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LGBT/Queer und Epilepsie

Mad, Montag, 13. Januar 2020, 22:10 (vor 14 Tagen)

Hallo,

gibt es hier noch andere, die Epilepsie haben und in irgendeiner Weise dem LGBT-Spektrum zugehören? Ich würde mich freuen, wenn sich jemand meldet. Vielleicht können wir uns ja austauschen.
Es ist nicht immer einfach, zu mehreren Randgruppen zu gehören, also schwul/lesbisch/bi/trans und behindert zu sein. In der LGBT-Community werden Leute außerhalb der körperlichen Norm häufig ausgegrenzt, und in der übrigen Gesellschaft fällt man gleich aufgrund von zwei Merkmalen durch das normale Raster. 
Falls sich irgendeiner oder irgendeine wiedererkennt, würde ich mich über einen Kontakt freuen.

Viele Grüße
Florian

LGBT/Queer und Epilepsie

Perchen, Mittwoch, 15. Januar 2020, 16:51 (vor 12 Tagen) @ Mad

Hey
ich gehöre zwar nicht in beide Randgruppen, möchte dir aber mitteilen, dass ich es unglaublich ... finde, dass wir in so einer Gesellschaft mit Randgruppen leben. Ich wünsche dir ganz viel Kraft und du schaffst das. Glaub nur fest daran. Wenn du trotzdem mal mit einer Randgruppenseite reden möchtest, dann sag Bescheid.
LG

LGBT/Queer und Epilepsie

Mad, Donnerstag, 16. Januar 2020, 13:07 (vor 11 Tagen) @ Perchen
bearbeitet von Mad, Donnerstag, 16. Januar 2020, 13:46

Wir leben ja in Deutschland schon in einer recht offenen Gesellschaft, auch wenn sie in den letzten Jahren einige Dämpfer durch die Erfolge von AfD und Rechtspopulisten erfahren hat.
Trotzdem fühle ich mich hier auch als Mitglied von gleich zwei Minderheiten akzeptiert. Was die Sache manchmal anstrengend macht, ist, dass ich selber gern normaler sein möchte, als ich es bin, aber es nicht kann. Ich steh da momentan selbst noch nicht genug zu mir und meinen Besonderheiten.
Zugleich steht man bei der Jobsuche, im Studium und Arbeitsleben vor der Frage, ob man sich outet. Mir sieht man nicht an, dass ich schwul bin und ich habe es auch nie an die große Glocke gehängt. Meine Krankheit merkt man mir schon eher an, weil ich einfach nicht so aktiv bin wie ein anderer junger Mensch in meinem Alter.
Bis jetzt bin ich so ganz gut durchs Leben gekommen... aber ich könnte noch mehr zu mir stehen und selbstbewusster sein. Ich nehme mich selber halt oft eher zurück oder bin gleichgültig. Keine Ahnung, inwieweit meine Persönlichkeit auch durch die Medikamente, die ich seit meinem 6. Lebensjahr nehme, und die Krankheitserfahrungen mitgeprägt ist.
Durch Zufall habe ich übrigens vor wenigen Tagen einen anderen schwulen Epileptiker kennengelernt, der in der Nähe meines Wohnortes wohnt.
Viele Grüße
F.

LGBT/Queer und Epilepsie

Ann, Donnerstag, 16. Januar 2020, 17:25 (vor 11 Tagen) @ Mad

Hallo Mad

Ich bin Anja, selber intergeschlechtlich, also gehöre ich auch zur LGBTQI-Community. Bin aber selbst keine Epileptikerin oder sonst krank. Bin zufällig auf deinen Beitrag gestossen da ich für eine Bekannte etwas suchte und habe mich daher angemeldet.

Ich finde es traurig dass so mit Kranken innerhalb der Community umgegangen wird, noch dazu in einer Community die eigentlich für Toleranz steht und dazu gehört natürlich auch die Akzeptanz von Kranken oder anderen Randgruppen. Falls du Interesse an einem Austausch hast oder jemanden zum redeb brauchst meld dich einfach.

Wie erwähnt bin ich selbst nicht von Epilepsie betroffen, kenne aber Betroffene und kenn mich auch ein bisschen mit dem Thema aus.

