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Epilepsie oder Psyche?

laurateresa, Freitag, 17. April 2020, 20:32 (vor 38 Tagen)

Hallo liebe Leute,

ich würde mich sehr freuen, wenn sich jemand meinen Text durchliest und mir vielleicht einen Tipp geben könnte.
Ich bin weiblich und 27 Jahre alt, habe keine Kinder und bin ansonsten gesund.

Ich hatte im Oktober 2014 meinen 1. Anfall, hier bin ich plötzlich beim Frauenarzt im Wartezimmer vom Stuhl gefallen und war bewusstlos.
Zwischen den folgenden Anfällen lagen immer ca. 6 Monate und ich verspürte vorher ein "Kribbeln" im Kopf und hatte Schwierigkeiten, mein Umfeld richtig wahr zu nehmen, bevor ich dann bewusstlos wurde.
Was bei mir sehr auffällig ist, dass ich während des Anfalls total in Panik verfalle und niemanden außer meiner Mutter erkenne, auch wenn der Notarzt eintrifft, frage ich was dieser von mir will und habe richtige Angst vor ihm.
Im Nachhinein weiß ich davon gar nichts mehr!

Im August bin ich bei einem Anfall im Nachthemd durch die Nachbarschaft gelaufen, panisch und habe geweint, bis jemand den Krankenwagen gerufen hat.
Hier habe ich sogar eingestuhlt, ich kann mich auch hier an nichts mehr erinnern, erst im Krankenwagen kam ich langsam wieder zu Bewusstsein.

Es wurde allerdings bei meinem letzten Anfall beobachtet, dass ich meine Arme verkrampft habe und gezuckt habe, auch auf die Lippe habe ich mir gebissen, die noch einige Tage taub war.

Ich nehme seit meinem 2. Anfall Lamotrigin ein (100-0-100), welche jetzt auf 150-0-150 erhöht werden.
Desweiteren nehme ich seit vielen Jahren das Antidepressiva Venlafaxin (150-0-0) ein und dachte lange Zeit, dass die Anfälle von meiner Psyche kommen könnten.
Jedoch habe ich ab meinem 3. Lebensjahr angefangen zu schlafwandeln, auch hier war ich immer total panisch und hatte riesige Pupillen, nachdem meine Mutter nun einen meiner Anfälle gesehen hat sagt sie, dass es fast identisch zum Schlafwandeln war.

Hat vielleicht jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? :-(

Ich freue mich über jede Rückmeldung und wünsche euch ein wunderschönes Wochenende.

Liebe Grüße

Laura

Epilepsie oder Psyche?

Dennis @, Ahaus - NRW, Freitag, 17. April 2020, 21:25 (vor 38 Tagen) @ laurateresa

Nabend Laura,

Also Ich bin ja kein Arzt, aber für die Beschriebenen Symtome klingt das nach Epilepsie erkrankung.

Wenn Ich keinen GM (Grand-Mal) bekomme laufe Ich auch durch die gegend und mache ein paar sachen von denen Ich nichts weiß, wird mir halt immer berichtet.

Mit Zungen Bisse hatte ich auch schon zu tun.

Und ansonsten habe Ich bisher nur in der Reha miterlebt das eine Patientin laut geschriehen hat und auf schränke,Tische ect. geklettert ist.


Bis jetzt habe Ich Kombi-Terapie mit: Lamotrigin & Levetiracetam
Lamotrigin & Valproat habe Ich schon hinter mir das Valprat habe ich nicht vertragen.

Was sagt den dein Neurologe dazu ??
Ansonsten warst Du schon mal in einem Epilepsie Zentrum??
Münster,Bonn,Bielefeld


Gruß Dennis

Epilepsie oder Psyche?

pegasus, Freitag, 17. April 2020, 21:50 (vor 38 Tagen) @ laurateresa

Auslöser für Schlafwandeln (Somnambulismus) können ein Schlafdefizit, Stressfaktoren sowie körperliche Reize (Fieber, obstruktives Schlafapnoesyndrom) sein. Schlafwandeln im Jugendalter wird vermehrt nach Übermüdung, Stress und emotionalen Belastungen beobachtet. In sehr seltenen Fällen handelt es sich bei dem vermeintlichen Schlafwandeln um epileptische Anfälle, die ähnlich aussehen können. Die meisten Kinder mit einer epileptischen Störung im Schlaf haben jedoch auch tagsüber Beschwerden (plötzliche Stürze, Bewusstlosigkeit, Zungenbiss, Einnässen usw.), so dass der Arzt eine eindeutige Diagnose stellen kann.

https://www.neurologen-und-psychiater-im-netz.org/kinder-jugend-psychiatrie/erkrankunge...

Es wäre daher an deiner Mutter mal zu überlegen, was du als Kind so alles hattest und was für weitere Auffälligkeiten vorhanden waren.

Und ansonsten schließe ich mich einmal an... Epilepsieklinik einmal besuchen, da kann man dir besser helfen, denke ich.

Epilepsie oder Psyche?

