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Medikamente und Psyche

Chaplin, Donnerstag, 25. April 2019, 17:31 (vor 52 Tagen)

Hallo ihr Lieben,

ich habe eine therapieresistente Epilepsie. Ich bin bereits operiert und seit der Op ist die Epilepsie schlimmer als vorher. Vor 5 Jahren fingen noch die Grand Mal Anfälle an und ich bin zeitweilig ständig verletzt durch das Fallen bei den Anfällen. Mein blaues Auge vom letzten Grand Mal Anfall ist gerade weg. Meine aktuellen Medikamente sind Lamotrigin, Fycompa und Vimpat.

Ich wollte mal fragen, ob ihr auch schonmal unter psychischen Veränderungen gelitten habt durch die Antiepileptika? Bei mir war das unter Topamax ganz heftig.


Liebe Grüße

Medikamente und Psyche

morti, Donnerstag, 25. April 2019, 21:57 (vor 52 Tagen) @ Chaplin

Hallo Chaplin,

die Medikation kann durchaus Auswirkungen auf die Psyche haben. Die Medi's stehen nicht grundlos im BtmG.

Was mir persönlich auffiel ist ein Abfall der Reaktionsgeschwindigkeit. Dies führt zu Mißerfolgen, welche sich psychisch ungünstig auswirken. Die Niedergeschlagenheit macht sich mit der Zeit bemerkbar. Meine momentane Umstellung scheint sich aber positiv auszuwirken.... abwarten.

Bei Dosierungsänderungen können auch halluzinogene Effekte zeigen. Damit kommt nicht jeder klar. Ich habe damit keine Probleme, da ich mich in den jungen Jahren damit auseinandergesetzt hatte (Selbstversuche) und somit gewisse eigene Vorerfahrungen habe. Die Umstellungen vom Arzt sind moderat, anderenfalls ist mit dem FA darüber zu sprechen.

Es können auch andere Probleme/Nebenwirkungen auftreten. ...hatte ich auch, bei mir (Motorik incl. schmerzhafte orthopädische Störungen ... schwer nachweisbar), was zu einer Umdosierung führte. Auch dieser Punkt wirkt sich hintergründig auf die Psyche aus...

Es ist ein ernstes Thema. Positiv ist, daß Du bereit bist, dich damit auseinanerzusetzen. Nimm kein Blatt vor dem Mund... Du kannst aus den Erfahrungen nur gewinnen. ;-)


MfG Morti

Medikamente und Psyche

podi, Donnerstag, 25. April 2019, 23:55 (vor 52 Tagen) @ Chaplin

War über 40 Jahre therapieresistenter Epileptiker, in den Jahren hab ich wirklich sehr viele verschiedene Medikamente genommen.
Dabei hab ich auch eine Menge psychische Nebenwirkungen gehabt.
Auf Zonegran hab ich mich beinahe umgebracht.
Wobei so verändert wie nach der OP vor 3 Jahren hab ich mich noch nie.
Hab keine Anfälle mehr, komm aber bis jetzt noch nicht 100% damit zurecht.

Medikamente und Psyche

Chaplin, Freitag, 26. April 2019, 15:35 (vor 51 Tagen) @ podi

Hallo,

ich bekam vor einem Jahr in der Epilepsieklinik Topamax. Daraufhin wurde ich depressiv und psychotisch. Ich lag 8 Wochen in der Psychiatrie. Außerdem litt ich unter Übelkeit, bekam Zusatznahrung und Infusionen. Ich habe in 8 Wochen viel abgenommen. Soetwas habe ich noch nie erlebt.

Liebe Grüße

Medikamente und Psyche

Green @, Sonntag, 28. April 2019, 12:38 (vor 49 Tagen) @ Chaplin

Chaplin

und nimmst du es noch das Topamax?

Lg Green

Medikamente und Psyche

Chaplin, Sonntag, 28. April 2019, 13:31 (vor 49 Tagen) @ Green

Hallo,

nein, ich nehme Topamax nicht mehr. Ich hatte unter Topamax aber auch jeden Monat einen Grand Mal Anfall. Da das Topamax mich noch psychotisch gemacht hat, musste es eh abgesetzt werden. Es war eine schlimme Zeit mit diesem Medikament.

Ich nehme jetzt Lamotrigin, Fycompa und Vimpat.

Liebe Grüße

Medikamente und Psyche

sandytimmy, Sonntag, 28. April 2019, 22:05 (vor 49 Tagen) @ podi

Zonegran habe ich auch überhaupt nicht vertragen
Ich habe dahinvegetiert. War immer von mir selbst enttäuscht und habe mich verhalten wie eine senile omi die einen Betreuer Brauch.
Ganz grässlich so schnell war ich noch nie beim Neuro und habe den Mist abgesetzt

Medikamente und Psyche

Chaplin, Montag, 29. April 2019, 17:26 (vor 48 Tagen) @ sandytimmy

Hallo Sandytimmy,

ich kenne auch Zonegran. Zonegran und Topamax waren für mich von den Nebenwirkungen her die schlimmsten Medikamente. Unter Zonegran habe ich mich oft mit meinen Eltern gestritten und war psychisch sehr verändert. Topamax hat mich richtig psychotisch gemacht.

Liebe Grüße

Medikamente und Psyche

basel, Sonntag, 05. Mai 2019, 17:23 (vor 42 Tagen) @ Chaplin

Hallo,Chaplin!

Die Antiepilepika können schon heftige Nebenwirkungen haben, weil sie täglich wichtige Nährstoffe entziehen, die in der Regel nicht wieder zugeführt werden.
In der Schweiz habe ich vor Jahren Vitamin-B-Komplex gekauft und im Beibackzettel folgendes zu gelesen: Die B-Vitamine werden entzogen bei Cemotherapie, Antiepileptikum usw. Seit dieser Zeit nehme ich täglich den Vitamin-B-Komplex und ich empfinde mehr Lebensqualität, als vorher. Außerdem ist Magnesium und Vitamin D für uns sehr wichtig.

Wünsche Dir, dass es bald besser wird. Ich hatte auch eine therapieresistente Epilepsie
und war nicht anfallfrei nach der OP.
Jetzt nehme ich ältere Medikamente - die ich früher schon erfolgreich genommen habe - und bin fast anfallfrei.

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