Epilepsie Online Logos

Hippocampussklerose, Epilepsie, Panikattacken

us83, Sonntag, 26. Januar 2020, 11:52 (vor 71 Tagen)

Hallo ihr Lieben,

Mir (weiblich, 22) wurde nach zwei Krampfanfällen infolge einer durchzechten Nacht im Urlaub im MRT eine „millimetergroße“ Hippocampussklerose rechtsseitig diagnostiziert. Jedes EEG seither war immer unauffällig. Seit 3 Jahren überfallen mich in unregelmäßigen Abständen panikartige Gefühle, vorwiegend nachts kurz vorm Einschlafen oder völlig unwillkürlich in stressigen Situationen (z.B. bei großem Andrang in meiner Arbeit im Fitnessstudio). Regelmäßige Besuche beim Neurologen habe ich bereits hinter mir. Beim Beschreiben meiner Symptome (plötzliche Panik bei vollem Bewusstsein, adrenalinschubartige Gefühle in den Beinen, schnellerer Herzschlag) meinten meine Neurologen bisher immer, das höre sich für sie nicht nach einer Epilepsie an, da sich diese Sensationen teilweise über Minuten und Stunden ziehen. Ich studiere nebenbei, dort machen sich meine „Attacken“ vor allem in Stresssituationen bemerkbar. Die Neurologen schickten mich allesamt zu einem Spezialisten für Psychosomatik, der nicht verwundert über meinen Zustand war. Er, genauso wie die anderen Ärzte, waren der Meinung, meine Hippocampussklerose sei erstens viel zu winzig, um so etwas hervorzurufen, und zweitens kein ausschlaggebendes Kriterium für eine eindeutige Epilepsie.
Mir ist über die Jahre aufgefallen, dass meine Symptome viel häufiger im Winter auftreten, was mich auch glauben lässt, dass das eher Panikattacken sind. Unsicher bin ich mir trotzdem...

Gestern habe ich mit meinem Freund einen Film angeschaut und mich nur kurz (höchstens 30 Sekunden) zur Seite gelegt und die Augen geschlossen, weil ich sehr müde war... urplötzlich bin ich aufgeschreckt, weil ich das Wort „Mama“ (haha), gesagt habe und ich mich genau in dieser Sekunde erschrocken habe, warum ich das gesagt habe?! Mein Freund musste lachen und in mir wurde die Panik groß, dass das jetzt wirklich eine Art Anfall war... kann das passieren? Kennt sich jmd. mit solchen „Anfällen“ aus? Oder war ich nur im Dämmerschlaf?!

Hat jemand Erfahrungen mit Panikattacken oder Epilepsien, die mit dem jeweils anderen verwechselt wurden? Ich vertraue meinen Ärzten prinzipiell ja, habe nur Angst, sie verstehen nicht genau, was ich meine ...

Ich hoffe, ihr könnt mir helfen!

Vielen Dank euch

Hippocampussklerose, Epilepsie, Panikattacken

Lilli, Sonntag, 26. Januar 2020, 15:21 (vor 71 Tagen) @ us83

Hallo us83,

also wirklich „weiterhelfen“ kann ich Dir wahrscheinlich nicht, aber ich mag Dir sagen, dass ich diese Gefühle und Unsicherheiten gut verstehen kann. Auch bei mir war das ja jahrelang unklar und man dachte bisher, dass das alles auch „nur“ psychosomatisch sei und ich verstehe auch diese Verwirrtheit diesbzgl. sehr gut. Bei mir wird ja eine Epilepsie mit komplex-fokalen Anfällen vermutet, diese eben auch einen sehr schmalen Grad zur Dissoziation aufweisen.

Ich mag Dir aber auch sagen, dass ich Dich sehr ernst nehme. Ich kannte es bis vor ein paar Monaten ja auch nicht anders und keiner konnte mit bis dahin weiterhelfen. Es half aber auch nicht zu sagen „dann hör einfach auf zu krampfen..“

Epilepsie hat sehr viele und unterschiedliche Gesichter und auch die Panikgffühle kenne ich auch. Es gibt auch Formen der Epilepsie, wo man „abwesend“ ist und auch Worte vor sich hersagen tut.

Bleibe dran und wenn es hilfreich ist, hole noch eine Meinung ein. z.B. in einer Epilepsiezentrum bzw. Ambulanz.)

