Levetiracetam=Wut
Andy, Dienstag, 31. Juli 2012, 11:41 (vor 298 Tagen)
Nach länger Einnahme (2 Jahre) von Levetiracetam hat mein Sohn (23 Jahre) schlimme Wutanfälle.
Wer hat Erfahrungen damit?
Andy
Levetiracetam=Wut
huge88
, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Dienstag, 31. Juli 2012, 12:30 (vor 298 Tagen) @ Andy
Ich persönlich hatte damit dahingehend keine Probleme.
Wieso stellst Du gerade den Bezug zu dem Medikament her? Was könnte es denn noch für Ursachen geben? Hat er sich schon einmal deshalb in Behandlung inklusive zugehöriger Untersuchung begeben?
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Das ist der Weisheit letzter Schluss:
Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben,
Der täglich sie erobern muss.
Johann Wolfgang Goethe - Faust, der Tragödie zweiter Teil
Levetiracetam=Wut
Andy, Dienstag, 31. Juli 2012, 13:23 (vor 298 Tagen) @ huge88
Den Bezug zum Medikament hat der Neurologe hergestellt. Wir sind dabei die Medikation zu senken, haben aber Angst, dass er dadurch nach 9 Monaten wieder Krämpfe haben könnte. Die Anfälle werden immer schlimmer und wir haben Angst, das er sich dabei selbst verletzen könnte.
Levetiracetam=Wut
huge88
, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Dienstag, 31. Juli 2012, 15:23 (vor 298 Tagen) @ Andy
Was für eine Epilepsieform bzw. Anfälle hat er denn und seit wann? Werden die Medikamente nur verringert oder wird er auf ein anderes umgestellt?
Wart Ihr schon einmal bei einem Epileptologen in z.B. einer Epilepsieambulanz oder nur beim Neurologen?
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Levetiracetam=Wut
Andy, Dienstag, 31. Juli 2012, 16:45 (vor 297 Tagen) @ huge88
Unser Sohn hatte durch einen Unfall Hirnverletzungen und hat seitdem erst Epilepsie.
Er hat mit Orfiril angefangen und wurde 2010 auf Keppra (ist ja gleicher Wirkstoff)umgestellt. Seit Oktober 2011 hatte er keine Krämpfe mehr. Wir sind seit 2 Wochen dabei die Abenddosis zu verringern, danach eventl. noch morgens. Sollte das nichts bringen müssen wir umstellen. Wir wissen nur nicht auf was und würden das gern Stationär machen lassen. Wir versuchen auch über einen Psychtherapeut Linderung zu finden, wissen aber nicht ob unser Sohn überhaupt mit ihm sprechen würde.
Erster Termin findet erst noch statt.
Vielleicht kannst du damit mehr anfangen?
Andy
Levetiracetam=Wut
huge88
, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Dienstag, 31. Juli 2012, 21:22 (vor 297 Tagen) @ Andy
Und was sagt Euer Sohn dazu, dass er zur Psychotherapie gehen soll - so wie ich das lese, ging da ja die Initiative von Euch aus?
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Levetiracetam=Wut
Andy, Mittwoch, 01. August 2012, 11:47 (vor 297 Tagen) @ huge88
Wie schon gesagt, er hatte ein schweres Schädel-Hirntrauma. Er hat wieder sprechen, essen gelernt. Auch körperlich ist er auf einem sehr guten Weg (kann schon wieder kurzzeitig an Gehhilfen laufen usw.) Er hat auch sein Wissen wieder hervorgekramt.
Er muß jedoch noch sehr viel wieder lernen. Noch äußert er sehr selten Wünsche.
Im Moment treffen wir noch die Entscheidungen für ihn (wir hoffen in seinem Sinne).
Wir haben ihm erklärt das die Psychotherapeutin mit ihm sprechen wird und ihm vielleicht helfen kann. Wir wissen eben nicht weiter und denken einen Versuch ist es wert. Zu seinen Therapeuten ist er immer nett und freundlich. Am meisten leiden seine Schwester, die Oma und wir als Eltern darunter. Sehr schlimm wird es auch wenn Kinder laut sind.
Levetiracetam=Wut
huge88
, Großraum Nürnberg/Fürth/Erlangen, Mittwoch, 01. August 2012, 15:48 (vor 297 Tagen) @ Andy
bearbeitet von huge88, Mittwoch, 01. August 2012, 15:56
Wurde auch schon einmal in jüngerer Zeit abgeklärt, ob die Verletzungen in seinem Hirn z.B. eine fehlerhafte Regulierung der Hormone zur Folge haben? Beides kann Anfälle und extreme Stimmungsschwankungen auslösen und teilweise ursächlich behandelt werden.
