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Vitamin B6 gegen Nebenwirkungen

Michaela.M, Mittwoch, 10. März 2021, 21:48 (vor 43 Tagen)

Hallo Zusammen,

ich habe schon einmal geschrieben das mein Mann ziemlich starke psychische Nebenwirkungen vom Levetiracetam bekommen hat. Wir sind zwar derzeit in der Umstellung auf Lamotrigin aber nach einem neuen Anfall ist die Reduzierung von Levetiracetam erstmal gestoppt.

Ich habe schon öfter gelesen das mit Vitamin B6 die Nebenwirkungen abgemildert werden können. Wir haben schon die Vitaminspiegel bestimmen lassen und die sind tatsächlich etwas niedrig. Da der Hausarzt uns nicht weiterhilft und wir nächste Woche erst einen Termin beim Neurologen haben wollte ich vorab mal fragen ob ihr Erfahrungen mit zusätzlicher Vitamineinnahme gemacht habt.

Hat es euch was gebracht?
Wie viel habt ihr genommen und wie lange hat es gedauert bis ihr was gemerkt habt?

Meinem Mann geht es psychisch immer noch sehr schlecht.

Vielen Dank im Voraus:-)

Vitamin B6 gegen Nebenwirkungen

Anton @, Donnerstag, 11. März 2021, 11:59 (vor 43 Tagen) @ Michaela.M

Hallo Michaela,

ich kann nur aus Erfahrung am eigenen Körper und vom Hörensagen berichten. Levetiracetam kann an die Psyche gehen und feindselig machen. In meinem Bekanntenkreis sind einige dadurch in die Psychose geglitten. Ich nehme neben Trileptal noch Levetiracetam in einer Dosis 450 --- 450 mg. In 90 % aller Fälle, die mir bekannt sind, ist es nach dem Absetzen von Levetiracetam wieder zu Anfällen gekommen. Aus dem Grunde bin ich bei der Dosis geblieben, obwohl ich seit über 15 Jahren ohne Anfälle bin.

In diesem Zusammenhang fällt mir ein Patient ein, ein Bekannter von mir, der sehr unter der Einnahme von Levetiracetam gelitten hat, bei ihm ging nichts mehr, die kognitive Seite wurde immer schwächer, an Arbeit war nicht mehr zu denken. Er ist durch Zufall (in einem Epilepsie-Zentrum) an den Nachfolgewirkstoff von Levetiracetam, BRIVARACETAM, geraten. Seither geht es ihm gut, er hat keine Anfälle und psychischen Probleme mehr und ist mit dem Leben zufrieden. Ich kenne aber auch eine Patientin, bei der dieser Versuch (die Umstellung von Levetiracetam auf Brivaracetam) nichts gebracht hat.

Vielleicht könntet ihr mal auf dieser Ebene mit dem Neurologen sprechen. Über die Wirkung von Vitamin B6 kann ich nicht berichten. Ich wünsche gute Besserung und alles Gute.

Liebe Grüße
Anton

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Dieser Beitrag behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose.

Vitamin B6 gegen Nebenwirkungen

Michaela.M, Donnerstag, 11. März 2021, 15:01 (vor 42 Tagen) @ Anton

Hallo Anton,


vielen Dank für deine Antwort.

Ja er leidet sehr darunter. Er ist total ängstlich geworden sodass ich ihn gar nicht wieder erkenne.
Er kann sogar nicht mehr Fernsehen weil er sagt es ist ihm zu viel.
Das Levetiracetam hat er ne Zeit lang gut vertragen bis er auf eine Langzeitreha kam.
Hier hat er sich dann so psychisch verändert. Wir haben uns immer gefragt warum er so geworden ist bis wir bei der Entlassung gesehen haben das sie den Hersteller gewechselt haben. Dies erklärt auch warum er auf einmal wieder sehr viele Anfälle bekommen hatte zu diesereit.
Wir sind nun schon auf einer geringen Dosis Levetiracetam 250-0–250 angekommen und hatten gehofft das es ihm dann besser geht wenn es ganz raus ist.

Nun müssen wir leider warten bis das Lamotrigin weiter oben ist.

Das Briviact möchte die Neurologin erstmal nicht machen sondern es mit dem Lamotrigin versuchen.
Ich hatte sie diesbezüglich schon einmal gefragt.

Vitamin B6 gegen Nebenwirkungen

Anton @, Freitag, 12. März 2021, 11:50 (vor 42 Tagen) @ Michaela.M
bearbeitet von Anton, Freitag, 12. März 2021, 11:59

Hallo,

es sollte eigentlich jedem Neurologen bekannt sein, dass bei antikonvulsiven Wirkstoffen ein Hin und Her zwischen Originalmedikamenten und deren Generika nicht erfolgen darf. Das ist die Meinung aller namhaften Epileptologen.

Im Klartext bedeutet es, dass, sofern ein Patient anfallsfrei ist, sollte nicht daran gerüttelt werden. Es lässt sich sehr gut auf einem Rezept darstellen, damit es nicht durch die „aut idem-Regelung“ zu unerwünscht falschen Ausgaben in der Apotheke kommt.

Das hat nichts mit Sparen zu tun, sondern es liegt daran, dass es zwischen den Generika untereinander und dem Original Unterschiede gibt, die schon zu einem Anfallsrezidiv führen können. Wenn ein Patient anfallsfrei ist, gilt das Motto „Never change a running System“. Da muss man als Patient drauf achten, dass man das richtige bekommt.

Gerade bei Levetiracetam ist das einfach. Da ist zum einen das Original KEPPRA von UCB, für Keppra hat UCB ein Generikum herausgebracht unter dem Namen „Levetriracetam“. Keppra und Levetiracetam, beide von UCB, sind ein Wirkstoff in unterschiedlichen Packungen.

