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Wie soll ich mich verhalten?

n_tascha, Samstag, 09. September 2017, 21:55 (vor 42 Tagen)

Hallo an alle,

ich bin neu hier und hoffe, in diesem Forum etwas "Hilfe" zu bekommen.
Also ich bin 19 Jahre alt. Im Juni diesen Jahres passierte folgende Situation:
Ich habe tagsüber kaum etwas gegessen und bin danach ins Solarium gegangen. Unter der Sonnenbank war ich schon ziemlch fertig und habe extreem geschwitzt. Nachdem ich aufgestanden bin und mich anziehen wollte, wurde mir plötzlich total übel und schwindelig. Ich habe schon gemerkt dass ich sehr wahrscheinlich gleich ohnmächtig werde. Bin schnell aus der Kabine und raus zu meinem Freund ins Auto, der dort auf mich gewartet hat. Hab dort ein paar Sekunden gesessen und dann mein Bewusstsein verloren und eingenässt. Ich habe wohl auch leichte Krampfartige bewegungen gemacht. Als ich wach war, wusste ich sofort wo ich war, was passiert ist etc. Auch im Krankenwagen war ich sehr locker und es ging mir relativ schnell wieder ziemlich gut. Da ich dann auf einem Freitag Abend ins KH gekommen bin, wurden natürlich am Wochenende keine Tests mehr gemacht. Es hieß aber bereits vom Arzt, dass er von einer vegetativen Synkope ausgeht. Am Montag wurde dann einiges gemacht. EEG, MRT, Ultraschall der Schläfen und des Halses, Testen meines Sehnerves. Alles komplett unauffällig. Die Assistenzärzte haben dann(gegen den Willen des Oberartzes, was ich leider zu spät erfuhr) ein Schlafentzugs-EEG angeordnet. Ich habe dieses dann, eher unfreiwillig, gemacht und dort leider gekrampft. Bei der Nachbesprechung mit dem Oberarzt hieß es dann, dass er das so nicht wollte. Er meinte es war eindeutig (durch Schilderung meinerseits und meines Freundes) eine vegetative Synkope und er könnte auch nochmal eine Darmspiegelung mit mir machen und würde evtl. etwas finden, aber aus dem Grund bin ich nicht hergekommen. Er meinte ich kann auf eine medikamentöse Behandlung verzichten und ich darf auch noch in die Disko gehen etc. ich sollte nur genügend schlafen. Ich war auch davor oft genug in Discos unterwegs und habe da auch nicht unbedingt lang geschlafen und es ist nie etwas auffälliges gewesen. Es gab auch noch keine Anzeichen für Absencen oder ähnliches. Das Problem ist, dass ich leider psychisch sowieso sehr angeschlagen bin und mir seitdem sehr Sorgen mache und Panikattacken bekomme. Ich traue mich auch nicht mehr in die Disko zu gehen oder ähnliches... Es ist also genau das aufgetreten was der OA verhindern wollte... Gibt es vielleicht jemanden der mir einen Rat geben kann oder ähnliches erlebt hat ?
Ich wäre sehr dankbar.

Wie soll ich mich verhalten?

mezeg, München, Montag, 11. September 2017, 08:40 (vor 40 Tagen) @ n_tascha

Hallo,

bei zuviel Belastung, Streß, Schlafmangel, Hektik etc. kann doch eine unangenehme Reaktion erfolgen. Soviel ich weiß in der einen oder anderen Art. Heiß doch nicht unbedingt Epilepsie.

Eine Untersuchung beim Neurologen - vielleicht eben im "normalen" Stand - ist bestimmt viel gezielter als in der Notaufnahme dazu am Wochenende. Schreib zuerst alles auf, um es nicht zu vergessen und auch es zuzuordnen.

Also ruhig Blut und allzu stressige Situationen meiden.

mezeg

P.S. Was hat "Darmspiegelung" mit Epilepsie zu tun??? Ich muß alle fünf Jahre hin aber wegen familiärer Belastung und einmal ein kleines "Problem", das abgeschnipst wurde.

