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Erfahrungen mit bewusstseinserweiternden Substanzen

B26, Freitag, 17. Juli 2020, 16:13 (vor 103 Tagen)

Hallo Zusammen

Kurzinfo zu mir: M 26, Grand-Mal Anfälle, Behandlung mit Keppra u. Vimpat, nicht anfallsfrei.

Ich habe mich hier eingelesen und festgestellt, dass das Thema welches ich hier gerne ansprechen möchte bei vielen User auf Unverständnis stösst. Also bitte, wer sich nicht darüber austauschen mag, soll meinen Beitrag ignorieren und sich nicht künstlich darüber aufregen.

Wie wahrscheinlich bei den meisten Epileptiker, hat auch mein behandelnder Neurologe vom Konsum aller bewusstseinserweiternden Substanzen klar abgeraten. Alkohol habe ich gelernt, vertrage ich nicht. Die Chancen am nächsten Tag einen Anfall zu haben sind bei mir ziemlich gross.

Cannabis vertrage ich sehr gut und es hilft mir in stressigen Situationen zum runterkommen. Der Neurologe weiss Bescheid, zu ihm bin ich immer offen und er verurteilt mich auch nicht dafür. Er sagt sogar, dass Cannabis eher hilft gegen die Anfälle, aber natürlich darf er das nicht einfach erzählen da es zu wenige Studien dazu gibt.

Nachdem ich mehr als ein Jahr gar nichts konsumiert habe, bekam ich das Verlangen mich wieder mal "anders" zu fühlen, ausbrechen, einen Rausch haben. Um weitere Abklärungen zu treffen war ich mal in einer Sprechstunde bei einer Neuropsychologin. Ich habe sie auf den Alkohol angesprochen und salopp gesagt, dass es ja noch so viele andere Substanzen gibt, sie sind zwar verboten, aber es gibt sie. Ob sie mir sagen kann was ich am ehesten vertragen könnte. Ihre Antwort: Ecstasy, aber nur reine Pillen und nicht zu hoch dosiert. Ok, dachte ich mir und habe mich mal eingelesen. Nach etwa einem halben Jahr habe ich mir dann mal was organisiert, habe es auf Fremdstoffe und wie hoch dosiert die Pillen sind testen lassen. Seither habe ich es 3 Mal konsumiert (nur Safer-Use), hatte tolle Abende mit Freunden und genau dieses "anders" fühlen erreicht. Für mich sind diese Erfahrungen und die damit verbundenen Erlebnisse etwas richtig Gutes. Ab und zu mal ausbrechen.

Natürlich will ich hier niemanden dazu animieren etwas ähnliches zu tun, jeder ist verschieden und reagiert anders auf Stoffe. Also seid bitte vorsichtig!

Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht über die Ihr euch austauschen möchtet, egal ob positiv oder negativ, egal was für Substanzen? Oder auf welche andere Art gönnt ihr euch mal wieder so richtig was? Ich denke jeder, gerade auch als Epileptiker, hat mal das Bedürfnis irgendwie wieder ausbrechen zu können.

Besten Dank und einen schönen Start ins Wochenende!


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