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Déjà-vus und Schlaflabor

Sina1980, Dienstag, 24. September 2019, 12:53 (vor 20 Tagen)

Hallo,

ich bin neu hier und dringend auf der Suche nach einem Rat.
Vorweg muss ich sagen, dass ich in zwei Wochen endlich einen Termin im Schlaflabor bekommen habe. Einige Monate musste ich darauf warten, obwohl der Verdacht auf Epilepsie im Raum steht und die Ereignisse immer intensiver werden und ich mir immer mehr Gedanken mache. Habe echt Angst, dass mal etwas über Tag passiert.

Seit ca. 1,5 Jahren habe ich in unregelmäßigen Abständen abends vor dem Zubettgehen „Déjà-vus“ die sehr unangenehm sind. Wenn das Déjà-vu vorüber ist, überfällt mich kurz eine heftige Übelkeit und Herzrasen. Letzte Nacht hatte ich dieses Ereignis das erste mal im Schlaf, ich wurde wach, weil meine Hände stark zitterten. Übel war mir allerdings nicht.

Ich war beim Neurologen, der sprach von „Fokalen Anfällen“, es müsse eine Epilepsie im Schlaflabor ausgeschlossen werden. MRT war unauffällig.

Was erwartet mich? Wer kennt das? Vielleicht bin ich nicht alleine.

Danke vorab!

Liebe Grüße
Sina (38)

Déjà-vus und Schlaflabor

pegasus, Dienstag, 24. September 2019, 13:17 (vor 20 Tagen) @ Sina1980

Wenn du Medikamente nimmst, werden die ausdosiert und dann wird gewartet bis ein Anfall kommt und aufgezeichnet werden kann. D.h. du sitzt die ganze Zeit über im Zimmer und wartest, also nehme dir etwas mit damit du dich beschäftigen kannst und nicht nur dein Handy ;-)

Déjà-vus und Schlaflabor

Anton, Freitag, 27. September 2019, 18:47 (vor 17 Tagen) @ Sina1980

Hallo Sina,

gut, dass Du das mit dem Schlaflabor angegangen bist. Der Beschreibung nach könnten es wohl fokale Anfälle sein, so wie der Neurologe bereits angekündigt hat. Meine Epilepsie hätte ich erst sehr viel später bemerkt, wenn nicht meine Partnerin morgens während der Aufwachphase Schmatzgeräusche, Nesteln und krampfartige Bewegungen festgestellt hätte.

Meines Wissens nach dauert es im Schlaflabor meistens nur eine Nacht. Beim überwiegenden Teil der Patienten geht es um Schlafstörungen, meistens Schlaf-Apnoe, die dort dann gleich sicher diagnostiziert werden kann. Sollte sich bei dir als Diagnose eine Epilepsie bewahrheiten, wird der Neurologe dich vielleicht schon bald zum Monitoring in ein Epilepsie-Zentrum schicken. Das ist stationär und dauert in der Regel ca. 10 Tage.

Um eine Epilepsie erfolgreich behandeln zu können, muss der Neurologe den Auslöser, die Ursächlichkeit, kennen. Alle Untersuchungen, die auf dich zukommen, sind ein sogenanntes Ausschlussverfahren. Das unauffällige MRT sagt zum Beispiel, dass es im Kopf bösartige Neubildungen oder sonstige Raumforderungen nicht gibt.

Zu Deinen Fragen. Was dich erwartet? Ich würde sagen, ein Untersuchungsmarathon. Weil eben die genaue Diagnose wichtig ist für eine erfolgreiche medikamentöse Behandlung.

Wer kennt das? Ich bin seit einigen Jahrzehnten an Epilepsie erkrankt und habe lange warten müssen, bis die Ursächlichkeit der Erkrankung und somit die „richtige“ Therapie eingeleitet werden konnte.

Alleine wirst Du nicht sein. Damit das nicht eintritt, ist erforderlich die aktive Mitarbeit deinerseits. Eine regelmäßige Medikamenteneinnahme, genaue Dokumentationen, Besorgung aller Unterlagen zur Vorgeschichte, solides, nicht exzessives Verhalten, weder Alkohol noch Schlafentzug sollten selbstverständlich sein.

Kurz zu mir: Ich bin Patient und medizinischer Laie. Mit den vorstehenden Zeilen habe ich meine Meinung und Erfahrung zum Ausdruck gebracht. Empfehlungen und Ratschläge zur Erkrankung darf nur der Neurologe geben.

Liebe Grüße
Anton

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Dieser Beitrag behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose.

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