Wie soll ich mich verhalten?

n_tascha, Montag, 11. September 2017, 12:12 (vor 40 Tagen) @ mezeg

Hallo!
Also was ich vielleicht noch dazu sagen muss ist, dass ich vor dem Schlafentzugs EEG sehr Panik hatte, eben weil ich Angst vor der Diagnose Epilepsie hatte. Kann es also sein dass ich dann deshalb unter Stress stand ? Mir ist halt dann sehr übel und schwindelig geworden, weiß ja nicht wie sich diese "Grand Mal" Anfälle anfühlen? Wie gesagt es ist nie was passiert. Ein normales EEG bei einer Neurologin wurde bei mir schonmal gemacht, da ich unter Migräne leide. Und wie gesagt auch im KH wurde zusätzlich ein normales EEG gemacht, alles ohne Befund.

Zu der Darmspiegelung: eben gerade weil das damit der Epilepsie nichts zu tun hat, hat er das ja gesagt. Er meinte es bestand nie der Verdacht auf Epilepsie, weil meine Ohnmacht eindeutig eine ganz normale Synkope war und hat deshalb nicht verstanden, warum nach den Untersuchungen die ohne Befund waren, ein Schlafentzug angeordnet wurde.

Also brauch ich mir wohl keine Sorgen machen und kann wahrscheinlich auch wieder so wie vorher normal weiterleben!?
Danke für deine Antwort

Wie soll ich mich verhalten?

pegasus, Montag, 11. September 2017, 14:38 (vor 40 Tagen) @ n_tascha

Ein einmaliger Anfall bedeutet jedoch nicht, dass man sein ganzes Leben lang unter Anfällen leiden wird. Immerhin erleiden etwa zehn Prozent der Bevölkerung mindestens einmal in ihrem Leben einen einmaligen epileptischen Anfall.

http://www.dkv.com/gesundheit-kinder-epilepsi-beschreibung-12380.html

Das was beim Schlafentzug stattgefunden hat, kann daher auch nicht wirklich als Epilepsie gedeutet werden, denn dafür ist das zu dicht beieinander vom Zeitraum her und kann da hat sich dein Körper vom ersten Mal sehr wahrscheinlich noch nicht erholt haben.

Wenn du in ein paar Wochen oder Monaten nochmals umkippel solltest, suche dir einen auf Epilepsie spezialisierten Neurologen (Epileptologen), vorher macht das keinen Sinn, denn der Oberarzt hat im Moment schon recht. Synkope erst einmal ... nicht mehr und nicht weniger.

Wie soll ich mich verhalten?

n_tascha, Dienstag, 12. September 2017, 12:22 (vor 39 Tagen) @ pegasus

Danke für die Antworten erstmal!

Ich beobachte seit ein paar Tagen, dass meine Lider wenn ich sie schließe so komisch wackeln.. mal mehr und mal weniger. Manchmal glaub ich auch, dass das eine Lid auch im geöffneten Zustand so wackelt. Aber manchmal fast den ganzen Tag... hab wie gesagt ja auch Stress, also vielleicht steigere ich mich da auch rein, aber muss ich da jetzt doch Angst haben dass das ein Zeichen von Epilepsie ist?

Liebe Grüße

Wie soll ich mich verhalten?

lyrella, Dienstag, 12. September 2017, 14:10 (vor 39 Tagen) @ n_tascha

Hallo n_tascha :)

Das mit den Lidern habe ich auch machmal, das sie zittern wenn ich die Augen geschlossen habe... was das ist kann ich nicht sagen, aber ich denke das es innere Unruhe oder Nervosität ist...

Wie soll ich mich verhalten?

