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Frust über Ärzte

Gudrun, Freitag, 14. September 2018, 04:40 (vor 65 Tagen)

Hallo Leute, muss mir hier mal meinen Kummer von der Seele schreiben.Ich war gestern bei meinem Neurologen mit dem ich seit x-Jahren gut aus gekommen bin. Hatte im Mai zwar zwei Anfälle hintereinander, doch war ich aus einem anderen Grund bei ihm. Der hat ihn jedoch überhaupt nicht interessiert. Letztes Jahr war ich für fünf Tage stationär in einer großen Klinik in unserer Landeshaupstadt. Dort arbeitet ein Epileptologe, der sich auf Schwindel und Gleichgewichtsstörungen spezialisiert haben soll. Gut bin ich da eben hin in der Hoffnung, dass mir dort geholfen wird. Dem war leider nicht so. Dort ist nur eine total unfreundliche Ärztin
herumgesprungen, die zwei Tage lang meine Medikamente umstellen wollte. Das wollte ich natürlich nicht. Am dritten Tag wollte ich heim. Doch sollte ich doch noch da bleiben. Also weitere drei Tage in dem Laden. Ohne Ergebnis Hab mit dem Epileptogen kein einziges Mal gesprochen. Ich habe dann erfahren, dass er nur zweimal pro Woche nur zur Visite auf die Station kommt. Am fünften Tag bin ich dann heim. Ich bin da ja freiwillig hin. Jetzt steht im Bericht, ich hätte meine Medikamente überhaupt nicht genommen. Was nicht stimmt. Im Bericht vom Mai diesen Jahres steht genau das Gleiche. Mir wurde da ein Katheter verpasst, der die ganze Zeit brannte auch wurden die Gitter hochgezogen Die Klingel war weg und ich bin nicht ans Licht gekommen. Am nächsten Morgen ging's grad weiter. Ich bin genervt wieder nach Hause. Ich hab die Anfälle am Abend. Ganz einfach ich nehme meine Medikamente nicht, dann haut's mich halt um. Als ob ich auf die Anfälle scharf wäre. Soll doch ein Arzt mal so einen Anfall haben samt Aura und dem restlichen Theater. Jetzt hab ich hier einen halben Roman geschrieben, doch geht es mir nicht viel besser. Ich denk andere von Euch hatten auch schon so Trouble. Es wird eine Weile dauern bis ich das verdaut hab. Nebenbei bemerkt, ich hab die Anfälle schon seit 45 Jahren und bin nicht von Dummsdorf. Hab mich auch schon mit der Krankheit befasst und lass mich von keinem Arzt für blöd verkaufen. Für mich sind sie keine Götter

Frust über Ärzte

mathilda @, Freitag, 14. September 2018, 08:06 (vor 65 Tagen) @ Gudrun

Hallo Gudrun,

den Frust über so einige Ärzte kann ich gut verstehen. Ich habe da auch so meine Erfahrungen... Doch das "Beste" war mal, als ich ebenfalls in der Klinik umgestellt wurde und beim Entlassungsgespräch mir der Arzt unterstellte, ich hätte versucht, illegal Rezepte zu bekommen. Ich wusste gar nicht, was er von mir wollte. Das eine Medikament kannte ich überhaupt nicht. Es war wohl ein starkes Schmerzmittel und das andere ein Benzo.
Unlogisch dazu war noch, dass ich zwei Abende vorher bei der Krankenschwester voll den Aufstand gemacht hatte, weil ich als Abendration ein Benzo nehmen sollte, was ich nicht wollte. Davon war ich extrem aufgedreht und die Wirkung hielt lange an. Und ich hatte klar gesagt, dass ich das Benzo nicht nehmen möchte und trotzdem war es in meinem Becher.
Naja, nach diesem sehr unerfreulichen Gespräch mit dem Chefarzt sagten mir andere Patienten, ich sollte mal nach meiner Krankenkarte gucken. Und tatsächlich war sie weg, gestohlen von drei unbekannten Frauen, die durch die Zimmer geschlichen sind.

Lange habe ich mich darüber geärgert, dass der Arzt mir das unterstellte und keine andere Möglichkeiten in Betracht zog.
Ich war stationär und wie soll ich da irgendwo so einfach ein Rezept bekommen?

