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Unerklärliche Sinnestäuschungen

lyrella, Montag, 01. Juni 2020, 15:44 (vor 72 Tagen)

Hallo zusammen,

ich hatte gestern ein eher unschönes Erlebnis und bin über alles "Schwarmwissen" dankbar.
Ich habe hier ja schonmal geschrieben das ich vor Jahren ungeklärte Episoden hatte wo ich aus dem Schlaf heraus Dinge tat bzw sah die ich nicht steuern konnte bzw die nicht da waren. (Stifte holen, herumlaufen etc etc).

Unter anderem auch "sah" ich plötzlich Dinge die nicht da waren bspw (eine Hand an der Wand neben dem Bett, was nicht sein kann weil mein Zimmer trotz Dachfenster wenig Licht reinlässt alsdass ich sowas sehen KÖNNTE). Ich schreckte hoch, knallte mit der Hand auf den Lichtschalter, schlug die Decke zurück und humpelte (damals hatte ich die Parese nur im Bein rechts) durch das Zimmer, riss die Tür auf, drehte mich keuchend, panisch um, mein Herz hämmerte (Gefühlt mit 140 Schlägen). Erst dann beruhigte ich mich und ging zurück ins Bett.

Geschrien hab ich nicht, das hätten meine Eltern gehört. Solche Episoden hatte ich mit Pausen von Wochen und Monaten (mit gestern) ca 5 mal.

Gestern nun wieder. Ich wachte auf, "sah" vor meiner Tür Gestalten (die ja nicht da waren). Ob das Herzrasen vorher oder währenddessen da war weiß ich nicht mehr. Jedenfalls wieder diese Panik, diesmal rannte ich aber nicht los (ich renne ja "nicht dem Feind in die Arme ;-) ). Nach kurzer Zeit war alles vorbei, mein Herzschlag benötigte zwar noch Zeit um normal zu werden, aber ich konnte wieder einschlafen. Dabei agiere ich auch nur noch auf "Autopilot". Der Neurotermin ist erst Ende August geplant. Und ich habe ehrlich gesagt großen Respekt es zu erzählen, weil man ja evtl auf die Psychosenschiene schiebt...aber das ist es nicht, ich sehe nur Dinge die nicht da sind, und das extrem sporadsch...

Hilfe!

Unerklärliche Sinnestäuschungen

pegasus, Mittwoch, 03. Juni 2020, 01:18 (vor 71 Tagen) @ lyrella

Bei mir lag es seinerzeit an Topamax und die daraus resultierenden Nebenwirkungen, daher stumpf einmal die Frage:

Beipackzettel damals wie heute einmal studiert?

Auch daran denken, dass manche Nebenwirkungen nur mit einem Oberbegriff zusammengefasst werden und somit der ganze Rest dann auch mal untergeht, weswegen die Neurologen es dann nicht auf den Schirm haben, daher solltest du dich dahingehend informieren, was die Nebenwirkungen alles bewirken können...

Unerklärliche Sinnestäuschungen

lyrella, Mittwoch, 03. Juni 2020, 09:56 (vor 71 Tagen) @ pegasus

Guten morgen Pegasus,

ja ich habe damals (2016, 18 und 19 und auch jetzt). Unter der Rubirk Nebenwirkungen steht bei "nicht bekannt" Halluzinationen.

Jedoch muss ich sagen...wären denn Nebenwirkungen nicht immer da wenn es welche wären? Bei mir sind es doch schon größere Abstände dazwischen?

Was meinst du?

Viele Grüße :-)

Unerklärliche Sinnestäuschungen

lyrella, Mittwoch, 03. Juni 2020, 10:02 (vor 71 Tagen) @ lyrella

Denn es sind ja "nicht nur " die Sinnestäschungen, ich bin ja total "außer Kontrolle" dann, agiere wie auf atuopilot, spüre innerlich Panik, mein Herz rast und klopft, ich starre, renne weg ziellos...

da es so selten (zum Glück so selten!) kommt ist es denk ich auch schwer zu "fassen" und auszulösen? Oder gäbe es da Möglichkeiten?

