Plötzlich erster Anfall, mit 47 Jahren!

Plötzlich erster Anfall, mit 47 Jahren!1. Eines Morgens im September 2016 wurde ich (weiblich, 47 Jahre) durch meinen Wecker geweckt – und konnte mich an Aktuelles sowie Dinge der nahen Vergangenheit nicht erinnern. Ich wusste z. B. nicht mehr, dass mein Sohn, wegen einer Knieverletzung, zu Hause war und ich ihn an diesem Tag zum OP-Vorgespräch hätte ins Krankenhaus fahren müssen. Ich rief meine Tochter an, weil ich mit dem Namen des Arztes in meinem Kalender nichts anzufangen wusste. Das hätte ich aber gar nicht gedurft, weil sie eine neue Stelle angetreten hatte, was ich allerdings auch nicht mehr wusste. Sie dachte zuerst, ich wollte sie veräppeln, da die Knieverletzung und die OP, vorher wochenlang Thema bei uns war.Sie hat mich dann in eine Neurologische Klinik gefahren. Dort wurde u. a. ein MRT erstellt, Blut abgenommen und ich habe Nervenwasser entnommen bekommen, natürlich wurde auch ein EEG geschrieben, aber es wurden keine für Epilepsie typischen Anomalien gefunden. Woran mein Gedächtnisverlust lag, konnte nicht festgestellt werden und ich durfte, auf eigenen Wunsch, am gleichen Tag wieder nach Hause.Das Gedächtnis kam zwar wieder, aber Lücken blieben. Außerdem hatte ich immer wieder, mit argen Wortfindungsstörungen zu kämpfen und machte mir Sorgen, ich könnte an Alzheimer o. ä. erkrankt sein ...2. Zwischen den Jahren 2016/2017, meine Familie und ich lagen alle noch schlafend im Bett, knirschte ich mit den Zähnen und gab merkwürdige Geräusche von mir. Versuche meines Mannes mich zu wecken, misslangen. Als er Licht machte, sah er, dass meine Augen halb geöffnet, die Pupillen verdreht waren, Blut aus meinem Mund lief (hatte mir auf die Zunge und in beide Wangen gebissen) und ich sogar eingenässt hatte! Muskelverkrampfungen hatte ich allerdings nicht. Außerdem wurde mir berichtet, ich hätte dann eine auffällige, schnaufende Atmung gehabt, durch die Lippen ausgeatmet. Mein Mann rief den Notarzt.Wie lange der Anfall angehalten hat, lässt sich aus verschiedenen Gründen, nicht genau sagen. Als Arzt und Sanis da waren, wurde ich langsam wach, war aber sehr verwirrt und habe nicht viel wahrgenommen. Konnte mich an nichts erinnern, nicht mal, dass Weihnachten gewesen war. Ich bekam Beruhigungsmittel intravenös und wurde dann wieder in die Neurologische Klinik gebracht, wo dann ein (erneuter) general epileptischer Anfall diagnostiziert wurde. (Die Vorkommnisse vom September wurden als ersten Anfall gewertet.)Dort wurde noch ein CT gemacht und ich bekam Lorazepam (Tavor) und noch ein anderes Medikament. Im EEG konnte wieder nichts auffälliges festgestellt werden. Jedenfalls durfte ich nach ein paar Stunden Beobachtung wieder nach Hause, sollte mir aber einen Neurologen suchen. Weil ich damit wohl schon den zweiten Anfall hatte, muss ich nun Lamotrigin 50-0-50 nehmen und darf erst mal ein Jahr kein Auto mehr fahren, was bei uns, auf dem Land, schon ein Problem darstellt, da die Busse nicht oft fahren, der nächste Einkaufsmarkt ca. 1,5 km entfernt ist und meine Hausärztin im übernächsten Dorf praktiziert.Bis jetzt, Oktober 2017, habe ich aber – Gott sei Dank! - keinen Anfall mehr gehabt und die Wortfindungsstörungen sind besser geworden. Insgesamt bin ich – durch das Medikament - irgendwie klarer, kann mich besser konzentrieren. Das Erinnern an Dinge des letzten Jahres, besonders die Zeit zwischen den Jahren, fällt mir jedoch weiterhin schwer.Anfangs war ich ziemlich fertig, wegen der Diagnose. Wie kommt sowas so einfach, wie aus heiterem Himmel? Warum schickt mir Gott so eine Krankheit? Ich hatte in der ersten Zeit Angst, abends ins Bett zu gehen, vor einem erneuten Anfall. Ich wusste ja zuerst fast nichts über diese Krankheit.Erst im Nachhinein habe ich erfahren, dass mein Opa ebenfalls Epilepsie hatte, was aber aus Scham verschwiegen wurde. Meine Tante, seine Tochter, leidet auch daran, was ich vorher auch nicht wusste. Durch dieses Wissen, konnte ich das Ganze besser einordnen.Außerdem bekommen manche Leute viel schlimmere Krankheiten, die dann sehr unter der Therapie zu leiden haben. - Ich brauche nur die Tabletten zu nehmen und habe kaum Nebenwirkungen. (Meine Reisekrankheit, die ich seit meiner Kindheit hatte, ist sogar verschwunden!) So kann ich mich doch wieder in Gott geborgen fühlen.Ich hoffe, meine Geschichte hilft euch ein bisschen. Wenn jemand Fragen hat, oder Kontakt mit mir aufnehmen möchte, kann er das unter: monjak@gmx.net tun.Euch eine anfallsfreie Zeit!LG Monja