LG

Frust über Ärzte

pegasus, Freitag, 14. September 2018, 19:30 (vor 64 Tagen) @ mathilda

Wende dioh mal an die unabhängige Patientenberatung, die können dir dabei helfen durchgesetzt zu bekommen, dass die Berichte entsprechend korrigiert werden, sofern du es möchtest (kannst du auch mit Hilfe deiner Krankenkasse versuchen).

Was das übrige angeht, dass man dich mit Katheter versorgt und keine Möglichkeit gibt dich bemerkbar zu machen, wäre auch so ein Fall für die Krankenkasse.

Und ansonsten, lasse dich von deinem Arzt nicht einschüchtern. Meiner wollte mir in Bezug auf eine Epilepsieklinik mal ähnlich kommen von wegen, es wäre zu lange her und bla bla bla ... Ich konnte allerdings keine Korrektur oder ähnliches mehr machen, daher immer wenn ich die Gefahr sehe, dass jemand Bezug auf diesen Aufenthalt nimmt, weise ich von Anfang an daraufhin, was die mir mir abgezogen hatten und das bereits im allgemeinen Fragebogen. Da ich aktuell wieder eine Epilepsieklinik aufsuche (in 2 Etappen, weil das abrupte Absetzen der Medikamente nicht funktionierte wird jetzt langsam ausgeschlichen), wurde ich dann zu dem Kommentar befragt und habe denen dann eben davon erzählt was wirklich passierte mit dem Resultat, dass diesem Bericht keine echte Aufmerksamkeit mehr schenken.

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Gudrun, Samstag, 15. September 2018, 03:15 (vor 64 Tagen) @ pegasus

Meinst du die Patientenvereinigung kann mir helfen? Mir ist das zu viel Stress. Ich hab das schon am Donnerstag gemerkt. Da hatte ich dann ein paar Auren, auf die ich nicht scharf bin. Im August
2016 hatte ich eine Anfallss
erie darauf ein Tako-Tsubo und dann einen kardiogenen Schock. Im Dezember einen sekundär generalisierte. 2017 war nichts. Erst dieses Jahr war wieder was.
Wie bereits bei Mathilda erwähnt, werde ich jetzt erst mit meinem Hausarzt reden.
Er glaubt mir nämlich, dass ich meine Medikamente nehme.

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pegasus, Montag, 17. September 2018, 11:30 (vor 62 Tagen) @ Gudrun

Frust über Ärzte

Gudrun, Montag, 17. September 2018, 22:30 (vor 61 Tagen) @ pegasus

Hallo,

ich hab heute bei der Krankenkasse angerufen und denen gesagt was gelaufen ist. Die Sachbearbeiterin war geschockt. Das Problem ist, es müssen mehr Beschwerden eingehen. Und wie viele an Epilepsie erkrankte beschweren sich? Ein kleiner Teil denk' ich. Falls ich nochmals zu dem Verein, hier in der Stadt, kommen sollte. Sei es wegen einem Anfall oder sonst was, da weiß ich jetzt schon, dass wieder was schief geht. beschwere ich mich gleich noch mal. War auch schon hier in der Unfall Chirurgie, war auch chaotisch.
Mit meinem Neurologen werde ich auch abschließen Wenn kein Vertrauen mehr da ist, kann ich's vergessen. Dann muss ich eben wieder in die Uniklinik.
Was besser wissen anbetrifft. Jetzt zu der ersten Klinik. Wenn die Ärztin mich fragt, für was ich Mylepsinum nehme, es ist ein uraltes Antikonvulsivum. Was kennt sie sich dann bei Epilepsie aus? Da dachte ich mir schon meinen Teil.
Ich war wegen Gleichgewichtsstörungen dort, wegen nichts anderem. Wer lesen kann ist klar im Vorteil. Sie haben
Demtect und Uhrentest gemacht. Natürlich habe ich jetzt kognitive Defizite. Was hat das mit dem Gleichgewicht zu tun? Ich bekam an zwei Tagen falsche Medikamente. Physio und Ergotherapie wurde auch an zwei Tagen vergessen. Das steht nicht im Bericht. Drin steht aber ich hätte eine genetische Epilepsie. Stimmt nicht. Ich hatte kurz vor Einweisung einen Grand-mal Anfall gehabt. Stimmt nicht. Ich hab den Sinn meines Krankenhausaufenthalts nicht begriffen. Naja!! Ach ja, meine Medikamente nehme ich natürlich auch nicht. Und denen soll ich dann noch die Füße küssen. Nein danke, so ein Typ bin ich nicht.
Wo ich mich selbst therapiere verstehe ich auch nicht so ganz.