Leyla000, Samstag, 18. April 2020, 20:16 (vor 38 Tagen) @ pegasus

Hast du dich mal über die Nebenwirkungen deiner Antidepressiva erkundigt? Soweit ich weiß lösen einige Krampfanfälle aus. Erkundigedich mal darüber,da es ja wie ich rauslesen kann mit dem Zeitraum zusammen zu passen scheint
LG

Epilepsie oder Psyche?

stepl, Montag, 20. April 2020, 10:01 (vor 36 Tagen) @ pegasus

Hallo

Und ansonsten schließe ich mich einmal an... Epilepsieklinik einmal besuchen, da kann man dir besser helfen, denke ich.

Dazu rate ich dir auch.

Ich bin 64. Gestern telefonierte ich mit meinem älteren Bruder. Er hatte viel im Garten gemacht und hörte sich geschafft an.
Später dachte ich bei mir: „Gib der Faulheit auch mal recht. Dann lebst du länger!“
Auch bei Stress und vielem anderem gönnen wir uns keine Pausen.
In meiner Kindheit gab es eine Zeit, wo meine Mutter immer wieder am Tisch sagte: „Schling nicht so! Du hast doch Zeit, keiner drängelt dich!“
Auch bei Stress machen wir vieles schnell. Ich versuchte über autogenes Training mich mehr zur Langsamkeit zu bringen. Auch in Yoga geht es darum, es langsam zu machen. Wenn ich es langsamer mache, kommt mehr das Bewusstsein zu Tage, was ich mache.
„Wer beherrscht wen? Der Körper mich oder ich den Körper?“ fragte ich mich. Wenn ich es so schnell mache, bekomme ich gar nicht richtig mit, was ich gemacht habe. Die Frage der Erinnerung fehlt.

„Dem Kutscher gehen die Pferde durch.“ Ich bin der Kutscher. Die Pferde sind der Körper.
etwa so.


gruss stepl

Epilepsie oder Psyche?

Aylin1924 @, Mittwoch, 29. April 2020, 00:53 (vor 27 Tagen) @ laurateresa

Hey Laura,

die selben Erfahrungen habe ich auch gemacht. Sobald ich immer bemerkte, dass ich unruhig wurde, nervös und Herzrasen bekam, steigerte ich mich meist so in diese Angst hinein, dass ich spüre, wie alles anfängt zu zucken, und dass es eben dann zu einem Anfall führte.

Immer wenn ich nach einem Anfall wieder zu mir komme, realisiere ich wirklich gar nichts mehr. Ich fühle mich da wie gelähmt, erkennen keinen wirklich gescheit, kann weder gescheit sprechen, noch annähernd versuchen zu laufen. Vor ein paar Wochen gabs da so ein Fall, als ich zuhause einen hatte, und versuchte, einen Krankenwagen zu holen. Habe locker fünf Mal die falsche Nummer gewählt, weil ich diese einfachen drei Ziffern nicht eintippen konnte.

Meine Tablettendosis wird seit 2015 immer mal wieder erhöht. Von Levetiracetam, auf Lamotrigin, und dann auf Vimpat. Da Levetiracetam allein zu schwach war, kombinierte man diese mit Lamotrigin. Als es dann nach ca zwei Jahren besser wurde, stieg ich um auf Lamotrigin. Eine Weile gings gut, doch dann fing es wieder an, und man erhöhte ständig aufs neue. Mittlerweile bin ich an der höchsten Dosis von Lamotrigin angelangt, und muss nun Vimpat dazu nehmen, und das drei Stück am Tag, denn in diesem Jahr hatte ich vier oder fünf Anfälle, und die Jahre zuvor waren es nur zwei pro Jahr.

Ich denke, dass sich beides vermischt. Heißt, sobald es kurze Anzeichen für einen gibt, wie ein Zucken oder der gleichen, denkt man ja direkt daran, dass es passieren könnte. Und dann spielt sich das automatisch in dein Unterbewusstsein ein, und wenn diese Unsicherheit in dir Macht gewinnt, kann eins zum anderen führen. Jedoch, wenn man eine Lösung für diese Unsicherheit findet, wird es leichter. Manche schaffen es durch Beruhigungsmethoden, andere durch Ablenkung, oder was ich dann meist mache, auch wenn sich das doof anhört, aber ich balle meine Hände zu Fäusten, atme tief ein und aus, drücke mit meinen Zehen ganz fest auf den Boden, oder wenn es draußen passiert gegen die Schuhsohlen, und versuche somit mein Gehirn auf etwas anderes zu lenken, dass ich von diesen irrsinnigen Gedanken wegkomme.

Es hilft auch auf jedenfall, ganz viel darüber zu sprechen, auch wenns schwer fällt, kenne ich selbst. Egal ob mit Familie, Freunden, Bekannten, was auch immer.
Du kannst dir natürlich auch einen Therapeuten suchen, der dich dabei unterstützt, das ist nichts falsches, kann ich eigentlich nur empfehlen, ist wirklich gut, ich hatte einen als ich in einer Klinik für Psychiosomatik - Klinik war. Falls du dazu noch mehr fragen hast, kannst du mir gerne schreiben, und ich könnte dir den Verlauf erzählen.

Liebe Grüße, Aylin(:

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