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Tarif-Wechsel bei Antileptikum

mezeg, München, Freitag, 26. Juli 2019, 11:25 (vor 86 Tagen)

Hallo,

bis Ende April hatte ich Lamotrigin Hexal, 400 à 100mgr und 200 à 50mgr, aut item, mit Zuzahlung.

Dann hieß es, Hexal bekommt den Wirkstoff nicht mehr, ich wurde auf Heumann gesetzt. Ohne Zuzahlung

Jetzt heißt es für Heumann habe ich eine - deutliche - Zuzahlung zu leisten. Bei Aurobindo keine Zuzahlung aber nur in 50gr Menge, 100 gr haben / machen sie nicht!

Habe mich überreden lassen 400 bei Heumann mit Zuzahlung zu nehmen, die Aurobindo 200 à 50mgr zu nehmen. Vielleicht ein Fehler an sich.

Dann die Krankenkasse angerufen. Sie seien eigentlich nicht zuständig. Es kommt einfach auf den Vertrag zwischen Medikamente-Produzente / -Vertreiber und Apotheken.

Die Zuzahlung muß ich akzpetieren. Vielleicht hätte ich die 50mgr doch auch bei Heumann nehmen sollen.

Was mich am meisten beunruhigt: Hexal bekommt den Wirkstoff nicht, Aurobindo wohl nicht genug, um die 100 mgr anzubieten. Kann es sein, daß der Wirkstoff grunsätzlich bei allen Produzenten ausgeht? Daß man komplett auf einen anderen Wirkstoff umgestellt werden muß?

Mir kommen bereits Albträume!

mezeg

Tarif-Wechsel bei Antileptikum

mathilda @, Freitag, 26. Juli 2019, 21:52 (vor 85 Tagen) @ mezeg

Hallo mezeg,

ich weiß es jetzt bei Lamotrigin nicht genau, doch ich hatte Schwierigkeiten, Valproat zu bekommen. Auch eben viel hin und her, warten, telefonieren... Die Apothekerin sagte mir, dass im Moment bei vielen Wirkstoffen, auch welche die es schon lange auf dem Markt gibt, zur Zeit Lieferengpässe gibt. Selbst das Ibuprofen konnte man einige Zeit nicht bekommen.

Versuche, immer frühzeitig ein Rezept zu bekommen, damit du genug auf Vorrat hast.

LG

Tarif-Wechsel bei Antileptikum

mezeg, München, Sonntag, 28. Juli 2019, 17:14 (vor 83 Tagen) @ mathilda

Hallo mathilda,

wohl doch überall Lieferschwierigkeiten. Normal hole ich das Rezept etwa 2 Wochen vor dem Termin, so habe ich Luft. In einer Großstadt sind die Medikamente falls nötig mit Bestellung innerhalb eines halben Tages vorhanden.

Jetzt werde ich mir eine größere Zeitspanne einrechnen. Und vielleicht nicht gleich durchdrehen, weil ich das Medikament von einem anderen Hersteller nehmen muß.

100 mgr nehme ich also weiterhin von Heumann, für 50 mgr Aurobindo. Da ich aber noch 16 Heumann à 50mgr - im Prinzp 8 Tage, nehme ich nun morgens Heumann, abends Aurobindo. Und sei es nur, um mir wgen Wechseln Befürchtungen aus dem Kopf zu jagen.. ;-) ;-)

mezeg

Tarif-Wechsel bei Antileptikum

morti, Samstag, 27. Juli 2019, 23:08 (vor 84 Tagen) @ mezeg

Hallo,

warum so schwer? Liegt eine erfolgreiche Ursprungsmedikation vor, so kann/muß der FA den Hersteller im Rezept benennen und im Vorfeld das out-item-Feld sichtbar ankreuzen. Somit darf kein alternatives Präperat angeboten werden.

Bei Antikonsulsativum sollte hier nicht herumgespielt werden (Schwankung im Wirkstoffspiegel incl. Zusatzkomponenten).

MfG Morti :-)

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mezeg, München, Sonntag, 28. Juli 2019, 17:07 (vor 83 Tagen) @ morti

Hallo Morti,

der Name des Herstellers war schon eindeutig auf dem Rezept geschrieben, das aut-item-Feld auch wie immer angekreuzt. Lamotrigin war aber Ende April von Hexal definitiv nicht lieferbar: Wirkstoff nicht / nicht mehr vorhanden. Daß eine so große Firma in solchen Lieferschwierigkeiten kommen könnte, hätte ich nicht gedacht. Dann habe ich Heumann akzeptiert, der Neurologe neues Rezept ohne Aut-item geschrieben. Heumann war Ende April ohne Zuzahlung zu bekommen.

Jetzt ist Heumann weiterhin vorhanden aber nur mit Zuzahlung. Von der Firma Aurobindo ohne Zuzahlung aber 100mgr-Tabletten haben sie nicht.

Die exakten Schachteln gibt es sehr selten in der Apotheke, wird aber gleich bestellt und ist am gleichen Nachmittag vorhanden. Wenn in einer Großstadt das Medikament nicht lieferbar ist, ist es wohl nirgends im Land zu finden. Oder wirklich nur Rest-Bestände.

Ich muß mich also auf Firmen-Wechseln einlassen. Vor Hexal auf Heumann hat es mir keine Probleme verursacht. Ich hoffe, daß es so bleibt.

