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Umgang für Partnerin

Litza, Samstag, 20. April 2019, 21:00 (vor 119 Tagen)

Hallo ich bin neu hier und würde gerne die Erfahrungen mit anderen austauschen.
Mein Partner hat Epilepsie.
Ich habe bis jetzt 3 Grand Mal Anfälle mitbekommen.
Ich weiss zwar wie ich mich zu verhalten habe, aber in der Situation erschrecke ich mich so, dass ich jedes mal wieder den Notarzt rufen will.

Hinterher mache ich mir selbst Vorwürfe, ob ich denn alles richtig gemacht habe.

Wir verhaltet ihr euch ? Ich würde gerne einfach mal die Erfahrungen anderer hören.

Besten Dank.

Umgang für Partnerin

sandytimmy, Samstag, 20. April 2019, 23:13 (vor 119 Tagen) @ Litza

Hallo litza
Ich bin zwar selber die erkrankte also nicht Angehörige aber was bei der Fragestellung was jmd beim Anblick des anfalls macht entscheidend ist, ist der anfallstyp z.b. ob jmd stürzt oder nicht

Ich weiß mein Mann guckt bei mir nur dass ich nichts gefährliches in der Nähe hab und dass ich nichts umschmeis falls ich mich bewege.
Sind bei mir ja komplex fokale Anfälle
Stürze ja nie , krampfe nicht und bin nach ein paar Minuten bei mir

Umgang für Partnerin

Stefi, Sonntag, 21. April 2019, 11:38 (vor 119 Tagen) @ Litza

Hallo Litza,
Ich weiß, dass mein Partner immer auf die Uhr schaut und nach spätestens 10 Minuten den Notarzt ruft.
Natürlich passt er,bzw. meine Mitarbeiter auch, darauf auf, dass ich mich bei einem Sturz verletze. (Es sollten immer die Personen von der Epilepsie wissen, mit denen du oft zusammen bist)
Ausserdem teilen sie mir später davon mit, wie oft und stark die Anfälle waren um es zu notieren. Ich selbst bekomme davon oft nichts mit, ausser etwas Verwirrung. Diese Notierungen sind später für den Neurologen / Epileptologen wichtig, um dich richtig mit Medikamenten einstellen zu können.
Gruss Stefi

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Gilraen, Sonntag, 19. Mai 2019, 23:39 (vor 90 Tagen) @ Litza

Hallo,
bin seit 16 Jahren Partnerin eines Mannes, der seit seiner Kindheit an Epilepsie leidet. Manchmal bin ich fast am Verzweifeln, denn mein Mann leidet an komplex- fokalen (therapieresistenten) Anfällen, die sich auch ab und an mal sekundär generalisieren. Nach fast jeder Medikamentenumstellung ändern sich die Anfälle, so dass es immer wieder anders zu handeln gilt. Dass die Anfälle plötzlich ohne jede Vorwarnung auftreten und an allen möglichen Orten und Situationen auftreten macht mich allmählich fertig, auch wenn sich mit der Zeit eine gewisse Handlungsroutine entwickelt hat.
In der Anfangszeit unserer Beziehung habe ich bei sekundären Generalisierungen auch ein paar Mal den Notarzt geholt, das war vollkommen überflüssig. Meist wurde mein Mann spätestens am nächsten Tag wieder entlassen und die ganze Prozedur war für ihn nur belastend. Jetzt schaue ich auf die Uhr, wie lange der Anfall dauert, und gebe meinem Mann ein Notfall- Medikament, wenn der Anfall zu lange dauert. Das ist mit der Epileptologin so abgesprochen.

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Jasmin_1998 @, Würzburg, Dienstag, 21. Mai 2019, 11:03 (vor 89 Tagen) @ Litza

Hallo,


bin auch eher die Erkrankte ;-) Aber ich kann aus Erfahrung bzw. aus Erzählungen sprechen. Meine Mutter hat die meisten Anfälle mitbekommen und hatte mir erzählt das sie darauf geachtet hat das ich mich nicht verletze. Natürlich hatte sie auch Angst und wollte ziemlich oft einen Arzt rufen. Ich war mit meinen Eltern dann bei einer Psychologin und die hat mit mir und meinen Eltern gesprochen und uns "Tips" gegeben wie man sich verhält und was man größten Notfall macht. Die Psychologin hat mir besonders gut geholfen da ich damals nicht wollte das sich alle von mir abwenden und es hat sogar geklappt.

Habe mittlerweile keine Anfälle mehr und ich hoffe das ich dir etwas helfen konnte.

Du brauchst dir keine Vorwürfe machen wenn du doch mal den Notarzt rufst wenn du Angst hast oder dir unsicher bist. Das hat meine Mutter früher auch öfters gemacht, aber es ist nichts schlimmes.

LG Jasmin

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