Das 1. Bonner Epilepsie Forum fand großen Anklang

Der Landesverband blickt in diesem Jahr auf sein 25-jähriges Bestehen und die Klinik auf ihr 40-jähriges Bestehen zurück. Prof. Surges nutzte die Gelegenheit, sich den Teilnehmerinnen und Teilnehmern als neuer Klinikdirektor vorzustellen; er hatte diese Aufgabe im April dieses Jahres von seinem Vorgänger, Prof. Dr. Christian E. Elger übernommen.

Prof. Surges begann mit einem kurzweiligen Ausblick auf die Pläne der Klinik für Epileptologie für die nächsten fünf Jahre. Einen wichtigen klinischen und wissenschaftlichen Schwerpunkt werden dabei die psychischen Aspekte epileptischer und nichtepileptischer Anfallserkrankungen, neue Geräte zur automatischen Anfallserkennung und die Weiterentwicklung epilepsiechirurgischer Verfahren bilden. Herr Porschen erläuterte danach die Möglichkeiten der Selbsthilfevereinigungen und Selbsthilfegruppen, Patientinnen und Patienten mit Epilepsie bei der Krankheitsbewältigung im Alltag zu unterstützen. Auch auf die derzeitigen Lieferengpässe mancher Epilepsiemedikamente ging er ein und empfahl den Teilnehmern notfalls die direkte Kontaktaufnahme mit der Herstellerfirma sowie der zuständigen Bundesbehörde (BfArM, Bonn; Internet: www.bfarm.de). Im nachfolgenden Vortrag gab Frau Dr. Randi von Wrede, geschäftsführende Oberärztin der Klinik, einen Überblick über die sehr alltagsrelevanten Themen Auto fahren, Berufswahl und Berufsausübung. Es folgten zwei interessante Vorträge aus den Wissenschaftsbereichen der Klinik. Zum einen erläuterte Prof. Dr. Klaus Lehnertz, Neurophysiker, warum epileptische Anfälle aus Sicht der Physik so schwer messbar und noch schwerer vorhersagbar sind. Er verglich dabei die Vorgänge im Gehirn mit dem Wetter, das prinzipiell nur auf maximal drei Tage vorhergesagt werden könne; selbst mit den allergrößten Computern ließe sich dies nicht mehr weiter verbessern. In dem letzten Vortrag berichtete Herr Prof. Dr. Christoph Helmstaedter, Neuropsychologe, über die häufigen Gedächtnisprobleme vieler Betroffener (vor allem bei fokalen Epilepsien). Dabei sprach er auch die Frage an, was man denn am besten dagegen tun könne und er ermutigte die Teilnehmer: "Nehmen Sie aktiv am Leben teil!" – ganz nach dem Motto "Use it or loose it!" (d.h. Nutzen Sie Ihre geistigen Reserven, sonst verlieren Sie sie!).

In einer abschließenden Runde konnten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihre Fragen an die Experten richten und es entwickelte sich ein lebhafter Austausch über den praktischen Umgang mit der Erkrankung Epilepsie im Alltag. Der Patiententag endete mit der Einladung zu einer Klinikführung für Interessierte.

Die gemeinsame Organisation und Ausrichtung dieser erfolgreichen Informationsveranstaltung empfanden die Beteiligten des Landesverbandes für Epilepsie Selbsthilfe Nordrhein-Westfalen und der Klinik als außerordentlich angenehm und zufriedenstellend, so dass man künftig regelmäßig mit dem Bonner Epilepsie Forum rechnen kann (vermutlich 2021!).
In 2020 findet die Infoveranstaltung an einem anderen Ort in NRW statt!

Alle diese Vorträge sind hier für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung vom 9. November 2019 komplett zu finden

VORTRÄGE VOM 9.11.201 (.pdf 5410Kb)