LG Anja

LGBT/Queer und Epilepsie

Mad, Donnerstag, 16. Januar 2020, 21:04 (vor 11 Tagen) @ Ann
bearbeitet von Mad, Donnerstag, 16. Januar 2020, 21:29

Liebe Anja,

danke für deine Antwort. Schön, dass mit dir sich noch eine Person aus dem LGBTQI-Spektrum gemeldet hat. Ich dachte schon, ich wäre hier der einzige.

Tatsächlich fände ich es schön, wenn sich ein Gespräch ergäbe. Jetzt bist du natürlich selbst nicht von Epilepsie oder einer Krankheit betroffen. Das macht nichts aus. Und du kennst ja offensichtlich Leute, die es sind, wenn ich das richtig verstanden habe?

Hier habe ich einen richtig guten Artikel zu dem Thema gefunden, der mir aus der Seele spricht: https://anschlaege.at/queer-ist-auch-behindert/ Er spricht genau die Punkte an, die mir auch am Herzen liegen und die ich auch schon in ähnlicher Weise erfahren habe.

Viele Grüße
Florian

LGBT/Queer und Epilepsie

Perchen, Donnerstag, 16. Januar 2020, 23:40 (vor 11 Tagen) @ Mad

Hey,
ich weiß es ist schwer, aber ich kann dir nur raten steh dazu. Du wirst früher oder später einen Weg finden damit umzugehen, dass du diese Krankheit hast. Und sind wir mal ehrlich... Was ist normal für ein Wort? Worüber wird normal definiert? Jeder Mensch ist anders und einzigartig so wie er als Mensch ist. Was soll da schon normal sein? Und dabei ist es egal welche Orientierung man hat oder ob man krank ist usw.
Gute Nacht,
Perchen

LGBT/Queer und Epilepsie

Mad, Freitag, 17. Januar 2020, 12:08 (vor 10 Tagen) @ Perchen

Im Geist weiß ich das ja auch, dass jeder Mensch anders und auf seine Weise einzigartig ist. Nur so richtig angenommen habe ich es doch noch nicht. Sonst wäre ich nicht manchmal so unsicher. Vielleicht wird das auch mit dem Alter noch besser, wenn ich eine Arbeit und eine Aufgabe für mich finde.

Viele Grüße
Florian

LGBT/Queer und Epilepsie

Perchen, Samstag, 18. Januar 2020, 23:03 (vor 9 Tagen) @ Mad

Hey ich hoffe das wird alles. Glaub daran. Kann dir nur so viel sagen, bin Anfang zwanzig und komme ganz gut klar. Ich denke vieles hängt davon ab in welcher Lebenssituation du deine Diagnose bekommst.
LG

LGBT/Queer und Epilepsie

Ann, Sonntag, 19. Januar 2020, 03:51 (vor 9 Tagen) @ Perchen

Hi

Es ist zwar leichter gesagt als getan aber selber annehmen ist der erste richtige Schritt in ein erfülltes Leben. Das es nicht immer leicht ist kann ich bestätigen. War bei mir mit meiner Intergeschlechtlichkeit nix anderes. Du wirst in deinem Leben Menschen kennen lernen die es auch gut mit dir meinen und dich auch so nehmen wie du bist aber natürlich auch Leute die dich ausgrenzen. Ich finde das auch nicht in Ordnung aber ändern können wir solche Leute nicht nur distanzieren. Für die hat der Maurer ein Loch in der Wand gelassen. Aber du lernst auch wahre Freunde kennen.

Versuche mit dir ins Reine zu kommen, auch wegen deiner Epilepsie bist du nicht gestört, behindert oder sonst minderwertig, du bist ein Mensch der halt eine neurologische Krankheit hat für die du nix kannst. Auch eine erfüllte Beziehung ist möglich. Eine Freundin von mir, ebenfalls Inter wie ich, ist mit einer Frau zusammen die ebenfalls Epilepsie hat. Also es geht auch wenn es nicht immer leicht ist. wenn mal wen zum reden brauchst meine Mail müsst in meinem Account abgespeichert sein.

LG Anja

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