VG

mezeg

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morti, Montag, 29. Juli 2019, 00:11 (vor 83 Tagen) @ mezeg

Hallo Mezeg,

wir kennen nicht die wirkliche Situation bezüglich der Lieferbarkeit eines Grundstoffes. Ist ein Wechsel des Herstellers erfolgreich, ok. Sollte aber eine KK eine vollständige Zahlung verweigern, so eröffnet sich eine neue Situation.
Wie sieht diese aus? Wirkstoffschwankungen und Zusammensetzung eines anderen Präperates können von einem ursprünglichen Wirksamkeitsziel abweichen (das sollte ein guter FA bestätigen können). Ist die jeweilige KK bereit dazu, für die Konsequenzen die Haftung zu übernehmen?
Hierüber sollte mal mit der KK gesprochen werden (schriftlich festhalten, daß die KK keine Bedenken hat und für Folgen haftet).
Im Vorfeld muß deinerseits feststehen, welche Konsequenzen eine Situationsveränderungen für dich bedeuten und wie sie sich auswirken bzw. bemerkbar machen. Zeugenbeobachtungen können hier durchaus hilfreich sein.

Ein solcher Weg ist verdammt schwer. Mit etwas Glück können sich die Fragen mit der KK durch diesen Denkansatz diplomatisch lösen lassen.

Ich drücke Dir jedenfalls beide Daumen, egal welchen Weg Du einschlägst.;-)

MfG Morti

Tarif-Wechsel bei Antileptikum

mezeg, München, Montag, 29. Juli 2019, 15:13 (vor 83 Tagen) @ morti

Hallo Morti,

nach dem ersten Schreck bin ich nun sachlicher.

Es gibt eigentlich zwei verschiedene Aspekte, die sich zum Teil kreuzen

- die Zuzahlung
hatte am Anfang Hexal ohne Zuzahlung, dann mit. Wegen der Lieferschwierigkeit auf Heumann umgesetzt, zuerst ohne, und jetzt mit Zuzahlung. Aurobindo 50 mgr dagegen ohne.

Ich nahm an, die KK bestimmt selber die Zuzahlung.

Bei einem Anruf bei der KK wurde mir erklärt, daß die Zuzahlung zwischen Produzenten und Pharma-Kammer verhandelt wird. Irgendwie gegen so einer Übermacht zu kämpfen, wird man gleich gnadenlos zerrieben.

Also Zuzahlung akzeptieren

- die Verfügbarkeit
Mit dem Problem wurde ich erst Ende April konfrontiert. Hexal nicht vor Anfang Mai verfügbar, an desse Stelle Heumann - ohne Zuzahlung

Nun Heumann, verfügbar - 100 mgr wie 50 mgr - aber jetzt mit Zuzahlung. Aurobindo ohne Zuzahlung, aber nur 50mgr - 100 mgr sind nicht verfügbar.

Für mich die wichtigste Frage: Kann es sein, daß der Wirkstoff Lamotrigin - egal für welchen Produzenten, egal aus welchem Grund - langsam ausgeht? Wenn es so ist, wird ein komfortablen Vorrat den Entzug abfedern, aber irgendwann ist es vorbei.

Wenn es immer knapper wird, könnte die Zuzahlung dann natürlich teuer werden.

Dann wäre es eine grundsätzliche Umstellung unvermeidbar. Für alle, die Lamotrigin nehmen. Die Neurologen würden es aber lange vor uns erfahren und Ersatz-Möglichkeiten suchen.

Den Pflug möchte ich nicht vor den Ochsen binden sondern abwarten. Nehme 100 mgr Heumann, wie seit 3 Monaten. Die letzten 50 mgr Heumann nehme ich abwechselnd mit einer Aurobindo 50 mgr. Nehme an, daß es keine Probleme macht.

Und falls es eines Tages keine Lamotrin egal welcher Art gibt, verlasse ich mich auf meinen Neurologen.

VG

mezeg

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morti, Montag, 29. Juli 2019, 23:31 (vor 82 Tagen) @ mezeg

Hallo Mezeg,

es ist ein trauriges Spiel. Der gewünschte Wirkstoff wird in der nächsten Zeit nicht vom Markt verschwinden. Das ursprüngliche Patent dafür lief 2004/2005 aus. Somit dürfen auch andere Hersteller diesen Wirkstoff produzieren. Das hört sich doch erst einmal ganz gut an, oder?

Ich würde aber hier dem Teufel in's Auge schauen. Den Wirkstoff kann ich mit verschiedenen Methoden erzeugen. Dabei muß ich den gewünschten Wirkstoff von Nebenprodukten isolieren (kann aufwendig und teuer werden...). Darus ergibt sich die Qualität des Wirkstoffes. Diese Qualität ist nicht genau geregelt. Folge: Generika's können wirken, oder auch nicht.

Gute Neurologen machen normalerweise keinen sporadischen Wechsel. Fazit: Vereinbare mit dem Neurologen ein Kriesenmanagement, also bei unklaren Situationen deinerseits einen bedingunslosen Soforttermin. Das klingt hart, aber jede Umstellung kann mit einem Selbstversuch/Experiment verglichen werden. Ein guter Doc. sieht es auch so.

Die Sache ist so 'bescheiden'... ich wäre auch bereit zum Teilen, aber wie??? ... hab selbst nichts zu verlieren (na ja, es gibt schon etwas, was mich motiviert, sonst wäre ich ja nicht hier).


Ich wünsch Dir viel Erfolg, Morti ;-)

Tarif-Wechsel bei Antileptikum

thomas ⌂ @, Dienstag, 30. Juli 2019, 20:51 (vor 81 Tagen) @ morti

Hallo mezeg,
die bist schon lange bei uns im Forum,
bitte melde Dich doch mal bei uns direkt als Verband.
kontakt per mail über Formular hier oder alle andere Wege.
Gruß dein landesverband und epilepsie-online

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