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Epilepsie und Jobsuche

Lena Münch, Donnerstag, 09. August 2018, 15:49 (vor 75 Tagen)

Hallo an alle Leser,
Ich bin Lena und schreibe im Moment an meiner Facharbeit für die Schule (Klasse 12).
Mein Thema ist Epilepsie und als Eigenanteil habe ich mich für das Thema Berufswahl/Jobsuche bei Epilepsie entschieden.
meine Mutter hatte als Jugendliche/junge Erwachsene einige Anfälle, allerdings sind diese Mitte 20 verschwunden und hatten bzw. haben keinen Einfluss mehr auf ihre berufliche Karriere. Nun würde ich gerne einige Erfahrungsberichte in meine Arbeit einbringen und hoffe ein paar Fragen von Epilepsiepatienten beantwortet zu bekommen, welche ihre (potentiellen) Arbeitgeber über ihre Erkrankung informiert haben (egal ob freiwillig oder aus anderen Gründen)
Ich würde gern erfahren, ob es Arbeitgeber gab, die euch aufgrund der Erkrankung abgelehnt haben, oder ob ihr das Gefühl hattet,unter mehreren Bewerbern bei der Auswahl vernachlässigt worden zu sein, auch wenn ihr für diesen Beruf gut geeignet seid?
Ich habe auch schon Berichte darüber gelesen, dass einen das Arbeitsamt o.ä. wegen der Krankheit nicht vermittelt , hat so etwas auch schon mal jemand erlebt?

Ich würde mich riesig über Antworten freuen. Auch E-Mail-Kontakt jederzeit gern ( leni.muench@gmail.com ).

Danke schon mal im voraus.

PS: ich würde Kommentare gerne Anonym in meine Arbeit aufnehmen, schreibt bitte dazu, wenn ihr das nicht möchtet.

Epilepsie und Jobsuche

pegasus, Donnerstag, 09. August 2018, 17:06 (vor 75 Tagen) @ Lena Münch

Zur Ausbildungssuche wurde ich einmal abgelehnt, weil im Ausbildungsbetrieb u.a. während der Ausbildung in einem Labor mit gefährlichen Chemikalien hätte gearbeitet werden müssen. Dass das nicht ging wegen der Epilepsie war ziemlich einleuchtend.

Auch das bloße Verwalten ist für mich nicht wirklich fremd. So musste ich erst ans andere Ende Deutschlands ziehen und dann zurückkommen, bevor die vom Amt irgendetwas versuchten oder ähnliches. So etwas wie zum Beispiel die Teilhabe am Arbeitsleben habe ich erst am anderen Ende Deutschlands kennengelernt und die Sachbearbeiter hier waren, nach dem ich wieder zurückgezogen war, nicht wirklich erfreut darüber.

Aber Sie haben sich mittlerweile damit abgefunden. Die bei der Teilhabe am Arbeitsleben geben grundsätzlich den Ton an, was möglich ist und was nicht und das Amt selbst kann nur noch in sehr eng gestecktem Rahmen etwas von mir verlangen und im Moment werde ich erst einmal in Ruhe gelassen, damit ich mich auf die dazugekommene PTBS und dessen Behandlung konzentrieren kann.

Epilepsie und Jobsuche

Lena Münch, Donnerstag, 09. August 2018, 22:12 (vor 75 Tagen) @ pegasus

Riesigen Dank, dass du deine Erfahrungen mit mir teilst. Das hilft mir sehr weiter. Ich hoffe das klingt jetzt nicht falsch, aber gute Besserung (PTBS) und gute Wünsche für die Zukunft.

Epilepsie und Jobsuche

Andre, Sonntag, 12. August 2018, 20:42 (vor 72 Tagen) @ Lena Münch

Woher kommst Du?? Bundesland usw.....
Jobsuche ist mit dieser Erkrankung obwohl sie oft sehr gut eingestellt ist bei sehr vielen Arbeitgebern schwierig.
Ursache Haftungsangst wenn was passiert uvm
Sogar Ärztliche Zeugnisse reichen oft nicht.Melde Dich mal wieder und erzähle mal was Du gehört hast und erstaunlich findest.

Epilepsie und Jobsuche

Petrus, Saarland, Dienstag, 14. August 2018, 00:43 (vor 70 Tagen) @ Lena Münch

Hallo Lena

Ich suche zwar keinen Job da ich bereits seit 38 Jahren durchgehend arbeite und Epileptiker bin, das gibt es auch
Ich leide an schlafepilepsie die wie der Name schon sagt nur Nachts und während des Schlafes Auftritt.

