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Topiramat/ Lamotrigin / Rivotril- Dauereinnahme

Mad, Samstag, 23. Mai 2020, 20:36 (vor 13 Tagen) @ Urmeline

Hallo Urmeline,

ich hatte in den Jahren 2016/17 Frisium (Clobazam) als Dauermedikation. Ich habe es auch erst nach einem Arztwechsel komplett ausgeschlichen, da mein vorheriger Arzt das Ausschleichen immer auf die lange Bank geschoben hat und sich nicht richtig rantraute. Ich kann dich gut verstehen, dass du Angst hast, das Benzodiazepin abzusetzen. Ich bin auch bei mehreren Krankenhausaufenthalten mit Benzodiazepinen behandelt worden und musste dann jeweils danach sehen, dass ich davon wieder loskomme. Ich reagiere mittlerweile auch viel weniger auf Tavor, als ich es am Anfang getan habe, wo ich sofort müde ins Bett gefallen bin, wenn ich die 1 mg Tavor-Tablette genommen habe. Ebenso bei Frisium.

Seit Ende 2017 nehme ich Topiramat/Topamax als Medikament und muss sagen, dass ich es eigentlich sehr gut vertrage. Das ist natürlich immer bei jedem unterschiedlich. Aber ich kann dich nur dazu ermutigen, es noch einmal zu probieren. Bei mir hat Topiramat den Durchbruch zur Anfallsfreiheit gebracht.

Ich hatte Anfang 2019 eine Psychose, die aber eventuell eine Alternativpsychose war (damit zusammenhing, dass ich keine Anfälle mehr hatte, nachdem ich lange Zeit sehr viele Anfälle gehabt hatte) oder mit Fycompa (Perampanel) zusammenhing (das ich jetzt nicht mehr einnehme). Gegen die Psychose nehme ich mittlerweile auch ein Medikament ein. Meine Kombi ist momentan Apydan extent, Topiramat und Olanzapin.

Deine Gesamtsituation klingt so verzweifelt. Da möchte ich dir nur Mut zusprechen. Mit der richtigen Kombination kannst du sicher auch ein gutes und angenehmes Leben für, das mit wenigen Anfällen einhergeht. Was machst du denn beruflich?

Viele Grüße
Mad

Hallo,
es ist kompliziert bei mir, ich versuche mal die Kerndaten zu übermitteln, vielleicht hat einer Erfahrungen oder Tipps.

Ich habe eine Temporallappen- Epi, wurde ganz zu Beginn mit Carbamazepin behandelt,was aber nicht erfolgreich war. Daraufhin Topiramat. Bekam dann Rivotril (Clonazepam) für ca. 12 Jahre als Dauermedikament, wurde nie über die Benzodiazepinproblematik aufgeklärt. Vor ca. 5 Jahren, nachdem ich bei tgl. 6 mg Rivotril angekommen war, fiel ich in ein ganz tiefes Loch, war kaum noch fähig, aufzustehen und nur noch am Weinen. Ein Arztwechsel erfolgte, ich sollte das Rivotril unbedingt abdosieren. Daraufhin kam der absolute Albtraum, ich bekam schlimme Absetzerscheinungen und habe 4 Jahre benötigt, um auf 0,25 mg tgl zu kommen. Null ist nicht möglich, dann habe ich richtig schlimme Serien.

Nun die Überlegung meines neuen Neurologen, was für eine Medikation erfolgen soll:
Durch das Absetzen des Rivotril habe ich ziemlich schlimme Angstzustände entwickelt, deshalb der Vorschlag, ich solle Lamotrigin nehmen. Das vertrage ich allerdings nur bis 75 mg gut, darüber bekomme ich Hautausschlag.

Nun soll Topiramat (wieder) eindosiert werden, das hat mir damals heftige Nebenwirkungen beschert (massiver Gewichtsverlust, Wahrnehmungsstörungen, Kribbeln und Taubheitsgefühle, Sehstörungen und zuletzt Haarausfall).

Neurologe meint, es müsse bei einer zweiten Wiedereinnahme nicht zu denselben Nebenwirkungen kommen. (Letzte Einnahme ist 3 Jahre her).

Ich bin total verunsichert, ob Topiramat meinen desolaten Zustand weiter verschlimmert (bzgl der Angstzustände), da ich immer wieder lese, dass es psychisch labil macht und Depressionen verstärkt.
Da ich sowieso noch sehr mit dem Rivotrildrama zu kämpfen habe, bin ich ziemlich verzweifelt und traue mich nicht mehr an das Topiramat heran.

Ziemlich chaotisch - ich weiß... vielleicht hat jemand Erfahrungen mit dem Absetzen eines benzos nach Dauereinnahme gemacht oder kann seine Erfahrungen bzgl Topiramat und Psyche oder Kombitherapie mit Lamotrigin schildern.

Viele Grüße und ein schönes Wochenende !


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