscheidung für eine Operation fällt, sind aufwendige Untersuchungen, wie ein Video-EEG-Monitoring, neuropsychologische Testungen und bildgebende Untersuchungen an medizinischen Großgeräten wie Kernspin-, SPECT-, PET- und MEG-Untersuchungen notwendig.

Nach intensiven Gesprächen muss allerdings der Patient selbst die letzte Entscheidung treffen, ob eine Operation durchgeführt wird oder nicht.

Man versucht mit Hilfe von Erfahrungswerten durch Selbst- sowie Fremdbeobachtungen vor, während und nach einem Anfall, die dokumentiert und von einem Therapeuten/Facharzt ausgewertet werden, Ansätze für eine Selbstbehandlung zu finden.

Die Selbstkontrolle ist ein sehr aufwendiger Prozess, der die Übernahme von Eigenverantwortung und eines großen Einsatzwillens des Patienten voraussetzt.

Schauen Sie sich auch unsere Patientenbroschüren zu diesem Thema an:


Behandlungsorte

Auf den Seiten des Informationszentrums für Epilepsie finden Sie die offiziellen Informationen und Adressen von Epilepsie-Ambulanzen und Epilepsie-Zentren für Epilepsie:


Was sind Epilepsie-Zentren?

I. Definition von Epilepsiezentren

Epilepsiezentren sind überregionale Kompetenzzentren (Kliniken, Abteilungen, Fachkliniken oder organisatorische Einheiten innerhalb von Krankenhäusern), die über spezielle Expertise und eine besondere Ausstattung zur ambulanten und stationären Versorgung von Patienten mit Epilepsien und verwandten Erkrankungen verfügen.

Grundlage für diese Zentren ist eine qualifizierte personelle und strukturelle Ausstattung, die der spezialisierten Diagnostik, Differentialdiagnostik und Therapie von Epilepsiepatienten dient. Ausgehend von Kernkompetenzen, die allen Epilepsiezentren gemeinsam sind, können darüber hinaus bestimmte Spezialisierungen gebildet werden.

Epilepsiezentren sind insbesondere auf schwer diagnostizierbare oder behandelbare Patienten ausgerichtet, deren Versorgung durch primäre ambulante und klinische Leistungserbringer nicht zu einer bleibenden Anfallsfreiheit ohne relevante Nebenwirkungen der verwendeten Therapie führt. Epilepsiezentren können schwerpunktmäßig im pädiatrischen oder Erwachsenenbereich tätig sein.

Neben der Patientenversorgung tragen Epilepsiezentren zur Forschung, Lehre, Fort- und Weiterbildung sowie zur Information der Öffentlichkeit auf dem Gebiet der Epileptologie bei.

Die Anerkennung einer medizinischen Einrichtung als Epilepsiezentrum erfolgt unter Nachweis der Erfüllung des nachfolgend aufgeführten Kriterienkataloges auf Antrag des Leiters der Klinik/der Abteilung/der Fachklinik/ oder der organisatorischen Einheit an die Deutsche Gesellschaft für Epileptologie für einen Zeitraum von jeweils fünf Jahren. Ein formloser Antrag kann an den Vorstand gestellt werden.

Die Deutsche Gesellschaft für Epileptologie (DGfE) hat in der Zeitschrift für Epileptologie, Heft 3 August 2005, Seite 203 - 207, die Definition für Epilepsiezentren 2005 ab 2005 veröffentlicht.

Eine Karikatur von Sasha.

Landesverband für Epilepsie-Selbsthilfe Nordrhein-Westfalen e.V.

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