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Absencen-Epilepsie - Probleme in der Grundschule

Penelope, Montag, 19. August 2019, 17:58 (vor 34 Tagen)
bearbeitet von Penelope, Montag, 19. August 2019, 18:07

Hallo zusammen!

Mein Sohn ist 7 Jahre alt und vor zweieinhalb Jahren begann seine Absencen-Epilepsie. Wir haben GottseiDank sehr schnell gemerkt, dass da was nicht stimmt und das nicht nur Träumereien sind. Er bekommt Petnidan in der für ihn höchstmöglichen Dosierung und ist seitdem anfallsfrei. Trotzdem sehen seine EEGs nicht gut aus.

Solange er im Kindergarten war, war alles in Ordnung. Auch in der Schule lief im ersten Halbjahr alles unauffällig. Doch seitdem Kopfrechnen dran ist und größere Zahlen, kommt mein Sohn nicht mehr hinterher. Ein Stottern hat er auch entwickelt.

Wegen dem Stottern geht er jetzt zur Logopädin. Ihr Verdacht auf AVWS (auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung) konnte vom HNO-Spezialisten NICHT bestätigt werden. Außerdem wurde deutlich, dass er deutliche Leistungsschwankungen hat. Er versteht alles. Er rechnet ein Päckchen super. Und dann das nächste Päckchen katastrophal als hätte er gar nichts kapiert. Bei den Hausaufgaben saß ich trotz gewährter Pausen oft stundenlang mit ihm da, weil er so extreme Konzentrationsprobleme hat.

Die Schulpsychologin, die Lehrer und auch die Logopädin stimmen alle darin überein, dass es kein Intelligenzproblem sein kann. Außerdem hat er einen überwältigenden Wortschatz für sein Alter. Und er ist trotz seiner Schwierigkeiten immer ungebrochen in seiner Motivation und seinem Wissensdurst.

Wir haben jetzt einen Termin bei einem Kinderpsychiater und hoffen, dass er genauer herausfindet bzw. erklären kann, wo es bei unserem Sohn hakt und mit welchen Übungen/Therapien wir ihm helfen können. Der Verdacht ADS steht im Raum. Uns wurde geraten eine Schulbegleitung für ihn zu beantragen und einen Nachteilsausgleich.

Der Neurologe hatte vorgeschlagen Orifil als zusätzliches Medikament einzuführen. Aber wegen der heftigen Nebenwirkungen haben wir uns da erst einmal dagegen entschieden. Zumal er trotz allem so hoch motiviert ist und wir deshalb erst einmal sehen wollen, ob wir anders als medikamentös helfen können. Zumal man nicht deutlich sagen kann, ob das Medikament dabei überhaupt helfen kann und das so schwer überprüfbar wäre.

Ich bin ziemlich verzweifelt, weil ich die Befürchtung habe, dass mein Sohne spätestens in der bevorstehenden 2. Klasse völlig den Anschluss verliert. Das Schuljahr war auch für mich extrem anstrengend. Da ich noch eine jüngere Tochter habe und mein Mann Vollzeit arbeitet, kann ich das Defizit nicht alleine auffangen.

Ich bin froh, wenn mein Sohn es schafft, die Hausaufgaben zu machen. Wir sind danach immer fix und fertig und an Wiederholungen oder Übungen, die er eigentlich dringend nötig hätte, ist dann gar nicht mehr zu denken. Gibt es hier Eltern, die ähnliche Erfahrungen gemacht haben?

Wir überlegen jetzt, ob es nicht besser wäre ihn auf einer anderen Schule anzumelden. Bisher machen Montessori-Schulen auf uns den besten Eindruck. Auch wenn wir dafür unseren Sohne jeden Morgen eine halbe Stunde zur Schule fahren müssten. Gibt es hier Eltern, die diese Therapeuten-Odyssee schon durchmachen mussten? Wie sehen eure Erfahrungen aus?

Haben eure Kinder mit Absencen-Epilepsie ähnliche Symptome und Schwierigkeiten in der Schule?

Und auch: Uns wurde erzählt, dass die Absencen-Epilepsie im Kindesalter eine sehr gute Prognose hat und sich in ca 80% der Fälle mit Beginn der Pubertät verwächst?

Gibt es hier Eltern, die das bestätigen können? Wie geht es euren Kindern jetzt?