Liebe Grüße
Anton


Fachärzte warnen vor Präparatetausch
https://www.pharmazeutische-zeitung.de/fachaerzte-warnen-vor-praeparateaustausch/

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Dieser Beitrag behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose.

Vitamin B6 gegen Nebenwirkungen

Michaela.M, Freitag, 12. März 2021, 21:44 (vor 41 Tagen) @ Anton
bearbeitet von Michaela.M, Freitag, 12. März 2021, 21:57

Ja leider was das der Reha anscheinend nicht so bekannt. Als ich sie bei der Entlassung drauf ansprach das das aber ein anderer Hersteller ist als bei der Einweisung meinten sie nur das liefert die Apotheke so. Dann war’s ja auch schon lange zu spät:-(

Er war fast ein Jahr anfallfafrei und dann 23 Stück in 5 Monaten.

Kann es sein das er bei der geringen Dosis Levetiracetam 250-0-250 immer noch diese starken Nebenwirkungen hat? Ich habe zwar das Gefühl es wird schon ganz leicht besser, hätte mir aber eine schnellere Besserung erhofft.

Vitamin B6 gegen Nebenwirkungen

Anton @, Samstag, 13. März 2021, 16:09 (vor 40 Tagen) @ Michaela.M
bearbeitet von Anton, Samstag, 13. März 2021, 16:21

Hallo Michaela,

die neuen Anfälle scheinen durch den Herstellerwechsel des Wirkstoffs gekommen zu sein. Ich kenne das Problem im Krankenhaus, wenn bestimmte Medikamente nicht in der Apotheke sind. Für mich habe ich es bisher immer so gelöst, dass entweder die Apotheke das richtige Medikament besorgt oder ich das Krankenhaus verlassen habe und mir die Pillen von zu Hause geholt habe. Da muss man hart sein und die Einnahme verweigern. Der kann der Apotheker noch so viel reden, darüber weiß er nicht Bescheid.

Zu den Nebenwirkungen darf ich als Patient und medizinischer Laie nichts sagen und weiß auch nicht, ob es bei der Menge noch dazu kommen kann. Ich weiß nur, dass es für Epilepsie wie für andere Erkrankungen „das Medikament“ und "die Therapie" nicht gibt. Jeder ist anders gestrickt und es ist immer eine Sache des Ausprobierens, viel kann die Erfahrung eines Facharztes bringen. Meine Erfahrung mit Levetiracetam ist folgende: Vor Jahren habe ich die tägliche Dosis von 1000 mg von heute auf morgen um 25 % erhöht und habe das anständig gemerkt. Über Schwindel, verringerte Kognition bis hin zur reduzierten Konzentrationsfähigkeit, war alles dabei. Ich würde heute jede Änderung der Medikation mit dem Neurologen besprechen.

Wenn Dein Mann in der Reha ist, ist meine Frage, ist er jemals in einem Epilepsie-Zentrum gewesen? Denn dort könnte er diese besonderen Fachärzte mit ausreichend Erfahrung treffen. Denn mit einer Reha ist das immer so eine Sache. Dort kann man sich gut ausruhen und den Denkprozess abschalten. Dieser Luxus kann dann auch dazu führen, dass Anfälle nicht auftreten. Aber die Ursache für Anfälle wird damit nicht abgestellt. Aus dem Grunde plädiere ich für einen Aufenthalt in einer guten Fachklinik. Das sind ausschließlich die Epilepsie-Zentren.

Liebe Grüße
Anton

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Dieser Beitrag behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose.

Vitamin B6 gegen Nebenwirkungen

Michaela.M, Samstag, 13. März 2021, 20:55 (vor 40 Tagen) @ Anton

Hallo Anton,

danke für deine Nachricht.

Mein Mann war wegen einer Hirnblutung auf Reha von der er sich gerade wieder ins Leben zurück kämpft. Die Hirnblutung ist auch der Grund der Epilepsie.
Er bekam in der Reha einfach die Tabletten vorgesetzt. Allerdings wusste er auch nicht das man den Hersteller nicht wechseln darf. Das Thema ist alles noch neu für uns.

Diese psychischen Veränderungen kommen auch nicht von der Hirnblutung da er danach noch der gleiche war sich aber erst durch den Herstellerwechsel verändert hat.

Die Ärzte auf der Reha haben uns leider nicht ernst genommen.
Wird es nicht besser werden wir in ein Epilepsiezentrum fahren und ihn hier mal durchchecken lassen.

Vitamin B6 gegen Nebenwirkungen

mathilda @, Montag, 15. März 2021, 12:14 (vor 39 Tagen) @ Michaela.M

Hallo Michaela,

das Levetiracetam habe ich damals auch nicht vertragen, obwohl es gegen die Anfälle sehr gut geholfen hatte.
Aufgrund der nicht hinnehmbaren Nebenwirkungen wurde umgestellt und umgestellt...

Jetzt nehme ich zu zwei weiteren Medikamenten auch das Brivaracetam, welches bei mir kaum Nebenwirkungen verursacht und die Anfälle verhindert. Bei mir seit vielen Jahren das Medikament, was gut hilft.

Wegen Vitamin B6 kann ich dir leider nichts sagen.

LG

Vitamin B6 gegen Nebenwirkungen

Michaela.M, Donnerstag, 18. März 2021, 14:55 (vor 35 Tagen) @ mathilda

Hallo Mathilda,

vielen Dank für deine Antwort.

Wir versuchen es gerade mit B6 aber das dauert natürlich auch bis man, wenn überhaupt, was merkt.
Es scheint echt zu dauern bis da was gefunden ist und daher gehen wir in eine Epilepsie-Abmulanz da uns die Neurologin auch nicht so richtig ernst nimmt.

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