Als ich dort war, habe ich da so einen speziellen Fragebogen bekommen und Deine Schilderungen erinnern mich da teilweise sehr dran. Letztendlich ist es aber egal, welche Art und Form von Anfällen Du hast. Wichtig ist, dass es Hilfe gibt, wenn es ernst genommen wird und man da auch mal „genauer“ drauf schaut.

Alles Gute!

--
Wie und was sich auch immer gerade in Deinem Leben zeigt:
Sei lieb zu Dir.

Hippocampussklerose, Epilepsie, Panikattacken

us83, Sonntag, 26. Januar 2020, 15:47 (vor 71 Tagen) @ Lilli

Hallo Lilli,

danke für deine Antwort!
Waren deine EEGs auch unauffällig? Ich bin einfach total verunsichert... Ich werde mich definitiv mal an ein Epilepsie-Zentrum wenden und mein Glück versuchen. Das Schlimmste an dieser ganzen Sache ist für mich, dass diese „Anfälle“ seit 3 Jahren entweder alle 2-3 Tage auftreten oder teilweise monatelang gar nicht... das verwirrt mich sehr. Wie war denn das bei dir? Und wie sehen bei dir jetzt die nächsten Schritte aus?

Liebe Grüße

Hippocampussklerose, Epilepsie, Panikattacken

Lilli, Montag, 27. Januar 2020, 10:22 (vor 70 Tagen) @ us83

Hallo us83,

ich wollte Dir noch mitteilen, dass ich 24 bin, also so in Deinem Alter. :)

Ich kann das gut verstehen, dass das schlimm für Dich ist. Das kenne ich selbst sehr gut von mir selbst, weil es mir jahrelang genauso erging und die Diagnose unklar war, was die Epilepsie anbelangt.

Im Epilepsiezentrum wurde ich auch gefragt, wie meine Anfälle aussehen bzw. in welchen Abständen sie denn auftreten würden. Ich erzählte dort, dass es solche „ähnlichen“ Anfälle schon ein/zweimal in der Kindheit vorkamen und dann nicht mehr. Die Anfälle suchten mich seit 2018 erneut heim und sie wurden so schlimm, dass es mir damit so schlecht ging und ich mir selbst auch die Frage stellte, ob das alles wirklich in diesem Ausmaß „nur“ Dissoziative Anfälle waren. Im Jahre 2019 wurden sie nochmals schlimmer, fass ich teilweise davon gar nichts mehr mitbekommen habe. Aber wie ich es in meinem Beitrag schrieb, litt ich an einer seltenen Erkrankung, die auch mit einer Epilepsieerkrsnkung einhergehen KANN und diese auch später auftreten können.

Bei mir traten diese Anfälle fast wöchentlich auf mit ein paar Ausnahmen. Meine letzten „größeren“ Anfälle hatte ich vor 2-3Wochen. Da ging es mir aber auch echt schlecht und ich schön bewusstlos geworden zu sein. Manchmal sind das aber auch nur „kleinere“ Anfälle mit Zuckungen. Ich weiß das bzw. merke das erst im Nschhinein, dass da ein Anfall war. Aber das ist bei meiner Art von Anfällen auch sehr schwer, sie eindeutig ausmachen zu können.

Deshalb bin ich froh, im Epilepsiezentrum gewesen zu sein, denn dort geht man nach ersten Untersuchungen und anhand der Beschreibungen davon aus, dass es nun doch eine Epilepsie ist.

Im EEG wurden zuerst nur minimale Veränderungen festgestellt.

Im März werde ich auf der Station für Epileptologie stationär aufgenommen und dort werden weitere Untersuchungen gemacht und ggf. eine medikamentöse Therapie zur Behandlung der Anfälle begonnen.

Ich hoffe, dass hat Dir ein bisschen geholfen.

--
Wie und was sich auch immer gerade in Deinem Leben zeigt:
Sei lieb zu Dir.

Hippocampussklerose, Epilepsie, Panikattacken

sandytimmy, Montag, 27. Januar 2020, 10:05 (vor 70 Tagen) @ us83

Hallo
Ich habe auch eine hippocampus Sklerose rechts. Allerdings anscheinend etwas größer da ich in dem Bereich eeg Auffälligkeiten habe.
Ich weiß aus Bonn dass ich daher ein miserables kurzzeit und wortgedächtnis habe. In dem Bereich liegt ha das kurzzeitgedächtnis.
Deine Auffälligkeiten scheinen aber nichts mit Epilepsie zu tun zu haben. Das sind panikattacken

RSS-Feed dieser Diskussion
powered by my little forum