Susi, Samstag, 16. September 2017, 12:33 (vor 35 Tagen) @ lyrella

Hallo,
Ich glaube du machst dir selber viel zu viel Stress.
Ein Oberarzt hat einfach mehr Erfahrung als ein Assistenzarzt. Wenn er eine vegetative Synkope diagnostiziert hat, kannst du davon ausgehen, dass dies auch stimmt.
Bei einem wirklichen Verdacht hätte man dich sicher zumindest eine Nacht im Krankenhaus behalten.
Wenn du dir wirklich so unsicher bist, bzw. es dich so belastet, solltest du tatsächlich einen Termin bei einem erfahrenen Neurologen machen. Er kann dir mit Sicherheit Gewissheit geben.

Liebe Grüße

Wie soll ich mich verhalten?

n_tascha, Samstag, 16. September 2017, 19:06 (vor 35 Tagen) @ Susi

Hallo Susi!
Ja das glaube ich auch... ich glaube auch dass das eindeutig eine Synkope war, was da passiert ist. Das Problem ist nur das Provokations EEG (24 std. Keinen Schlaf, dann hyperventilieren, schlafen und dann flackerlicht) und da würde mir halt echt komisch und mein Arzt meinte halt dass ich Anfallsgefährdet bin, aber ich mir keine Sorgen machen muss und erstmal keine Medikamente bräuchte. Und danach hatte ich halt Panikattacken, ich würde den Tag als ich entlassen wurde abends wieder ins Krankenhaus gebracht weil ich so Panik hatte... und genau sowas wollte der Arzt halt verhindern.... ich bin wie gesagt schon so oft lange in der Disco gewesen etc .... es ist nie *klopf auf holz* was gewesen... aber dieses EEG hat mich irgendwie durcheinander gebracht :-( auch wenn ich dem Arzt vertraue :-(

Wie soll ich mich verhalten?

Andre, Samstag, 16. September 2017, 22:42 (vor 35 Tagen) @ n_tascha

Epilepsie wirst du warscheinlch nicht haben.Achte auf 8stündigen Schlaf,lebe dein Leben und mache Dich nicht verrückt.
Epilepsie ist eine Erkrankung die jeder Mensch jeder Zeit bekommen kann
Alles Gute

Gruß Andre aus NRW

Wie soll ich mich verhalten?

stepl, Sonntag, 24. September 2017, 10:08 (vor 27 Tagen) @ Andre

Hallo

"Die Synkope kann verwechselt werden mit Bewusstseinsstörungen neurologischer (Krampfanfall) oder psychogener Ursache sowie Stoffwechselentgleisungen (z. B. Unterzuckerung). Die verschiedenen Ursachen machen meist eine breite Diagnostik nötig. Die Therapie richtet sich nach der Ursache" - Wikipedia

einzelne epileptische Anfälle kommen öfters vor. Auch durch die modernere Medizin erkennt immer mehr, bei Unfällen und anderem, dass es zu Anfällen kommt.

Damit hast du noch kein Epilepsiesyndrom.


Du lebst länger, wenn du mehr deinen Schlaf-Wach-Rhythmus einhältst.

gruss stepl

Wie soll ich mich verhalten?

sandra79, Mittwoch, 11. Oktober 2017, 17:15 (vor 10 Tagen) @ n_tascha

Hallo n_tascha und natürlich alle anderen ;-)

also, wo fange ich da am bessten einmal an...

1. ich habe seit über 20 Jahren Epilepsie und bin trotzdem in Discos gegangen, hab auch Alk (in Maßen) getrunken etc.

2. Warum die Assitenzärzte eine EEG mit Schlafentzug angeordnet haben ist mir echt schleierhaft... aber sowas gibt es halt oft. Mir hat ganz am Anfang meiner Epi ein Assitenzarzt gesagt, ich dürfte keine Kinder bekommen, die wären dann alle behindert :-( Heute weiß ich es natürlich besser.

3. Klammere dich für´s Erste einfach mal ein die Diagnose von dem OA, dass es keine Epilepsie ist. Ich würde vorschlagen, dass du vielleicht noch einmal eine zweite Meinung von einem anderen Arzt/Krankenhaus einholst.

4. Epilepsie ist einfach eine Krankheit. Du musst auf wenig verzichten, kannst sogar Kinder etc. haben. Lass dich bitte nicht verrückt machen.

LG
Sandra

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