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Epilepsie oder Psyche?

Aylin1924 @, Mittwoch, 29. April 2020, 00:53 (vor 31 Tagen) @ laurateresa

Hey Laura,

die selben Erfahrungen habe ich auch gemacht. Sobald ich immer bemerkte, dass ich unruhig wurde, nervös und Herzrasen bekam, steigerte ich mich meist so in diese Angst hinein, dass ich spüre, wie alles anfängt zu zucken, und dass es eben dann zu einem Anfall führte.

Immer wenn ich nach einem Anfall wieder zu mir komme, realisiere ich wirklich gar nichts mehr. Ich fühle mich da wie gelähmt, erkennen keinen wirklich gescheit, kann weder gescheit sprechen, noch annähernd versuchen zu laufen. Vor ein paar Wochen gabs da so ein Fall, als ich zuhause einen hatte, und versuchte, einen Krankenwagen zu holen. Habe locker fünf Mal die falsche Nummer gewählt, weil ich diese einfachen drei Ziffern nicht eintippen konnte.

Meine Tablettendosis wird seit 2015 immer mal wieder erhöht. Von Levetiracetam, auf Lamotrigin, und dann auf Vimpat. Da Levetiracetam allein zu schwach war, kombinierte man diese mit Lamotrigin. Als es dann nach ca zwei Jahren besser wurde, stieg ich um auf Lamotrigin. Eine Weile gings gut, doch dann fing es wieder an, und man erhöhte ständig aufs neue. Mittlerweile bin ich an der höchsten Dosis von Lamotrigin angelangt, und muss nun Vimpat dazu nehmen, und das drei Stück am Tag, denn in diesem Jahr hatte ich vier oder fünf Anfälle, und die Jahre zuvor waren es nur zwei pro Jahr.

Ich denke, dass sich beides vermischt. Heißt, sobald es kurze Anzeichen für einen gibt, wie ein Zucken oder der gleichen, denkt man ja direkt daran, dass es passieren könnte. Und dann spielt sich das automatisch in dein Unterbewusstsein ein, und wenn diese Unsicherheit in dir Macht gewinnt, kann eins zum anderen führen. Jedoch, wenn man eine Lösung für diese Unsicherheit findet, wird es leichter. Manche schaffen es durch Beruhigungsmethoden, andere durch Ablenkung, oder was ich dann meist mache, auch wenn sich das doof anhört, aber ich balle meine Hände zu Fäusten, atme tief ein und aus, drücke mit meinen Zehen ganz fest auf den Boden, oder wenn es draußen passiert gegen die Schuhsohlen, und versuche somit mein Gehirn auf etwas anderes zu lenken, dass ich von diesen irrsinnigen Gedanken wegkomme.

Es hilft auch auf jedenfall, ganz viel darüber zu sprechen, auch wenns schwer fällt, kenne ich selbst. Egal ob mit Familie, Freunden, Bekannten, was auch immer.
Du kannst dir natürlich auch einen Therapeuten suchen, der dich dabei unterstützt, das ist nichts falsches, kann ich eigentlich nur empfehlen, ist wirklich gut, ich hatte einen als ich in einer Klinik für Psychiosomatik - Klinik war. Falls du dazu noch mehr fragen hast, kannst du mir gerne schreiben, und ich könnte dir den Verlauf erzählen.

Liebe Grüße, Aylin(:


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