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Angst vor Anfall während Absacken des Kreislaufs

Bread, Montag, 15. März 2021, 21:53 (vor 38 Tagen)

Hallo zusammen,
letztes Jahr im Januar hatte ich meinen ersten Anfall mit 27 Jahren, um genau zu sein drei Anfälle hintereinander. Ansonsten bin ich absolut gesund, hatte nie etwas.

Im Krankenhaus hat man mich komplett durchgecheckt, es konnte absolut nichts gefunden werden, das Blutbild war auch in Ordnung. Ich sei schon zu alt, ich reagiere auf keine Provokationen und man würde bei mir nichts "sehen" / finden können. Man hat dort von einer Diagnose abgesehen und es erst einmal als einmalig eingestuft.

Dieses Jahr im Januar hatte ich dann einen weiteren Anfall, dieses mal nur einen. Im Krankenhaus hatte man mich wieder komplett untersucht, konnte wieder nichts finden, musste aber jetzt die Diagnose Epilepsie stellen und Medikamente verschreiben.

Seit 1 1/2 Monaten nehme ich die Tabletten und seitdem habe ich täglich Schübe, wo ich Angst habe, es könnte einen Anfall geben. Oft lese ich von Berichten über Vorboten wie

Ein epileptischer Anfall kündigt sich manchmal mit Verstimmung, Reizbarkeit und Kopfschmerzen an. Mitunter tritt zudem eine sogenannte Aura auf. Das sind Wahrnehmungsstörungen, die nur der Patient selbst bemerkt. Er sieht, hört oder riecht etwas, das gar nicht da ist. In einigen Fällen macht sich ein vages, oft unangenehmes Gefühl im Oberbauch bemerkbar, das manchmal nach oben steigt (epigastrische Aura).

Auch psychische Aura-Symptome sind möglich: Der Patient nimmt die innere und äußere Welt als verändert oder verzerrt wahr. Manchmal erscheint ein Objekt weiter entfernt oder kleiner, als es ist. Gefühle wie Angst können ebenfalls Teil der Aura sein.

Das habe ich aber alles nicht, außer dem letzten Teil. Es ist eher ein kurzes Absacken des Kreislaufs, ich bekomme Angst, es könnte passieren, ich rede mir ein "reiß dich zusammen" und dann ist es auch wieder weg.

Ansonsten ist aber alles gut und wenn ich Sport mache oder abgelenkt bin, habe ich auch nichts. Es ist eher, wenn ich abends im Bett liege und noch eine Serie schaue.

Hat jemand auch so etwas ähnliches erlebt? Können diese Schübe vielleicht aus meiner Angst heraus entstehen, selbst aber keinen Anfall auslösen? Vielleicht vertrage ich die Medikamente nicht?

Vielen Dank schon einmal :-)

Angst vor Anfall während Absacken des Kreislaufs

Dennis, Dienstag, 16. März 2021, 17:10 (vor 37 Tagen) @ Bread

Hi Bread,

das klingt ja nun sehr verunsichert bei dir :((

Nun medikamente nicht vertragen - was bekommst/nimmst Du denn ??

Ansonsten eine Aura bekommen und sie unterdrücken können mit "Reiß dich zusammen" ist doch auch schon ein guter anfang wenn wirklich ein anfall kommen sollte.

Gruß Dennis

Angst vor Anfall während Absacken des Kreislaufs

Anton @, Mittwoch, 17. März 2021, 14:28 (vor 37 Tagen) @ Bread

Zitat Bread:
„Es ist eher ein kurzes Absacken des Kreislaufs, ich bekomme Angst, es könnte passieren, ich rede mir ein "reiß dich zusammen" und dann ist es auch wieder weg.“

Hallo Bread,

was Du beschreibst, ist eine Aura. Es ist der Vorbote eines epileptischen Anfalls. In Augen der Neurologen handelt es sich bei der Aura bereits um einen epileptischen Anfall. Zu den Untersuchungsergebnissen. Es kommt nicht so selten vor, dass das EEG gut und alles andere unauffällig ist, und es dennoch zu Anfällen kommt. Ich bin kein Arzt und ohne medizinisches Wissen. Seit vielen Jahren leide ich unter Epilepsie. Bei mir begann sie im 25. Lebensjahr.

Mittlerweile weiß ich auch, wie es dazu gekommen ist. Fieberkrampf im Kleinkindalter nach der Pflichtpockenschutzimpfung, dann Hirnhautentzündung, das war zu der Zeit alles heftig. Die Hirnhautentzündung hat Narben hinterlassen. Diese Narben waren der Auslöser für den ersten Anfall im Alter von 25 Jahren. Für dich gilt, um dem Neurologen die Arbeit leichter zu machen, benötigt er Deine Vorgeschichte. Alle Erkrankungen von Kindheit an solltest Du aufschreiben.

Ich finde, Du solltest ab sofort einen Anfallskalender führen, die vor dem Anfall ablaufenden Empfindungen verbal skizzieren, vielleicht auch von Dritten eine Anfallsbeschreibung fordern. Und ganz wichtig: Wirklich regelmäßig die Pillen nehmen. Solltest Du der Meinung sein, es sind zu viele, muss eine Änderung erst mit dem Neurologen besprochen werden.

Liebe Grüße
Anton

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Dieser Beitrag behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose.

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