Bei ei Jobsuchenden brauche ich erst garnicht irgend welche Angaben zu machen da sie meine Arbeit nicht beeinträchtigen würden.
Dennoch habe ich gerade letzte Woche ein Gespräch mit der Geschäftsführung gesucht.
Warum? Ich soll nächste Woche eine Anlage in Betrieb nehmen die ich konstruiert habe. Das bedeutet für mich auf Dienstreise an einen fremden Ort das wiederum ist mit Stress verbunden und Stress kann in meinem Falle auch Anfälle verursachen.

Ich suchte also das Gespräch um mitzuteilen dass es mir momentan eher bescheiden (beschissen) geht und ich mich nicht im Stande sehe dieses Projekt in Betrieb zu nehmen um meine Argumentation zu bestärken legte ich die Karten auf den Tisch.
Manchmal muss man seinen Arbeitgeber dann doch informieren (der eine wüsste schon seit ein paar Jahren Bescheid)

Es ist mit dieser Krankheit so eine Sache wem erzähle ich davon und wem besser nicht
Ich lebe nach der Deviese, sie es jedem aber nicht allen.

Euch allen ne Anfallsfreie Zeit
Euer Petrus

Epilepsie und Jobsuche

stepl, Sonntag, 19. August 2018, 21:32 (vor 65 Tagen) @ Lena Münch

Hallo,

Ich bin in der DDR geboren. Ich habe Schlafepilepsie. Ich habe Introvertiertheit.
introvertiert als Form der geistigen Behinderung, Konzentrationsschwäche. Nicht lange dem Lehrer zuhören können. Dann fange ich an mit meinen Schulsachen zu spielen usw.

Ich hatte als Kind daran gedacht Landschaftsgärtner zu werden. Wenn's klappt, Gartenbau studieren.
Mit 14 bekam ich meinen ersten Anfall in der Badewanne.
Ich grübelte, was ich nun werden kann. Als Landschaftsgärtner muss ich ja mit Kettensägen und anderem gefährlichen Geräten arbeiten. „Frag nicht!“ mir viel keine Frage ein.
Was kann ich werden? - Frag nicht. Das blockierte meinen Kopf. Auch später keine Frage.


Jetzt in den Wechseljahren wieder.
Ich erzählte einem guten Bekannten, dass ich mir vielleicht einen Laptop anschaffen will. Später sagte er mir, dass er einen guten Bekannten hätte .....
Er fuhr mit mir zu einem kleinen Computerhändler, der Bekannte von ihm, wir sprachen darüber die Bestellung .... Wir holten ihn ab. Ich wollte noch Fragen stellen, aber es viel mir keine ein. „Willst du nicht bezahlen?“ ich stand wie versteinert da. Ich bezahlte und wir fuhren ab.

Meine Hypothese hat sich bestätigt. In der Pubertät werden wir geschlechtsreif. Daher hat vieles was in der Pubertät passiert, natürliche Ursachen. Mit den Wechseljahren hebt sich die Zeugungsfähigkeit wieder auf. Damit wiederholt sich vieles in den Wechseljahren, was uns schon in der Pubertät passiert ist.
Ich wollte den Keller aufräumen. Als entstehen die Fragen „was hebe ich auf, was schmeiße ich weg?“ Frag nicht!

„Nicht nur die anderen regen sich auf. Ich rege mich auch auf! Nicht mehr und nicht weniger als die anderen auch!“ war meine erste Selbsterkenntnis. Ich bin introvertiert, wie Piere Picasso, Albert Einstein, Charles Darwin und Karl Marx.

„Ein Kind ist noch unvollkommen!“ es ist noch in der Entwicklung, es ändert sich noch.
Manchen in der 2. Generation warf man vor: „feste Vorstellungen zu haben!“ Ich nannte darauf hin die 2. Generation „Vollkommenheit“ - Wie vollkommen sind wir?
„frag nicht!“ hängt wohl damit zusammen, sich an Aufgaben und Verpflichtungen zu halten. „warum soll ich noch bleiben. Ich gehe.“ nicht auf solche Gedanken zu kommen und einfach aufzuhören.

stepl

Epilepsie und Jobsuche

sandytimmy, Sonntag, 19. August 2018, 22:27 (vor 65 Tagen) @ Lena Münch

Ich hatte dir ja vor einiger Zeit eine email mit meiner Geschichte geschrieben.
Was mich interessieren würde wäre
1. Wie hoch ist grundsätzlich die Arbeitslosenquote unter epileptikern?
Und
2. Wie viele gehen wie ich auch bedeutend früher in Rente also in erwerbsminderungsrente?
Mir ist klar dass du das nicht wissen wirst aber vielleicht weiß es irgendwer von den anderen

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