Es ist ja auch anders als wenn man schlecht Träumt, wenn ich mal schlecht geträumt habe, konnte ich danach oft lange nicht mehr einschlafen. Hier ist es so das ich wenn ich wieder "klar im Kopf bin" sofort einschlafen kann...

Unerklärliche Sinnestäuschungen

pegasus, Mittwoch, 03. Juni 2020, 10:53 (vor 71 Tagen) @ lyrella

Du verstehst das falsch, denke ich...

Ich hatte das unter Topamax aufgrund der Appetitlosigkeit. Es stand damals nichts dabei von wegen Halluzinationen oder Wahrnehmungsstörungen oder ähnlichem, wenn man sich aber weiter damit beschäftigt und einem klar wird, dass zur Apetitlosigkeit auch das Trinken gehört und das zur Dehyration des Körpers führt, wird so langsam klar, warum ich Dinge gesehen hatte die nicht da waren.

Unerklärliche Sinnestäuschungen

lyrella, Mittwoch, 03. Juni 2020, 11:50 (vor 71 Tagen) @ pegasus

Naja...ich möchte dir ja wirklich nicht wiedersprechen, respektiere deine Theorien. Aber es kann doch nicht sein das jedes Jahr solch ein Ereignis kommt, jedes mal gepaart mit diesem "ich starre schon beim Aufwachen" Gefühl, dann diese "Halluziantionen", die Panik und Fluchtgedanken... unabhängig davon was ich aß oder trank (ich trinke keinen Alkohl etc).

Und da nun im aktuellen EEG sharp waves und spikes gefunden wurden, frage ich mich ob es darauf zuzrückzuführen ist? Okay, damals, 2016, 2017 waren die EEG zum Zeitpunkt des schreibens immer o.B. (da hatte ich aber auch währenddessen keine Anfälle). Und es waren 0815 EEG mit Augen auf, Augen zu, bisschen Hyperventillieren- fertig.

2018 hatte ich dann nach dem ersten "Anfall mit Erinnerungslücken" in der Schule sharp waves frontotemporal.

Nun, 2020 sind noch zu den Sharp Waves Spikes dazugekommen, rechts frontal, unter Anfällen im EEG (das EEG in der Praxis bringt mein Hirn immer dazu zu zeigen was sein muss...das EEG dort Dauert ca 35 Minuten. Augen auf, Augen zu, Hyperventillieren und danach eine laaange Ruhephase am EEG angeschlossen). Da sieht man JEDESMAL was.

Das Klinik EEG war natürlich wieder unauffällig...
Ich nehme nun gegen meine Spastik Baclofen, das möchte man noch drinlassen solang es wirkt auch wenn es die Krampfschwelle senkt und langsam leider auch nicht mehr so wirkt wie Anfangs. Seitdem Ostern dieses Jahr das Baclofen reinkam spielt mein Hirn verrückt...
Immer wieder diese Petit mal atyipischen Absencen, die so schön im Giff waren bis auf einzelne Ausrutscher (mein damalliger Neuro sagte die zählen wir nicht in die Statistik) dazu "Nickanfälle" (auch schon aus dem Schlaf vorgekommen) (mittlerweile egal ob ich das Baclofen reduziere oder bei meiner aktuellen Dosis bleibe)- und nun auch wieder diesen Anfall wo ich Nachts hatte aus dem Schlaf...

Ich bezweifle das man die Anfälle nochmal in den Griff bekommt... das PRoblem ist auch das das MRT o.B war, man sieht weder Narben noch sonstwas... aber woher käme dann die Epi?

Unerklärliche Sinnestäuschungen

stepl, Mittwoch, 03. Juni 2020, 15:10 (vor 71 Tagen) @ lyrella


Das Klinik EEG war natürlich wieder unauffällig...