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pegasus, Dienstag, 18. September 2018, 00:24 (vor 61 Tagen) @ Gudrun

Manche haben eben eine seltsame Ansicht insbesondere manche Ärzte. Mir wurde auch schon versucht vieles anzudichten von Laienärzten, aber wenn dann ein Facharzt das gelesen hatte, hatten diese nur den Kopfgeschüttelt und es korrigiert.

Eventuell, sofern eien Selbsthilfegruppe bei dir vor Ort existiert, solltest du dorthin gehen und dort einmal kunt tun, dass man sich auch beschweren kann. Wissen viele nicht (weiß ich selbst auch erst seit letztem Jahr).

Und was die Selbsttherapierung angeht, so wird man selbst in einer Epilepsieklinik dazu in gewisster Weise ermutigt, denn wenn man selbst weiß, wie es einem geht, was man bei was machen kann etc pp, dann geht es einem seelisch um einiges besser und das führt zu weniger Stress und das, sofern es Anfallsauslöser ist, zu weniger Anfällen usw usf....

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Gudrun, Dienstag, 18. September 2018, 01:08 (vor 61 Tagen) @ pegasus

Ich war früher schon in Selbsthilfegruppe. Bin dann aber raus, weil hauptsächlich Eltern mit ihren Kindern da waren. War alles schön und gut. So richtig konnte ich nichts damit anfangen.

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Gudrun, Samstag, 15. September 2018, 02:31 (vor 64 Tagen) @ mathilda

Hallo Mathilda,

mir geht es nach deiner Antwort schon viel besser. Bin ich nicht die Einzige, die Ärger mit den Herrschaften hat. Ich bin, weil ich meinen Mund nicht halte, bei den Ärzten auch schnell unten durch. So lang sie dann nicht solche Behauptungen aufstellen, können sie mir im Mondschein begegnen. Die sind eben nicht zu retten und wissen alles besser. Letztes Jahr hatte mein Krankenhausaufenthalt absolut nichts mit den Anfällen zu tun. Was stehen dann meine Blutwerte drin und all der andere Blödsinn?
Was ich mit meinem jetzigen Neurologen mache, weiß ich noch nicht. Mal hören was mein Hausarzt sagt.

Frust über Ärzte

Heidi, Samstag, 15. September 2018, 10:11 (vor 64 Tagen) @ Gudrun

Hallo Gudrun,
Ich kann Deinen Frust über die Aerzte verstehen, aber es sollte doch möglich sein ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen Arzt und Patient aufzubauen. Aerzte sind auch nur Menschem und glaube mir, sie geben ihr Bestes. Wenn man aber glaubt alles besser zu wissen und sich vieleicht selbst therapiert, dann kann der beste Arzt nichts machen. Also Vertrauen zum Arzt und Patienten ist unbedingt das beste. Ich habe es auch so gemacht und ich komme mit meinem Arzt bestens aus.
Lieber Gruss
Heidi

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mathilda @, Samstag, 15. September 2018, 12:58 (vor 64 Tagen) @ Heidi

Naja, ich denke, man muss erst den passenden und guten Neurologen finden. Bei mir hat es lange gedauert, bis ich einen hatte, dem ich volles Vertrauen schenke. Er hat nicht sozusagen seinen "Kalender abgearbeitet", sondern ist auf mich als Mensch eingegangen.
Ich habe genug Neurologen kennen gelernt, die einfach nur zB die Medikation erhöhen wollen und damit ist gut.
Und wenn man sich schon lange mit seiner Krankheit beschäftigt hat und viel weiß, kann man auch schon mal einschätzen, ob der Arzt gerade was unsinniges macht.

LG

Frust über Ärzte

Gudrun, Samstag, 15. September 2018, 16:46 (vor 63 Tagen) @ mathilda

Hallo Mathilda,

du hast vollkommen Recht. So einfach ist das alles nicht.

Viele Grüße

Frust über Ärzte

stepl, Montag, 17. September 2018, 06:18 (vor 62 Tagen) @ Heidi

Hallo,

das Problem ist auch:
Zeit ist Mangelware! – die Sprechzeit des Arztes ist begrenzt, woran wir auch nicht immer denken und sauer sind.
Sie schweifen ab! – was wir auch nicht immer bemerken. Ist es ein Problem für den Epileptologen oder Neurologen? Oder ist es besser zu einem Psychologen zu gehen?


gruss stepl

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