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Ist ein Zungenbiss wirklich so typisch für Epilepsie?

Candela, Dienstag, 10. Oktober 2017, 18:09 (vor 11 Tagen)

Hallo, liebe Community,

Vorweg: ich habe vor 2 Jahren mal die Diagnose Epilepsie (generalisiert) bekommen.
Kurze Zeit später suchte ich einen Neurologen auf, der gleichzeitig auch Psychiater ist. Da ich ihm von Ängsten und Depressionen berichtete und das EEG unauffällig war, stellte er stattdessen die Diagnose "Panikstörung". Er verschrieb mir Mirtazapin, das ich aber nach ein paar Monaten absetzte, weil ich dadurch regelrecht Fressattacken bekam und mich ständig etwas benommen fühlte. Ich bin zu dem Arzt auch nicht mehr hingegangen, weil er mir unsympathisch war.

Seit einigen Wochen stehe ich beruflich unter Dauerstress. Der Stress ist psychischer Natur, da mein Chef mich fertig macht und rausekeln will. Ich bin zur Zeit krankgeschrieben.

Vor ca. 3 Wochen habe ich wieder angefangen, mir nachts im Schlaf verstärkt in die Zunge zu beißen. Es ist immer am seitlichen Zungenrand. Oft beiße ich mir in dieselbe Stelle, die jetzt gar nicht richtig heilt. Neben einem tiefen Zahnabdruck ist ein kleiner Wulst zu sehen, wo es wahrscheinlich leicht geblutet hat. An manchen Tagen ist das sehr schmerzhaft beim Essen oder Trinken von warmen Getränken.
Teilweise fühle ich mich den ganzen Tag etwas abgeschlagen, habe aber keine Kopfschmerzen, nur zweimal hatte ich Schmerzen in den Waden.

Kann man sich auch bei großem psychischen Stress oder einer Panikstörung im Schlaf in die Zunge beißen?

Mein Hausarzt sagte, dass es eher ein Zeichen für einen epileptischen Anfall ist, wenn man beim Verletzen der Zunge nicht wach wird.

Wie stark ist bei euch ein Zungenbiss? Blutet es dann stark?
Bei mir scheint es kaum geblutet zu haben.

Liebe Grüße,
Candela

Ist ein Zungenbiss wirklich so typisch für Epilepsie?

pegasus, Dienstag, 10. Oktober 2017, 21:56 (vor 11 Tagen) @ Candela

Es gibt dafür keine Skala, ist immer unterschiedlich.

So beiße ich mir ab und zu mal nur leicht auf die Zunge und mal so heftig, wie du es beschreibst und manchesmal kaue ich während ich schlafe auch auf der Zunge herum.

Wenn du Sicherheit über die Diagnose haben möchtest, gehe in eine Epilepsieklinik.

Fehlerquote dort ca 5%, laut einer wo ich demnächst hingehe.

Ist ein Zungenbiss wirklich so typisch für Epilepsie?

Candela, Dienstag, 10. Oktober 2017, 22:48 (vor 11 Tagen) @ pegasus

Hallo pegasus,

danke für deine Antwort.

Ist denn bei dir geklärt, ob es sich um epileptische Anfälle handelt, wenn du dir nur leicht in die Zunge beißt? Oder ist das bei dir auch eher psychisch bedingt, so wie ich es oft bei mir vermute?

Ich dachte immer, dass Zungenbisse bei Epilepsie meistens heftig ausfallen, da man sich bei den Anfällen ja stark verkrampft.

Ich würde die Diagnose gern mal in einer Epilepsieklinik überprüfen lassen. Es wird nur nicht leicht für mich, eine Überweisung zu bekommen, da ich bei keinem Neurologen in Behandlung bin.

Liebe Grüße,
Candela

Ist ein Zungenbiss wirklich so typisch für Epilepsie?

pegasus, Dienstag, 10. Oktober 2017, 22:52 (vor 11 Tagen) @ Candela

Unterschiedlich ist das bei mir ....


Du musst bedenken, dass sich die Zunge auch bewegen kann und je nach dem wie es mit einem Anfall zusammenkommt, kann der Zungenbiss heftiger sein oder eben auch nicht. Ebenfalls ist die Dauer und die entsprechende Verkrampfung des Kiefers zu berücksichtigen und die daraus resultierende Kraft zu berücksichtigen etc pp.

Also pauschale Aussagen kann man da nicht treffen.

Ist ein Zungenbiss wirklich so typisch für Epilepsie?

chrissie @, Mittwoch, 11. Oktober 2017, 17:38 (vor 10 Tagen) @ Candela

Hallo Candela,
wenn du in ein Epilepsie-Zentrum bzw eine Epi-Klinik möchtest, wirst du für die Überweisung einen niedergelassenen Neurologen brauchen, zumindest für die erste Überweisung.
Der Hausarzt hätte dir sowieso beim Verdacht auf Epilepsie eine Überweisung zum Neurologen geben müssen, ich finde das etwas verantwortungslos.
Das Problem, das du jetzt beim niedergelassenen Neurologen hast, ist die Wartezeit.
Vielleicht kann dein Hausarzt oder deine Krankenkasse dir dabei helfen.

Ist ein Zungenbiss wirklich so typisch für Epilepsie?

mezeg, München, Mittwoch, 11. Oktober 2017, 08:52 (vor 10 Tagen) @ Candela

hallo Candela,

Die Hausärztin wollte meine nächtlichen Beschwerden (im naßen Bett aufwachen, ungewohnte Abgeschlagenheit am darauf folgenden Ta) nicht ernstnehmen, ich soll einfach abends weniger trinken - Weil ich nicht mehr "tau-frisch" bin??.

Den kurz danach nächtlichen Zungenbiß habe ich als Zahnproblem gewertet und nicht darüber gesprochen. Daß Epilepsie angeworben und nicht nur angeboren ist, wußte ich nicht *.

Erst als ich sechs Monate später ein anderes Rezept abholte und mich in der Nacht gebissen hatte, reagierte sie fast in Panik "Epilepsie! Sofort zum Neurologen!". Sie war auch sehr erstaunt, daß es doch von einem Meningeom provoziert wurde - man lernt nie aus!(Ihr Kommentar...)


Der EEG war immer unauffällig, erst vor kurzem, 6 Jahren nach OP liegt ein "Potential" .

Heißt gar nicht, daß es bei Dir so ist. Vielleicht provoziert der Stress als Warnsignal "so etwas wie einen GM-Anfall".

Laß es bei "Ober-Spezialisten" klären! Dann weiß Du Bescheid, anstatt Dich in der Dunkelheit weiter zu tasten

mezeg

* Ich bin nicht ganz blöd und gut informiert. Ein Großvater war Psychologe und Neuro-Psychiater. Zugegeben damals - bin 70 - über Epilepsie wurde nie gesprochen.

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