gerne leben

Mein Sohn hatte im Alter von 14 Jahren eine große Kopfoperation, bei der der größte Teil eines Tumors (Astrozytom) entfernt wurde. Der andere Teil ist inoperabel. Diese OP war am 17.12.94 und hat unser aller Leben verändert. Innerhalb der letzten 14 Jahre gab es immer wieder Kopfoperationen, weil der Tumor Zysten bildet, die drücken und entfernt werden müssen. Die letzte OP war im Januar und weitere werden folgen, wenn er 'Glück' hat, im Abstand von etwa zwei Jahren. Nach diesen Operationen regeneriert er sich jedesmal erstaunlich schnell. Gottseidank konnte das Wachstum des Tumors durch Bestrahlungen gestoppt werden und so ist die Lebenserwartung, zumindest durch den Tumor, nicht beschränkt. Mein Sohn hat als Folge der Operationen Probleme mit der rechten Hand und einen Gesichtsfeldausfall,der ihm Schwierigkeiten beim Lesen macht, aber auch Absencen, die mit Medikamenten (im Moment Kepra) nicht zu verhindern sind. Er ist jetzt 28, wohnt 1 1/2 Stunden von uns entfernt und versucht, sein Leben so weit wie möglich alleine hinzubekommen. Er trägt seine Belastungen heldenhaft und hat eine Lebenseinstellung entwickelt, von der wir alle lernen können. Ihm fehlt eine Partnerin, doch er glaubt, sich mit seinem Handicap - besonders den Absencen - keiner Frau zumuten zu können. Es gäbe noch viel zu sagen, vor allem zu dem Umgang der Familie mit der Krankheit.

Aber vielleicht hat jemand Interesse, sich mit mir per e-mail (gerneleben@web.de) darüber auszutauschen. Ich würde mich freuen.