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Berufsunfähigkeit durch Epilepsie???

Spriteee, Mittwoch, 08. Januar 2020, 00:38 (vor 20 Tagen)

Hallo erstmal an alle!

Ich wurde von meiner privatem BU Versicherung 2 x zum Gutachter geschickt. Die drücken sich davor zahlen zu wollen. Monatliche BU würde bei knapp über 1900 € liegen.
Es gibt keine Verwaisung. Das heißt die schauen ob ich den letzten Beruf den ich ausgeführt habe, noch mind. Zu 50% ausführen kann oder nicht. Sollte man, wie in meinem fall den Beruf nicht mehr ausüben können, ist man "Theoretisch" laut meinem Vertrag BU!

Wie das aber so mit den Versicherungen ist, läuft alles nur wenn man selbst jahrelang einzahlt und wenn dann tatsächlich mal ein Fall vorkommt wollen die sich nur drücken!


Der 1. Gutachter meinte das ich nicht mehr als Maschinenbediener (Schichtarbeit) Arbeiten darf, aufgrund der Gefahren an den Maschinen (scharfkantige gegenstände, heiße Maschinen). Dieses Gutachten hat die Versicherung als "ungenügend" abgestempelt und einen 2. Gutachten bei der BG veranlasst.

Ich hatte meinen letzten Anfall im Februar 2019. Seit März 2019 nehme ich täglich Tabletten (Levetiracetam 1000) gegen die Grand-Mal Anfälle und bin seitdem anfallsfrei.

Der 2. Gutachter meinte das ich nach 1 Jahr anfallsfreiheit (was ja bald der Fall ist) wieder als Maschinenbediener eingesetzt werden kann. Ist das so richtig?


Meinen 1. Anfall hatte ich 2011 und den 2. Anfall 2018. Es lagen 7 Jahre dazwischen. Also es können ein paar Jährchen vergehen bis ein weiterer Anfall erfolgt. Ich bin seit März 2019 Krankgeschrieben.

Ich hatte insgesamt 5 Grand-Mal Anfälle
1 x 2011 (u.a im Kino)
1 x 2018
3 x 2019 (u.a. Im Krankenhaus vor den Augen der Hebamme mit Schaum vor dem Mund u gekrampfe)

Meine EEG's und Kernspintomografie waren bisher unauffälig. Mein behandelnder Neurologe hat gesagt das es öfter vorkommt das man im Gehirn nichts findet, trotz der Erkrankung.

Der 1. Gutachter hat mir die BU bestätigt.

Der 2. Gutachter will noch ein EEG Test mit mir durchführen (war an dem Gutachten Tag Defekt) und meinte, wie schon geschrieben das man nach einem Jahr anfallsfreiheit mit Medikamenten wieder an Maschinen arbeiten darf. Zuvor habe ich in diesem Job im 3 Schichtsystem gearbeitet.

Geplant war es gewesen, das ich mich intern umschulen lasse in einem Kaufmännischen bereich (Industriekaufmann wird bevorzugt).
Ich habe einen befristeten GDB von 60 ausgestellt bekommen.
Seit März 2019 bin ich krankgeschrieben, weil es aktuell von meinem Arbeitgeber keine Möglichkeit gibt, mich intern irgendwo zu versetzen bis die Umschulung beginnt. Ich bekomme Krankengeld bis maximal 09/2020.
Die Umschulung würde die Arbeitsagentur übernehmen (Beginn 08/2020)

Kennt sich da jemand aus? Kann mir da jemand helfen? Wie ist die rechtslage? Kann die BU wegfallen nach anfallsfreiheit, Die medikamente unterdrücken zwar die Krankheit, dennoch ist man ja nicht "geheilt"? Gibt es eine Garantie das man Anfallsfrei über die ganze zeit über bleibt?
Der 1. Gutachter meinte das ich ein Lebenlang mit den Tabletten leben müsste.

Ich habe zum glück auch eine Rechtschutzversicherung. Ich werde einen Anwalt mit dieser Angelegenheit beauftragen.

Liebe Grüße

Berufsunfähigkeit durch Epilepsie???

Green @, Mittwoch, 08. Januar 2020, 10:30 (vor 19 Tagen) @ Spriteee

Hallo

hier mal Nachfragen nach Hilfe

www.epilepsie-arbeit.de

Lg Green

Berufsunfähigkeit durch Epilepsie???

Spriteee, Mittwoch, 08. Januar 2020, 17:21 (vor 19 Tagen) @ Green
bearbeitet von Spriteee, Mittwoch, 08. Januar 2020, 17:45

Top! Habe dene eine email mit dem sachverhalt geschickt:-) bin gespannt was dabei rauskommt

Vielen Dank

Berufsunfähigkeit durch Epilepsie???

pegasus, Mittwoch, 08. Januar 2020, 13:23 (vor 19 Tagen) @ Spriteee

So einfach, wie die sich das vorstellen, ist es in der Tat nicht. Wenn du dich da einlesen möchtest, kenne das Gutachten ja nicht, kannst du ja mal schauen, ob die von den richtigen Sachverhalten ausgehen, denn für an Epilepsie Erkrankte Menschen gibt es entsprechende Richtlinien für die Leistungsfähigkeit

https://publikationen.dguv.de/regelwerk/informationen/345/berufliche-beurteilung-bei-ep...

