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Medikamente richtige Entscheidung?

steff123, Donnerstag, 04. Juni 2020, 22:47 (vor 37 Tagen)
bearbeitet von steff123, Donnerstag, 04. Juni 2020, 22:52

Hey Leute,
ich möchte einmal meine Geschichte loswerden weil ich gerade ein bisschen verzweifelt bin :-| . Bin 38. Hatte in der Kindheit eine Epilepsie, die mit Medikamenten behandelt wurde. Irgendwann wurden die Tabletten abgesetzt. Ich hatte zwar immer noch im Abstand von 2-4 Jahren Zusammenbrüche, aber nie ohne Krampfen. Irgendwann hatte ich für mich selbst die Diagnose Agoraphobie gestellt, weil es mir meistens schlecht ging in Situationen aus denen ich nicht schnell entfliehen konnte und dann hat es meistens mal geknallt (Arzttermine, Schlange am Flughafen, Volle S-Bahn etc). Diese Zusammenbrüche waren immer mindestens 2 Jahre auseinander.
Im Januar hatte ich nun einen Augenarzttermin. Da wollte ich auch Augendruck messen lassen. Hatte mich aber vorher nicht richtig erkundigt, wie das gemacht wird. Hatte gedacht das geht mit Ultraschall. Als die Ärztin dann mit dem Tonometer auf das Auge wollte, hat das einen Anfall ausgelöst. Richtig mit Krampfen und zum ersten konnte ich auch den Urin nicht halten. Wurde dann ins Krankenhaus gefahren. Lag da 3 Stunden rum und bin dann mit der Empfehlung MRT und EEG zu machen, entlassen wurden. MRT war unauffällig. Beim EEG hatte ich dann im Mai wieder einen Anfall. Im EEG selber war eine Generalisierung zu sehen. Sonst ging es mir aber zwischen den beiden Arztterminen gut. Aber viel Stress auf Arbeit (Nur HomeOffice und das in Führungsposition).
Habe lange überlegt, ob ich Medikamente nehmen soll. In der Hoffnung, dass die Anfälle in Paniksituationen weggehen, habe ich mich für eine Medikamententherapie entschieden und werde nun auf Valproinsäure eingestellt. Nehme seit Dienstag erstmal eine halbe Tablette Abends. Ziel ist je eine Tabelle (500mg) Abends und Morgens. Habe das Gefühl, dass ich mich nun Abends recht benebelt fühle und auch tagsüber die Konzentration nachlässt. Ich habe einen Job, wo ein heller Kopf gefragt ist. Habe Schiss, wenn ich ab nächster Woche auch am Morgen die Tablette nehmen soll und grüble halt fiel, ob es die richtige Entscheidung war, Medikamente zu nehmen. Ist es das wirklich wert, wegen den paar Anfällen mich dauerhaft mit Chemie vollzustopfen? Vielleicht hat halt auch der Stress auf Arbeit die Anfälle in jüngster Vergangenheit begünstigt? Das sind so Fragen, die ich mir stelle. Manchmal denke, einfach alles hinzuschmeißen, ein Sabbatical zumachen und dann mal schauen, ob es besser geht. Hinzukommt, dass ich gerade einen Job mache, in den ich hinhein befördert wurde. Aber so richtig wollte ich den nie. Fand sich aber halt keiner, der den machen wollte und dann habe ich mich mit totschlagen lassen. Bin aber nun total unglücklich damit. Habe bei meinem Chef schon Andeutungen gemacht. Er weiß auch von der Diagnose, aber so ne richtige Lösung hatte er nicht. Will einfach nur mein Leben vom Letzten Jahr zurück.
Nun mal zurück zu den Medis: Hat jemand Erfahrung mit Valproat? Wie schlimm wird das mit den Konzentrationsproblemen noch? Wird es irgendwann wieder wie vorher? Oder irgendwelche andere Tipps in meiner Situation?

Danke Euch


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