Corona und Epilepsie

WICHTIGE INFORMATIONEN ZUR CORONA-KRISE

Wir haben Prof. Rainer Surgers, Direktor der Bonner Universitätsklinik für Epileptologie gebeten Antworten auf die wichtigsten Fragen zu diesem Thema zu geben.
 
Hier ist seine Videobotschaft vom 9. April 2020:

>> Video mit Prof. Surges: Fragen und Antworten für Epilepsiebetroffene

Liebe Menschen mit Epilepsie, Angehörige, Personen der Epilepsie-Selbsthilfe und Interessierte,

das Corona-Virus hat einen unerwartet großen Einfluss auf unser aller Leben und den Alltag. Wir sind alle sehr darum bemüht, Ihnen als Betroffene und Angehörige einer chronischen Epilepsie in dieser schwierigen Zeit zu helfen.
Wir haben neben der wichtigen Videobotschaft einige häufig im Zusammenhang zur Corona-Virus-Epidemie auf gestellte Fragen hier Informations- und Adressenquellen für Sie zusammengestellt.
 

Allgemeine Informationen zu COVID-19 für Patienten mit Epilepsie von der Dt. Gesellschaft für Epileptologie e.V. 1.4.2020:
 
http://www.izepilepsie.de/cweb2/cgi-bin-noauth/cache/VAL_BLOB/7668/7668/1853/Allgemeine%20Informationen%20zu%20COVID-dgfe.pdf
 
 
Austausch untereinander:
 
Epilepsie-Diskussions-Forum mit Anmeldung zum Austauschen untereinander:
 
epilepsie-online.de/forum
 
 
 
Telefonseelsorge:
 
Telefonseelsorge Deutschland:
Sorgen kann man teilen. 0800/111 0 111  oder 0800/111 0 222 oder 116 123 Ihr Anruf ist kostenfrei.
 
Bundesverband der Angehörigen psychisch erkrankter Menschen e.V.
SeeleFon:
https://www.bapk.de/angebote/seelefon
 
Info-Telefon Depression: 0800 / 33 44 533
 

Allgemeine Links zu COVID-19:

Homepage der BZgA zu Infektionsschutz für Bürgerinnen und Bürger:
https://www.infektionsschutz.de/coronavirus/

Robert-Koch-Institut:
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/nCoV.html

Auswärtiges Amt - Reise- und Sicherheitshinweise:
https://www.auswaertiges-amt.de/de/ReiseUndSicherheit/10.2.8Reisewarnungen

 
 
Fragen und Antworten von der Epileptologie Bonn (http://epileptologie-bonn.de/cms/front_content.php?idart=1116)
 
Bin ich als Epilepsiekranke / Epilepsiekranker Risikopatient für die Corona-Virus-Infektion bzw. einen schweren Krankheitsverlauf?
  
Eine genaue und regelmäßig aktualisierte Einschätzung von Risikogruppen kann unter dem folgenden Link beim Robert-Koch-Institut eingesehen werden:
https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Risikogruppen.html.
  
Nach aktuellem Kenntnisstand stellt die Epilepsie keinen Risikofaktor für einen schweren Krankheitsverlauf dar. Auch die Behandlung mit Medikamenten gegen Epilepsie stellt keinen Risikofaktor dar. Bitte ändern Sie nicht selbständig Ihre Medikation.
   
Fieber stellt allerdings für Epilepsiekranke einen Risikofaktor dar, einen epileptischen Anfall zu erleiden. Im Fall einer Infektion sollte hier z.B. auf eine Fiebersenkung und besondere Vorsicht geachtet werden.
   
Eine Behandlung mit Medikamenten, die das Immunsystem schwächen (Immunsuppression), z.B. Behandlung mit Kortison, bewirkt hingegen ein erhöhtes Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf bei Infektion mit dem Coronavirus. Bitte ändern Sie jedoch auch in diesem Fall keinesfalls Ihre Medikation ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt.
 
     
Ist die ambulante / stationäre Notfallversorgung für Epilepsiekranke sichergestellt?
   
Ja, die Notfallversorgung von Epilepsiekranken an der Klinik und Poliklinik für Epileptologie in Bonn ist sowohl im ambulanten als auch im stationären Bereich sichergestellt. 
      
 
Wie kann ich ein Rezept für meine Medikamente bekommen, ohne selbst vorstellig zu werden?
   
In der aktuellen Situation ist das Ausstellen von Folgerezepten sowohl bei Versicherten der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) als auch der privaten Krankenversicherung (PV) auch (ohne Vorlage der Versichertenkarte) möglich. Wir benötigen dazu eine Überweisung, z.B. von Ihrem Hausarzt (bitte per Briefpost zusenden). 
   
Ist die Versorgung mit Epilepsie-Medikamenten im Rahmen von Lieferengpässen, die durch die aktuelle Situation noch verstärkt werden, sichergestellt?
  
Lieferengpässe bei Medikamenten stellen bereits seit vielen Monaten für viele chronisch Kranke ein Problem dar, so auch für Epilepsiekranke. So kann es immer wieder vorkommen, dass ein Wirkstoff von einem bestimmten Hersteller für einige Zeit nicht lieferbar ist. Laut Bundesamt für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) www.bfarm.de wird aber nicht mit einer Verstärkung dieses Problems durch die aktuelle Corona-Virus-Epidemie gerechnet. Ein Horten von Arzneimitteln wird nicht empfohlen. Sinnvoll ist es aber, rechtzeitig einige Wochen im Voraus Rezepte anzufordern und einen Medikamentennachschub zu beschaffen. Konkrete Lieferengpässe können regelmäßig aktualisiert auf der Internet-Seite des BfArM eingesehen werden.