Ich lebe in einer Welt der Gegensätze.
Wir haben tausende von Sinnesorgane. Mit denen stehen wir mit der Umwelt im Dialog (Dialektik). Dadurch entsteht auch Stress. Im Krankenhaus haben wir keinen Stress, dadurch kommen fällt das EEG auch anders als im Alltag aus.

Ich würde mal ein Tagebuch führen. Vielleicht bekommst du dann heraus: In welchen Abständen diese Sinnestäuschungen auftreten? Was wahr vorher? Was war hinterher?
Auch das schriftlichen Beschreibung, kann helfen es später anderen überzeugend zu beschreiben.

gruss stepl

Unerklärliche Sinnestäuschungen

pegasus, Donnerstag, 04. Juni 2020, 01:54 (vor 70 Tagen) @ lyrella

Es handelt sich bei meinem erlebte nur um ein Beispiel, damit du einen Anhaltspunkt dafür hast, woran es liegen könnte, wenn sonst nichts dafür spricht, woher das kommen könnte.

Bei dem Baclofen steht zum Beispiel im Internet

.... Halluzinationen, Albträume ....

https://www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Baclofen_1302

Offenbar steht das aber nicht auf deinem Beipackzettel mit dabei, wenn man deinen vorherigen Beitrag nimmt und nein, Nebenwirkungen sind nicht ständig präsent. Frage mich allerdings nicht warum, entweder es liegt am Wetter, an der Nahrungsaufnahme, am hormonellen Haushalt des Körpers usw usf. es gibt vieles zu berücksichtigen bei der Medikamenteneinnahme.

Hätte ich so zum Beispiel von Anfang an bei Topamax darauf geachtet immer zu essen und ausreichend zu trinken, hätte ich mir vieles ersparen können, aber ging halt nicht, wegen eben der Nebenwirkungen selbst.

Unerklärliche Sinnestäuschungen

lyrella, Donnerstag, 04. Juni 2020, 12:01 (vor 70 Tagen) @ pegasus

Pegasus, das Problem ist aber das ich diese Sinnestäuschungen erstmals schon 2016 und in den folgenden Jahren hatte und da nahm ich noch kein Baclofen...

Unerklärliche Sinnestäuschungen

pegasus, Donnerstag, 04. Juni 2020, 17:01 (vor 69 Tagen) @ lyrella

Das ist mir klar, aber so weit ich das bisher verstanden hatte, hattest du damals auch Medikamente genommen, oder?

Unerklärliche Sinnestäuschungen

lyrella, Donnerstag, 04. Juni 2020, 17:39 (vor 69 Tagen) @ pegasus

Mehr oder weniger... mein damaliger Neuro sagte damals obwohl ich noch Anfälle hatte (er sagte es seien Gelegenheitsanfälle, die zählen wir nicht, Sie müssen weg von den Antiepileptika). Es waren aber meiner Meinung nach "richtige Anfälle" da sie zwar, ja, auch unter wenig Schlaf etc kamen ABER auch einfach mal so, was er aber nicht hören wollte.
Er sagte ich bräuchte das Orfiril nicht mehr, nähme es schon zu lange. Ich hab es dann trotz "Gelegenheitsanfällen die keine waren" weggelassen, es hat mich immer wieder erwischt... der Neuro nahm mich nicht ernst damals...irgendwann hab ich es dann auf eigene Faust wieder eindosiert, da er ohnehin den Blutspiegel nie Kontrolliert hat... er sagte man braucht das nicht kontrollieren, wenn was nicht stimmt würde ich es schon merken (anhand von Hautfarbe und Wohlbefinden)und dann köne man immer noch reagieren....

Als ich ihm damals von meinen Sinnestäuschungen etc erzählte grinste er mich wie gesagt nur an...