Ich wäre so unendlich dankbar für eure Infos und Gedanken dazu.

Ich weiß gerade nicht, wo mit der Kopf steht.

Absencen-Epilepsie - Probleme in der Grundschule

Green @, Montag, 19. August 2019, 20:18 (vor 34 Tagen) @ Penelope

Hallo
Sie sind bestimmt z.B. auf den Seiten von www.epilepsie-elternverband.de usw. besser auf gehoben....da dort auch betroffene Eltern sind hier eher weniger.

Lg Green

Absencen-Epilepsie - Probleme in der Grundschule

pegasus, Montag, 19. August 2019, 21:27 (vor 34 Tagen) @ Penelope

Schon einmal in einer Epilepsieklinik gewesen?

Ist der behandelnde Neurologe spezialisiert auf Epilepsie? (wage ich zu bezweifeln, denn laut Internetbeipackzettel sollte das Medikament Kindern unter 6 Jahren nicht verabreicht werden, weil es da bessere Medikamente gibt)

Und ansonsten schließe ich mich an. Besser wäre die andere Seite, da hier meist davon selbst Betroffene sind und nur sehr selten mal Eltern von Erkrankten Kindern anzutreffen sind.

Absencen-Epilepsie - Probleme in der Grundschule

stepl, Dienstag, 20. August 2019, 09:56 (vor 33 Tagen) @ Penelope

Hallo,

Im Anfang meiner Schulzeit stellte ich fest:
„Ich lerne ja Sprechen! Was ist wichtiger? Sprechen lernen!“

Das Bewusstsein, dass ich 2 Dinge lerne:
Sprechen lernen und Schreiben lernen!


Das Wort Sprechen lernen.
Am Anfang verfolgen die Eltern das Sprechen lernen ihrer Kinder.
Welche Wörter kann das Kind schon? Großer Wortschatz! Kleiner Wortschatz!
Im Schreibunterricht lernen die Kinder neue Wörter kennen.

Was ist wichtiger?
Heute reden wir von Multitasking: Es kann nicht 2 Dinge gleichzeitig
machen. Es geht nicht beides zusammen zu lernen. Eins nach dem Anderen!
Es entsteht Stress!

Was ich entdeckte ist der Syntax, die Satzlehre!
Einer wollte Russisch lernen. Ich wahr nicht sehr gut. Ich sagte ihm:
Russisch lernen ist wie Deutsch lernen! Am Anfang lernst du die Aussprache.
Wenn du die Aussprache recht gut kannst, kannst Du ja schon mal versuchen, ob Du
schon mal paar einzelne Wörter kannst. Wenn Du schon einzelne Wörter kannst,
kannst Du ja schon mal versuchen, ob Du schon einzelne Sätze kannst.

Ich erlebte, sie ein Junge auf dem Boden kniete und ein Eisenauto vor sich herschob.
»Auto fährt.« sagte es immer wieder. Damit hast Du schon ein Satz.
Der Satz besteht aus Subjekt: „Auto“ und Prädikat: „fährt“
Vor kurzen, nach Jahrzehnten, traf er mich wieder. „Es hat so ein Spaß gemacht,
dass ich noch weitere Sprachen lernte.“ Ich hatte ihm noch Gemeinsamkeiten zwischen
Deutsch u. Russisch erklärt. Im Russischen gibt es keine Artikel. Uns so mehr
Wörter wir kennen, um so umfangreicher wird die Sprache: Nebensatz, Hauptsatz usw.

»Du kannst doch Sprechen!« daher ist über das Sprechen lernen nichts bekannt.
Uns ist nicht das Sprechen angeboren, sondern das Sprechen lernen angeboren.

Ich stellte am nächsten Tag fest: »Ich höre ja der Lehrerin zu!« das bewusste zuhören.
Ich bekam damit auch bewusst mit, ob ich der Lehrerin oder Lehrer folgen kann.
Was auch ein Problem ist, dass der andere zu schnell spricht. So schnell kann ich
mir das gar nicht merken!

Ich begrüße den Vorschlag zu der Elterngruppe
gruss stepl

Absencen-Epilepsie - Probleme in der Grundschule

Penelope, Mittwoch, 21. August 2019, 15:48 (vor 32 Tagen) @ Penelope

Danke für den Tipp!
Werde ich machen!

Gruß

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