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Große Angst vor Operation - Absagen?

Yupii, Samstag, 08. Februar 2020, 18:48 (vor 17 Tagen)

Hallo erstmal und danke an alle die sich die Zeit nehmen meinen Beitrag zu lesen und mir Rat zu geben. Vorweg: Da ich psychisch wegen dem Thema angeschlagen bin, kann es gut sein das alles durcheinander ist und ich was vergessen habe, also wenn es Fragen gibt einfach schreiben, ich versuche diese so gut es geht zu beantworten :)

Kurz zu mir, ich heiße Patrick und bin 25 Jahre alt. Niemand in meiner Familie hat Epilepsie bzw es ist nicht bekannt.

Kleine Vorgeschichte, die ersten Anfälle traten seit ca 2012 auf, das waren nur kleine Anfälle die mich Handlungsfähig machen aber ich bin bei Bewusstsein. Soll einfach heißen ich kann zwar hören wenn mich jemand was fragt, kann aber darauf nicht Antworten und mache einfache Bewegungen mit der Hand. Diese Anfälle sind in 1-2 Minuten wieder vorbei.
Der erste Große Anfall ist Mitte 2018 aufgetreten, ich wurde aber von dem Krankenhaus am selben Tag noch heim geschickt mit der Begründung: "Da ist nichts."
Ich hatte zwischendrinnen immer wieder mal kleinere Anfälle bis ich am 1. März 2019 wieder einen großen Anfall hatte. Ich wurde in einem anderem Krankenhaus aufgenommen und dort wurde auch die Diagnose Epilepsie erstellt. Ich war eine Woche dort, ich blieb Anfallsfrei und wurde heimgeschickt bis ich Ende April erneut dort aufgenommen wurde da ich erneut einen großen Anfall hatte.
Mir wurden Medikamente verschrieben auf die ich auch gut ansprach. Es wurden einige Tests gemacht und ca 2 Monate drauf hatte ich auch ein EEG.

Ich hatte zwischendrinnen immer wieder einige Gespräche mit dem für mich zuständigen Arzt und irgendwann kam zur Sprache das eine Operation für mich gut wäre, vor der ich natürlich riesengroße Angst habe.

Nun ist die Frage, soll ich diese machen?
Seitdem ich die Tabletten nehme, hatte ich keine großen Anfälle mehr. Die kleinen sind zwar immer wieder mal da, die werden von mir aber als nicht schlimm angesehen.
Es müsste am linken Schläfenlappen operiert werden, um das genauer feststellen zu können, müsste ich mich nochmal einer Untersuchung unterziehen die beim ersten mal schon sehr sehr schlimm für mich war. Diesmal kommt aber dazu das Elektroden ins Gehirn eingesetzt werden und ich eine Woche lang im Bett liegen muss, ich darf unter keinen Umständen aufstehen, auch nicht um Kurz aufs WC zu gehen, was mich wirklich sehr fertig macht. Die Operation ist ebenfalls ein Thema das mich psychisch sehr mitnimmt da es heißt die Chancen sind zwar gut aber es kann sein das die Operation nichts bringt worüber ich mir große Gedanken mache.

Meine Lebensgefährtin und mein bester Freund sagen ja, ich soll diese Operation machen, meine Eltern sagen nein, weil das Gehirn ein gefährliches Gebiet ist und wenn die OP nichts bringt das alles sowieso unnötig war.

Ich weiß nicht mehr was ich tun soll, da ich andauern daran denken muss und kann da auch nicht mehr schlafen deswegen bitte ich euch um Hilfe.
Ich danke auch jeden im Vorraus für die Hilfe.

Mit freundlichen Grüßen
Patrick

Große Angst vor Operation - Absagen?

Dennis @, Samstag, 08. Februar 2020, 20:46 (vor 17 Tagen) @ Yupii

Hallo Patrick,

Also Ich habe auch eine Epilepsie im Linken Schläfenlappen, nur meine kann nicht genau bestimmt werden( auch ohne Tiefen EEG ) laut UNI-Klinik Bonn.

Falls Du noch nicht Alle Medikamente/Kombinationen ausprobiert hast, würde ich das eher vorziehen.
Denn Ich kenne eine Person die hat diese Tiefen EEG geschichte schon hinter sich und sie hätte es nicht getan wenn sie gewusst hätte wie schmerzhaft und stressig die untersuchung ist.

Ansonsten habe Ich in der Reha in Bethel.
Von vielen erfahren die sich nach allen medikamenten erst haben Operieren lassen als letzte option.
Einige haben danach weniger anfälle gehabt und sind leider immer noch nicht anfallsfrei und nehmen trotzdem noch medikamente.
Anderen hat es etwas gebracht und sind ohne medikamente jetzt annfallsfrei.

