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Natriummangel wg. Oxcarbazepin

MadMatt, Donnerstag, 11. Juni 2020, 15:35 (vor 60 Tagen)

Wg. Oxcarbazepin (in meinem Fall Apydan extent) habe ich im Blutbild nachgewiesenen Natriummangel. Nehme vom OX 2250 mg (1050mg morgens und 1200mg abends).
Habe gelegentlich in der Einschlafphase (1. Stunde) nachts Anfälle. Mein Neurologe sagt mir aber das es nicht epileptische Anfälle sind, denn das EEG zeigt seit Jahren nichts mehr an.

Habe mir eine 2. und 3. Meinung von Fachärzten eingeholt und mir wurde bestätigt, das auch gravierender Natriummangel Anfälle auslöst und die Blutwerte sind in dem kritischen Bereich. Somit stecke ich im Teufelskreis...
Es sieht so aus, als ob ich wg. Natriummangel Anfälle bekomme.

Ein Nephrologe (Spezialist für Niere und Bluthochdruck) hat mir geraten wenig zu trinken (max. 1,5L pro Tag) und auf gar keinen Fall Natriumtabletten zusätzlich als Nahrungsergänzung zu nehmen, da dies in der Niere eher noch die Ausscheidung von Natrium chemisch beschleunigt. Der Körper würde das zusätzliche Natrium falsch interpretieren und genau das Falsche tun.

Wie geht Ihr mit dem Natriummangel um? Ist eine Reduzierung des Apydan extent eine Option, wenn man das Gefühl hat, das auch 2100mg reichen anstatt 2250mg pro Tag? Medi-Spiegel im Blut ist hoch und bietet Spielraum an.

Meine aktuelle Anfallssituation ist als anfallsfrei zu bezeichnen!

Grüße
Matze

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Meine aktuelle Dosierung:
Apydan extent 1050mg-0mg-1200mg
Levetiracetam 1500mg-1000mg-1500mg

Natriummangel wg. Oxcarbazepin

Anton, Freitag, 12. Juni 2020, 13:31 (vor 59 Tagen) @ MadMatt

Hallo Matze,

ich bin Patient und verfüge weder über medizinische noch pharmakologische Kenntnisse. Ein Natriummangel bei Oxcarbazpin ist bekannt. Bei der antikonvulsiven Medikation lässt sich der schlecht abstellen, also musst Du dir etwas einfallen lassen. Auf Empfehlung meines Neurologenn nehme ich zum Ausgleich Schwedentabletten, und zwar morgens 500 mg und abends 250 mg. Beim Nephrologen bist Du da schon in richtigen Händen. Und das, was er sagt, stimmt haargenau. Es wird immer davon gesprochen, viel zu trinken, aber ein Maß nach oben selten genannt. Es liegt bei 2,5 Liter.

Ich hatte die gleichen Probleme mit Oxcarbazepin und habe von meinem Nephrologen den gleichen Tipp bekommen. Seither ist es wesentlich besser geworden. Ich liege wieder in dem Referenzbereich zwischen 135 und 150.

Begründung des Nephrologen: Wer zu viel trinkt, spült praktisch das Natrium aus dem Körper. Ein Natriummangel kann epileptische Anfälle und Ohnmacht zur Folge haben.

Solltest Du an Bluthochdruck leiden, ließe sich auch an der antihypertensiven Medikation etwas ändern, sofern Du Diuretika dagegen nimmst. Aber das eine Sache, die Du mit dem Nierenfacharzt, dem Nephrologen, besprechen solltest. Meine Trinkmenge liegt zur Zeit zwischen 1,5 und 2 Liter maximal.

Viele Grüße
Anton

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Dieser Beitrag behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose.

Natriummangel wg. Oxcarbazepin

MadMatt, Freitag, 12. Juni 2020, 15:55 (vor 59 Tagen) @ Anton

Hi Anton,

vielen Dank für deine Antwort. Ich gehe jetzt seit 4 Tagen auch den Weg der Trinkmengen-Beschränkung. Habe vorher alltags bestimmt 2,5L getrunken und an Wochenenden auch mal 3-3,5L. Davon täglich noch ca. 1,2L Kaffee pro Tag. Hab jetzt Kaffee halbiert und achte auch auf die 1,5L Marke. Wenn es mal drüber liegt dürfte es nicht so gravierend sein, wie 3,5L früher in der Spitze.

Du nimmst aber keine Nahrungsergänzungsmittel oder?

Wieviel Oxcarbazepin nimmst Du pro Tag? Bei mir ist die Menge recht hoch. Siehe Signatur.

Gruß
Matze

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Meine aktuelle Dosierung:
Apydan extent 1050mg-0mg-1200mg
Levetiracetam 1500mg-1000mg-1500mg

Natriummangel wg. Oxcarbazepin

Anton, Samstag, 13. Juni 2020, 14:27 (vor 58 Tagen) @ MadMatt

Hallo Matze

seit einer Operation (Diagnose Hippocampus-Sklerose) am rechten Temporallappen im Juni 2006 bin ich unter der Medikation Levetiracetam (UCB) 500 -- 500 mg und Trileptal (Novartis) 450 --- 450 mg anfalls- und aurenfrei. Nahrungsergänzungsmittel nehme ich nicht. Dafür esse ich keine Fertiggerichte, koche selbst, lebe vegetarisch, trinke keinen Alkohol und rauche nicht.

Außerdem bewege ich mich reichlich, Fahrradfahren, Wirbelsäulengymnastik, Schwimmen, Laufen, möglichst Verzicht auf öffentliche Verkehrsmittel. Beim Radfahren bin ich Selbsttreter, ein E-Bike kommt mir nicht ins Haus.

Zu Deinem Fall: Aus meiner Sicht als medizinischer Laie ist eine Reduktion von Oxcarbazepin in Deinem Fall keine Option, weil man damit die Anfallshäufigkeit noch erhöhen könnte. Ich sähe da sogar die Gefahren bis hin zum SUDEP. Au0erdem ist aus meiner Sicht letztlich nicht der Medikamentenspiegel im Blut entscheidend, sondern die Anfallshäufigkeit. Sollte der Arzt eine Reduzierung vorschlagen, solltest Du es machen.

Nephrologen haben in der Regel eine internistische Ausbildung und können sehr wohl sagen, wie der Körper auf gewisse Medikamente reagiert, aus dem Grunde solltest Du ihm glauben. Ich habe ein ganzes Ärzteteam verschiedener Fachrichtungen zur Seite stehen, auch drei Nephrologen, in meinem Fall wird die Einnahme von Schwedentabletten (500 --- 250 mg) befürwortet. Nur muss man davon ausgehen, dass die Welt kleiner geworden ist und dass das Ergebnis einer Studie, die heute noch Gültigkeit hat, schon morgen nicht mehr stimmen kann.

In Deinem speziellen Fall würde ich mit dem Neurologen den Besuch in einem Epilepsie-Zentrum besprechen, um das Ergebnis der medikamentösen Therapie zu verbessern. Viel Glück!

Liebe Grüße
Anton

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Dieser Beitrag behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose.

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