Heute Mittag hat es mich nach 20 Minuten nach der Mittagsdosis Baclofen wieder erwischt mit dem komischen Kopfgefühl, ich hatte wieder meine Absencen, Nickanfälle... ich fühlte mich wie nicht richtig "da". Nach ein paar Minuten war wieder alles vorbei.

Es ist doch alles Mist Mensch :-( :-(

Diese Sinnestäuschungen sind schon grenzwertig und ich wundere mich (das Gottseidank!) noch nichts passiert ist (Treppensturz etc). Dieser Kontrollverlust ist furchtbar, man agiert nur noch auf autopilot... ich habe im Nachhinein das Gefühl wenn ich es nun mit Abstand reflektiere- ich glaube würde man währenddessen zu mir sagen/ mich ansprechen ich soll dies oder das tun- ich könnte es nicht... ich bin wie im Nebel dann, starre gefühlt vor mich hin, Filmrisse immer wieder und dann dieses kopflose losrennen.. weiter bis zur Zimmertür ging es bis jetzt zum Glück nie...sobald ich an der Tür bin bin ich wieder "klar im Kopf" und merke "was mache ich eigentlich?!"

Unerklärliche Sinnestäuschungen

lyrella, Donnerstag, 04. Juni 2020, 17:41 (vor 69 Tagen) @ lyrella

Seit ca 1 Jahr nehme ich nun wieder fest das Orfiril. Aktuell habe ich es auf anraten meines neuen aktuellen Neuros der mir zuhört und mich ernst nimmt, hochdosiert auf Abends 450 mg.

Unerklärliche Sinnestäuschungen

pegasus, Donnerstag, 04. Juni 2020, 17:56 (vor 69 Tagen) @ lyrella

Nach kurzer Recherche im Internet soll Orfiril ein Delirium (Verwirrtheit) auslösen können, sprich Störung des Bewusstseins verursachen können ...

Eventuell kommt es auch davon, wenn du es damals schon eingenommen hattest und jetzt wieder einnimmst?

Unerklärliche Sinnestäuschungen

lyrella, Donnerstag, 04. Juni 2020, 21:15 (vor 69 Tagen) @ pegasus

Auch mit beschleunigtem Puls, starren, Lücken und Fluchtreflexen?
Ich nehme nun 450 mg orfiril, was aber nicht mehr gegen die Anfälle hilft (nehme ja auch noch Baclofen). Ich hab Nickanfälle, atypische Absencen...

Unerklärliche Sinnestäuschungen

Green @, Donnerstag, 04. Juni 2020, 21:51 (vor 69 Tagen) @ lyrella

Hallo

wenn ein Medikament nicht mehr hilft können sie es doch absetzen...und dann haben sie ja die Chance das es Ihnen besser geht.

Lg Green

Unerklärliche Sinnestäuschungen

pegasus, Freitag, 05. Juni 2020, 00:06 (vor 69 Tagen) @ lyrella

Auch mit beschleunigtem Puls, starren, Lücken und Fluchtreflexen?


Du musst hierbei unterscheiden, wurde mir auch vorgeworfen als ich das schilderte als ich das damals unter Topamax hatte.

Beschleunigter Puls, starren, Lücken (?) und Fluchtreflexe sind Panik und diese resultiert daraus was du meinst zu sehen was da gerade ist, aber tatsächlich nicht ist.

Unerklärliche Sinnestäuschungen

lyrella, Freitag, 05. Juni 2020, 10:18 (vor 69 Tagen) @ pegasus

Mit den Lücken meine ich "Filmrisse"; also das ich immer kurz "nichts mehr sehe". Ich werde es aber dahingehend beobachten.

Green, so einfach ist es leider nicht...ich nehme das Baclofen ja gegen die Spastik. Anfangs half es noch, nun lässt die Wirkung langsam nach und da man noch nicht weiß was die Ursache des ganzen ist kann man noch nicht therapieren. Es läuft alles unter symptomatischer Therapie bei mir...

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