Die Frage einer OP ist eine schwierige entscheidung.
Die du wirklich mal mit deiner Familie,Freunde & Arzt besprechen solltest.
Also vor und nachteile, sowie Risiken und erfolgschancen abwägen.
Ansonsten stell Dir die Frage was Du möchtest nachdem Du alle info´s hast.

Gruß Dennis

Große Angst vor Operation - Absagen?

Green @, Samstag, 08. Februar 2020, 23:48 (vor 17 Tagen) @ Yupii

Hallo

hast Du dir schon eine Ärztliche Zweitmeinung ein geholt?
Warst du in Epilepsie Zentren...wie z.b. Bethel Bonn und viele andere mehr.
Adressen vorne auf den Seiten.

Es liest sich wie wenn noch nicht alle Medis getestet sind.
Und wie wenn da einer mal eben Operieren will...weil er Erfahrung braucht.

OP ist in der Regel die letzte Option...ich würde sie lassen.

www.moses-schulung.de interesante Seite.

Lg Green

Große Angst vor Operation - Absagen?

Anton, Sonntag, 09. Februar 2020, 11:27 (vor 16 Tagen) @ Yupii

Hallo,

die Frage, ob Du dich operieren lassen willst, kannst nur Du selbst beantworten. Dazu gehört, dass Du dich genauestens mit der Erkrankung beschäftigst und nach der Ursächlichkeit suchst. Von alleine bekommt man keine Anfälle, es sei denn, es handelt sich um eine genetische Epilepsie. Hast Du über einen längeren Zeitraum viel getrunken oder Schlafmangel gehabt, hast Du Drogen genommen oder sonst exzessiv gelebt? Ist geklärt worden, um welche Art Anfälle es sich handelt? Sind sie generalisierter oder fokaler Natur? Du solltest besser über dich Bescheid wissen als der Arzt.

Wenn Du zurückblickst, bist Du der Meinung, die Tabletten immer genommen zu haben oder hast Du es mit der Einnahme weniger genau genommen? Solltest Du bisher damit nachlässig gewesen sein, kannst Du die OP vergessen. Es kann sein, dass Du nach dem Eingriff die Medikamente über Jahre, wenn nicht bis ans Lebensende, weiterhin nehmen musst. Du wirst auch sonst ein solides Leben führen müssen. Sonst war der Eingriff für die Katz.

Kannst Du die Fragen, in einer sozialen Bindung zu stehen und auch sonst privat gut vernetzt zu sein, mit Ja beantworten? Wie sieht es bei der Arbeitsstelle aus, ist Dein Chef bereit, dich nach der OP wieder aufzunehmen? Ich bin vor 15 Jahren operiert worden, bis ich wieder voll leistungsfähig war, hat es zwei Jahre gedauert. Eine Operation ist kein Freibrief für Anfallsfreiheit. Die Ärzte sprechen mehr von postoperativer Verbesserung als von Anfallsfreiheit. Es sind nur wenige, die anfallsfrei bleiben.

Wenn Du von einem epilepsiechirurgischen Eingriff sprichst, gehe ich davon aus, dass die Ärzte ihn dir empfohlen haben. Bist Du richtig aufgeklärt worden über den weiteren Verlauf? Sind dir mögliche Nebenwirkungen und Risiken der OP bekannt?

Um deine Frage kurz zu beantworten: Wenn Du bisher alles getan hast, um Anfälle zu vermeiden, das heißt, solide gelebt, korrekte Medikamenteneinnahme, kein Schlafentzug, weder Alkohol noch Drogen, solltest Du der OP zustimmen. Ich habe all das eingehalten und bin seit der OP anfallsfrei. Ich wünsche viel Glück!

Liebe Grüße
‚Anton

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Dieser Beitrag behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose.

Große Angst vor Operation - Absagen?

podi, Donnerstag, 20. Februar 2020, 23:53 (vor 5 Tagen) @ Yupii

Ich 51 bin vor 4 Jahren am rechten Schläfenlappen operiert worden und seit dem völlig gesund.
Die Vorbereitung auf die OP hat drei Jahre gedauert und ich war dabei oft im Spital. Auch zu einigen mehrtägigen Monitorings. Dabei darf man das Bett natürlich auch verlassen um etwa aufs WC zu gehen!
Nach dem ich seit frühester Kindheit oft täglich Anfälle hatte, bin ich jetzt froh dass ich die OP gemacht habe.
Allerdings hatte ich danach lange Zeit ziemliche Depressionen, gerade weil die Anfälle weg waren! Hat mir auch mein Neurologe voraus gesagt, dass es so kommen wird. Manchmal vermisse ich die Anfälle immer noch.
Trotzdem empfehle ich die OP!

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