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Fokale Epilepsie rechts - Medis bei evtl. Kinderwunsch?

Xandri @, Niedersachsen, Sonntag, 10. Mai 2020, 16:31 (vor 19 Tagen)

Hallo,

ich habe eine fokale Epilepsie rechts, habe nach 7 Jahren Anfallsfreiheit unter Levitiracetam und Timox wieder Grand Mal Anfälle gehabt.
Außerdem habe ich Abscencen, die sich in der wöchentlichen Häufigkeit unterscheiden.
Timox wurde ausgeschlichen und Lamotrigin eingeschlichen.
Die Abscenen haben sich in der Häufigkeit verringert, aber manchmal gibt es Tage, an dem sich die Welt etwas unrealistisch anfühlt. Ich kann es schlecht erklären.
Nun nehme ich Levetiracetam 1500-0-1500 und
Lamotrigin 150 -0-200
Wahrscheinlich muss ich morgens auch noch auf 200 erhöhen.
Ich finde das ganz schön viel,... wenn man jeden Tag so viele Tabletten fressen muss.
Langsam fange ich an, über eine eventuelle Familienplanung nachzudenken.
Habe aber sehr viel Angst, dass die Medikamente im Bezug auf eine mögliche Schwangerschaft zu viele Risiken mit sich bringen.

Hat jemand Erfahrung mit Schwangerschaft und den o.g. Medis?
Ich nehme gerne alle Erfahrungsberichte an, auch unter anderen Medis.

Vielen Dank vorab!

Fokale Epilepsie rechts - Medis bei evtl. Kinderwunsch?

Dennis @, Ahaus - NRW, Sonntag, 10. Mai 2020, 18:46 (vor 19 Tagen) @ Xandri
bearbeitet von Dennis, Sonntag, 10. Mai 2020, 18:52

Nabend Xandri,

Also Chemie ist ja nie gut für den körper,
Aber soweit ich weiß ist "Valproat - Valproinsäure" am schlechtesten für eine Geburt
Erhöhte chance für Fehlgeburten"

Lamotrigin und Levetiracetam nehme ich auch
350-0-350 ---1500 - 0 - 1500

Die beiden sollen nicht so starken einfluss auf eine Familienplanug nehmen.

Am Besten Fragst Du mal deinen Neurologen dazu oder in einem Epilepsie Zentrum nach,
wie man eine Familien Planung umsetzt mit Epilepsie und lässt dir genau erklären welche risiken das mit sich bringt.


Hier mal ein paar kleine Info´s:
https://www.epilepsie-gut-behandeln.de/leben-mit-epilepsie/epilepsie-und-schwangerschaft

www.dgfe.org/cweb2/cgi-bin-noauth/cache/VAL_BLOB/6626/6626/1665/Valproat-DGfE_0717.pdf


Gruß Dennis

Fokale Epilepsie rechts - Medis bei evtl. Kinderwunsch?

Mad, Montag, 11. Mai 2020, 12:50 (vor 18 Tagen) @ Xandri

Hallo Xandri,

Lamotrigin ist in der Regel sehr gut verträglich mit einem Kinderwunsch und einer Schwangerschaft. Zu Keppra kann ich dir leider nichts sagen. Da musst du deinen Neurologen um Rat fragen.

Viele Grüße
Mad

Fokale Epilepsie rechts - Medis bei evtl. Kinderwunsch?

HannaJo, Dienstag, 26. Mai 2020, 11:30 (vor 3 Tagen) @ Mad
bearbeitet von HannaJo, Dienstag, 26. Mai 2020, 13:45

Hallo Xandri,

ich stand vor dem gleichen Problem wie du: Levetiracetam 2000-0-0-2000 mg und Lamotrigin 200-0-0-350 mg.

Ich habe mich viel informiert, weil ich auch dachte, es ist viel zu viel.

Runterdosierung hat nicht funktioniert.

Die kompetenteste Ärztin hat zu erst klargestellt: an oberster Stelle steht die Anfallsfreiheit, danach kommt alles weitere.

Dann bin ich sofort schwanger geworden, habe aber schon täglich 5mg Folsäure genommen ein halbes Jahr vorher.

Die Medikamente haben wir umdosiert auf 1000-1000-1000-1000 und 100-100-150-200. Ist aufwendiger, dadurch werden aber Spiegelspitzen vermieden.

Fokale Epilepsie rechts - Medis bei evtl. Kinderwunsch?

HannaJo, Dienstag, 26. Mai 2020, 13:41 (vor 3 Tagen) @ Xandri

Ab der 30. SSW hatte ich circa 12 Kilo zugenommen, der Medikamentenspiegel wurde "regelmäßig" kontrolliert.

Da der Spiegel dann absank und es wieder mit Anfällen losging, erst nachts, dann Tags, haben wir das Lamotrigin aufdosiert auf 200-200-200-200 mg. Ich habe das auch sehr kritisch gesehen, aber die Ärztin hat mir erklärt, was nicht in Blut ist, kommt auch nicht beim Kind an. Und man hat auch den deutlich abgesunkenen Spiegel im Blut gesehen,der war unter der Wirkungsgrenze. Daher haben wir ihn so hoch gemacht. Damit waren wir nach 3 -4 Tagen wieder circa beim Anfangsspiegel und keine Anfälle mehr.

Man muss es aber dementsprechend nach der Geburt wieder abdosieren. Das ist bei mir schief gegangen und ich bin mit einer Überdosis noch einmal als Notfall im Krankenhaus gelandet.

Mit der Ausgangsdosis, also wie vor der Schwangerschaft, wurde es dann wieder in Ordnung.

Es waren teilweise wirklich anstrengende Zeiten und ich habe viele Ärzte gesehen. Von Angstmachererei über Profitgier oder "Niemand fühlt sich zuständig", war alles dabei. Kompetente Ärzte, die einem Nichts beschönigen aber trotzdem gut und sachlich aus Erfahrung dem Laien erklären, waren schwer zu finden.

Es hat sich aber gelohnt und mein bzw. unser größtes Glück liegt nun neben mir und ist 5 Monate alt und kerngesund *klopf auf Holz*. Die Kinderärztin sieht erstmal keinen Grund für spätere Folgeschäden durch die Medikamente, da es keine neuen sind.

Stillen geht leider nicht, das ist sehr schade, aber sollte bei all dem, was hätte schief gehen können, das kleinste Übel sein.

Das ist meine persönliche !!! Erfahrung. Ich hoffe ich konnte dir ein bisschen Mut machen , verstehe aber sehr gut deine Ängste

Fokale Epilepsie rechts - Medis bei evtl. Kinderwunsch?

Xandri @, Niedersachsen, Freitag, 29. Mai 2020, 12:15 (vor 8 Stunden, 30 Minuten) @ HannaJo

Vielen, vielen Dank für deine ausführliche Anwort.
Ich habe schon so lange nach einem persönlichen Erfahrungsbericht gesucht und nur "Statistiken und Empehlungen" usw. gefunden.

Nun habe ich wenigstens mal einen kleinen Einblick erhalten, wie das ganze ablaufen könnte.
Ich wünsche Dir und Deinem Kind alles Gute :-)

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