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Epilepsie als Berufskraftfahrer

Trucker, Donnerstag, 08. August 2019, 13:43 (vor 15 Tagen)

Hallo Zusammen,

ich, Mitte 40, männlich hatte vor ein paar Wochen einen

"erstmalig, generalisierten tonisch-klonischen Anfall".

Wie mein Nickname schon sagt bin ich Berufskraftfahrer.

Den Anfall hatte ich zum Glück nicht während der Fahrt, sondern beim Warten bei einem Kunden.

War insg. 5 Tage im Krankenhaus und hatte danach noch einen Termin bei einem Verkehrsmediziner.

Ursache / Auslöser nicht ermittelbar, also "unprovoziert".

Da für mich dies 6 Monate fahruntauglichkeit bis 3,5 Tonnen und 2 Jahre alles darüber bedeutet (so wie es mir das Krankenhaus und der Verkehrsmediziner erklärt haben), wollte ich mal fragen, ob es jemanden gibt, der hier Erfahrungen hat (Hinsichtlich Job / Krankenkasse / Arbeitsamt etc).

Aktuell bin ich noch krankgeschrieben.

Aussage der Ärzte ist halt nur, wie lange ich was nicht fahren darf. Aber wie es aktuell für mich weitergehen soll, konnte mir auch keiner wirklich sagen.

Epilepsie als Berufskraftfahrer

Green @, Donnerstag, 08. August 2019, 15:40 (vor 15 Tagen) @ Trucker

http://www.epilepsie-arbeit.de/

Hallo hier finden Sie Hilfe.

lg Green

Epilepsie als Berufskraftfahrer

pegasus, Freitag, 09. August 2019, 15:36 (vor 14 Tagen) @ Trucker

Nimmst du denn schon Medikamente ein?

Epilepsie als Berufskraftfahrer

Trucker, Freitag, 09. August 2019, 16:45 (vor 14 Tagen) @ pegasus

Hallo Pegasus,

nein, nehme keine Medikamente ein (ist so die Empfehlung des Krankenhauses und des Verkehrsmediziners - Neurologe und Erfahrungen mit Epilepsie).

Epilepsie als Berufskraftfahrer

pegasus, Samstag, 10. August 2019, 12:02 (vor 13 Tagen) @ Trucker

Okay, also darfst du nach 6 Monaten wieder arbeiten gehen, ganz normal, wenn es nicht zu einem erneuten Anfall kommt. Nach der Lohnfortzahlung durch dein Unternehmen hast du Anspruch auf Krankengeld für 78 Wochen, also ist es noch ein sehr langer Weg zum Alg 1. Aktuell musst du nur darauf achten, dass du die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen immer nahtlos abgibst. Fehlt auch nur ein Tag, wird es zu Problemen mit dem Krankengeldbezug kommen, aber dann kannst du hier nochmal nachfragen oder in einem entsprechenden Fachforum zu Sozialleistungen.

Sollte es zu einem weiteren Anfall kommen und du ein Fahrverbot für 1 Jahr (das hat sich geändert, bei den Sattelschleppern beträgt das Fahrverbot 5 Jahre) erhältst, dann läuft das Krankengeld erst einmal weiter, weil du Defakto weiterhin arbeitsunfähig bist. Das Krankengeld bekommt man maximal 78 Wochen, das sind 19,5 Monate und bis du das aufgebraucht hast, ist es noch ein sehr weiter Weg.

Dein Chef wird dich dann sehr wahrscheinlich entlassen, weil du halt nicht mehr fahren darfst und aufgrund der Medikamenten kann trotzdem nicht ausgeschlossen werden, ob du und wann du fahren darfst, denn auch unter Medikamenten kann es weiterhin zu Anfällen kommen, so dass dein Chef dich dann auch kündigen darf.

Nach dem Krankengeldbezug kommt es dann erst einmal zum Alg 1 Bezug und spätestens hier, wird man dich dann wohl auffordern einen Antrag zur Teilhabe am Arbeitsleben zu stellen und dort wird man dir dann über kurz oder lang in eine Umschulung schieben.

Aber bis dahin ist es ein sehr weiter weg mit sehr vielen wenn´s ... Also mache dir erst einmal keinen Kopp über das ganze Gedöns, bringt nichts. Genieße den Zwangsurlaub, lege dich jetzt im Sommer in die Sonne und lass dich braten ;-)

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