Teilnehmer gesucht für Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE):

Online-Selbsthilfe für Personen mit Epilepsie und Depressionen

Für eine aktuelle wissenschaftliche Studie werden 200 erwachsene Personen mit Epilepsie und Symptomen der Depression gesucht, die Interesse haben, ein Online-Selbsthilfe-Programm kostenlos zu nutzen und bereit sind, an vier Online-Befragungen über einen Zeitraum von 9 Monaten teilzunehmen. Die Studie wird unter Leitung des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf durchgeführt (UKE, Institut und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Prof. Dr. Yvonne Nestoriuc). Informationen zur Anmeldung und zur Studie selbst finden Sie auf www.desiconnect.de.

In der Studie wird ein neu entwickeltes Online-Programm namens „desiconnect“ untersucht, das darauf ausgelegt ist, interaktiv Übungen und Techniken aus der Verhaltenstherapie zu vermitteln. Das Programm richtet sich an erwachsene Personen mit Epilepsie, die sich niedergeschlagen, deprimiert oder depressiv fühlen und deshalb Unterstützung suchen. Über sechs Monate kann desiconnect über eine gesicherte, passwortgeschützte Website auf dem Smartphone oder Computer genutzt werden. Neben Texten, Illustrationen und Hörspielen bietet das Programm verschiedene Arbeitsblätter und Text-Messages zur Unterstützung im Alltag.

Der Hintergrund der Studie ist, dass Depressionen bei Epilepsie zwar häufig auftreten, aber nur selten erkannt und angemessen behandelt werden. Das Online-Programm soll die fachgerechte Behandlung nicht ersetzen, sondern diese als leicht zugängliches Hilfsangebot ergänzen. Personen, die an der Studie teilnehmen, erhalten entweder sofort oder nach drei Monaten Zugang zu dem Programm und werden gebeten, am Anfang der Studie sowie nach 3, 6 und 9 Monaten an Online-Befragungen und einem Telefon-Interview zu Beginn der Studie teilzunehmen. Es soll überprüft werden, ob desiconnect als hilfreich empfunden wird und dazu beitragen kann, Symptome der Depression zu lindern.

Die Studie baut auf vorherigen wissenschaftlichen Untersuchungen von Mitgliedern der gleichen Arbeitsgruppe auf. In einer dieser Studien hat sich ein Online-Programm namens deprexis als hilfreich für Menschen mit Epilepsie und depressiven Symptomen erwiesen, wie in der medizinischen Fachzeitschrift Epilepsia berichtet wurde (Schröder et al., 2014). Dieses Programm hat sich auch bei Patienten mit Multipler Sklerose (Fischer et al., 2015) sowie bei Personen mit depressiven Symptomen aus der allgemeinen Bevölkerung (Klein et al., 2016) als hilfreich erwiesen. Das neue Programm (desiconnect) baut auf deprexis auf, bietet aber deutlich mehr Inhalte und Übungen, die speziell auf die Bedürfnisse von Menschen mit Epilepsie angepasst sind. Beispielsweise werden Themen wie der Umgang mit Anfalls-Auslösern, die Bewältigung von Ängsten, und die Rolle von Ernährung und Bewegung bei Epilepsie ausführlich thematisiert. Generell basiert das Programm auf Methoden der kognitiven Verhaltenstherapie, die sich in der Behandlung depressiver Symptome bewährt haben. Entwickelt wurde desiconnect von Psychologen, Ärzten und Psychotherapeuten der Gaia AG, welche bereits mehrere ähnliche Online-Programme (u.a. deprexis) entwickelt und in Zusammenarbeit mit verschiedenen Universitäten und Kliniken evaluiert hat.

Die wissenschaftliche Leitung der desiconnect-Studie liegt bei Prof. Dr. Yvonne Nestoriuc; weitere beteiligte Wissenschaftler sind Prof. Dr. Martin Holtkamp (Epilepsie-Zentrum Berlin-Brandenburg), Dr. Stephan Arnold (Schön Klinik Vogtareuth, Klinik für Epilepsie für Erwachsene) und Dr. Björn Meyer (Forschungsleiter Gaia AG, Hamburg). Alle erhobenen Daten unterliegen der Schweigepflicht und den datenschutzgesetzlichen Bestimmungen und die Studie ist von der zuständigen Ethikkommission genehmigt worden.

Falls Sie an der Studie teilnehmen möchten oder Näheres darüber erfahren möchten, besuchen Sie: desiconnect.de oder senden Sie eine E-Mail an: Desiconnect-Studie@gaia-group.com.

Literaturangabe:
Fischer, A., Schröder, J., Vettorazzi, E., Wolf, O. T., Pöttgen, J., Lau, S., Heesen, C., Moritz, S., & Gold, S. M. (2015). An online programme to reduce depression in patients with multiple sclerosis: a randomised controlled trial. The Lancet Psychiatry, 2(3), 217–223.
Klein, J. P.,  Berger, T., Schröder, J., Späth, C., Meyer, B., Caspar, F., Lutz, W., Arndt, A., Greiner, W., Gräfe, V., Hautzinger, M., Fuhr, K., Rose, M., Nolte, S., Löwe, B., Andersson, G., Vettorazzi, E., Moritz, S., & Hohagen, F. (2016). Effects of a psychological internet intervention in the treatment of mild to moderate depressive symptoms: Results of the EVIDENT study, a randomized controlled trial. Psychotherapy and Psychosomatics, 85, 218–228.
Schröder, J., Brückner, K., Fischer, A., Lindenau, M., Köther, U., Vettorazzi, E., & Moritz, S. (2014). Efficacy of a psychological online intervention for depression in people with epilepsy: A randomized controlled trial. Epilepsia,55(12), 2069–2076.