Möchtest du, denen zuvor kommen, kannst du auch darüber nachdenken, eine medizinisch berufliche Reha zu machen, zum Beispiel in der Epilepsieklinik Bielefeld

https://www.epilepsie-rehabilitation.de/startseite.html

Berufsunfähigkeit durch Epilepsie???

Spriteee, Mittwoch, 08. Januar 2020, 17:20 (vor 19 Tagen) @ pegasus

Sehr Hilfreich :-)

Vielen Dank!

Auf Seite 19 steht das es als Maschinenbediener nach 1 Jahr Anfallsfreiheit unter Pharmakotherapie "grundsätzlich keine bedenken gibt"

Wie aber schon erwähnt lag zwischen meinem 1. Und 2. Anfall 7 Jahre. Wie gibt es da eine Garantie dafür das es "keine bedenken gibt" als Maschinenbediener?? Was wenn ein Anfall dennoch irgendwann Auftritt und ich mich verletze?

Jetzt blicke ich trotzdem nicht ganz durch. Ich arbeite an Spritzgussmaschinen. Diese Maschinen (Werkzeuge) sind bis zu 250 grad heiß.

-

Auf s. 32 bei "Tätigkeitsbezogene gefährdungsabschätzung nach erstem Epileptischen Anfall"
Unter Verletzungsrisiko bei beispielhaften Tätigkeiten habe ich da nichts gefunden was Maschinen betrifft die so heiß werden können.

Berufsunfähigkeit durch Epilepsie???

pegasus, Mittwoch, 08. Januar 2020, 22:58 (vor 19 Tagen) @ Spriteee

Wir können und dürfen hierzu keinerlei Einschätzungen machen, denn das Thema ist schlicht und ergreifend zu komplex als das wir als Nutzer dieses Forums machen könnten.

Wenn du wissen möchtest, wie es sich konkret mit deiner Form der Epilepsie und dem daraus resultierenden Gefährdungseinschätzungen handelt bleibt dir nichts anderes übrig als eben in die medizinisch berufliche Rehabilitation zu gehen und es dort einmal, fern von jedwedem unternehmerischen Aspekten überprüfen lassen.

Um dir einmal ein Beispiel zu nennen als ich dort war.

Es war zu meiner Zeit ein Koch dort, eigentlich nicht wirklich etwas weltbewegendes und man könnte nun meinen, dass der weiter seinen Job ausüben dürfte. Darf selbiger allerdings aufgrund seiner Form der Epilepsie nicht, denn er wirft dann mit den Gegenstand um sich, den er gerade in der Hand hat. Wenn das gerade ein Messer ist, kommt das nicht so wirklich gut.

Das bedeutet, jede Epilepsie und jeder Beruf ist individuell zu betrachten und zu bewerten und ebenso kommt es auf den jeweiligen Arbeitsplatz an und daraus wird dann das Eigen- und Fremdgefährdungspotential gebildet und je nach dem wie es ist, darf man eben einen Beruf nicht mehr ausüben, so wie du es möchtest oder man darf ihn weiterhin ausführen.

Ich zum Beispiel darf im übrigen nur an Bildschirmarbeitsplätzen arbeiten. Alle anderen Arbeitsplätze sind mir aufgrund des Eigen- und Fremdgefährungspotentials untersagt.

Berufsunfähigkeit durch Epilepsie???

Spriteee, Mittwoch, 15. Januar 2020, 12:38 (vor 12 Tagen) @ pegasus

Dann verstehe ich aber nicht warum ein Maschinenbediener (In meinem Fall Spritzgussmaschinen), wo es doch drumherum an den Maschinen scharfkantige Gegenstände gibt und wo man an Werkzeugen arbeitet die bis zu 250grad werden können, warum man diesen Menschen erlaubt nach einem Jahr diesen Beruf wieder ausüben zu dürfen.

Ich meine es gibt verschiedene "Maschinenbediener". Es gibt Maschinenbediener wo es kaum Eigengefährdungsrisiko gibt und wiederum Maschinenbediener die weitaus Höheres Risiko für die Eigengefährdung besitzen

In meinem Fall ist doch ein riesengroßer Eigengefährdungsrisiko. Kann man da alle "Maschinenbediener" in einen Topf stecken?

Liebe Grüße

Berufsunfähigkeit durch Epilepsie???

pegasus, Mittwoch, 15. Januar 2020, 13:43 (vor 12 Tagen) @ Spriteee

Es steht doch da, dass es GRUNDSÄTZLICH keine Bedenken gibt.

Das bedeutet, du musst das GRUNDSÄTZLICHE Widerlegen und das kannst du nur Anhand einer medizinisch beruflichen Rehabilitation, dass an deinem Arbeitsplatz mit deiner Qualifikation und deinen Maschinen ein Eigen- und/oder Fremdgefährungspotential besteht, welches nicht hinzunehmen ist.

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