EDIT:
Und noch eine weitere Frage, weil ich weiter unten gerade gelesen habe, wie schnell da ein Wechsel seiner Laune erfolgt und wie weggetreten er bei diesen "Wutanfällen" ist. Habt ihr einmal einen solchen Ausbruch aufgezeichnet bzw. ihn danach einmal darauf angesprochen, an was er sich davon noch erinnern kann? Mir kommt nur gerade der Gedanke, dass schwere Gehirnverletzungen oder posttraumatische Belastungsstörungen, die durch einen schweren Unfall hervorgerufen werden können, auch zur Bildung von dissoziativen Identitätsstörungen beitragen können. Wurde so etwas schon einmal in Betracht gezogen?
Vielleicht wäre ja eine allgemeine psychologische Grunduntersuchung dann nützlicher, als gleich eine Psychotherapie, auch wenn eine Ärztin, die sowas macht, sicherlich qualifiziert genug ist, einzuschätzen, ob das Problem einer Person vielleicht wo anders liegen könnte.
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Levetiracetam=Wut
Andy, Donnerstag, 02. August 2012, 10:39 (vor 296 Tagen) @ huge88
Das mit der Grunduntersuchung ist eine gute Idee. Wir werden uns in jedem Fall drum kümmern. Das müßte uns die Psychologin ja eigentlich raten! Mal sehen.
Aber so was aufzuzeichnen ist gar nicht so einfach, weil aus dem Nichts.
Hinterher tut es ihm immer leid. Wenn ich ihn frage was ihn stört, hat er keine Antwort. Wir versuchen die Situation hinterher ohne ihn zu überdenken. Was war los? Was haben wir falsch gemacht usw. Bisher ist z.B. bei der Oma die blanke Anwesenheit der Auslöser. Kann ich sie aber rausschmeißen? Vielleicht ist eine Medikamentenumstellung wirklich der beste Weg?
Levetiracetam=Wut
web, Dienstag, 31. Juli 2012, 22:02 (vor 297 Tagen) @ Andy
Hallo Andy ,
Orfiril (valproinsäure) und Levetiracetam sind nicht die gleichen Wirkstoffe. Aber ich kenne diese NW allerdings nicht so heftig.
Levetiracetam=Wut
Andy, Mittwoch, 01. August 2012, 11:51 (vor 297 Tagen) @ web
ich meinte Keppra und Levetiracetam sind gleich. Mit Orfiril hatte er keine Wutausbrüche, aber Krämpfe. Die Epilepsie ist mit Keppra bzw. Levetiracetam gut behandelt. Jedoch die Wutanfälle werden immer öfter und extremer. Er schlägt dabei auch mit voller Kraft gegen Gegenstände, Wände, Türen usw. Wir haben Angst er könnte sich selbst verletzen. Was von beiden sollte man eher in Kauf nehmen?
Levetiracetam=Wut
Sanne72, Dienstag, 31. Juli 2012, 14:09 (vor 298 Tagen) @ Andy
Hi!
Also ich nehm die Tabletten jetzt knapp 4 Wochen
und merke jetzt schon das ich schnell auf 180 bin
und auch recht ungeduldig!
Wut würde ich jetzt nicht sagen aber eben schnell gereizt!
LG
Sanne
Levetiracetam=Wut
Xandri
, Niedersachsen, Dienstag, 31. Juli 2012, 18:12 (vor 297 Tagen) @ Andy
Wut ist es bei mir nicht gerade, aber pure Ungeduld.
Ich nehme die Tabletten nun 3 Wochen (werde von Oxcarbazepin zu Levetiracetam umgestellt), war schon durch Oxc. schon seeeeehr schnell gereizt.
Nun ist es ein bisschen mehr geworden.
Sobald unten Türen knallen oder meine Eltern von einem Raum in den anderen gehen und ich ständig (2 mal) Türen höre, bin ich total sauer und rufe nach unten, ob das nicht auch leiser ginge?!!!!
Das ist nur ein Beispiel,.. all solche Sachen regen mich dermaßen auf.
Wie äußert sich die Wut, wenn ich fragen darf?!
Levetiracetam=Wut
Andy, Mittwoch, 01. August 2012, 12:00 (vor 297 Tagen) @ Xandri
Ohne Vorzeichen oder dergleichen. Er fängt an zu schimpfen (Halt die Schn.., usw.)
Wird dabei immer lauter und agressiver. Er schlägt gegen Wände, Türen und alles was in der Nähe ist. Er fährt (Rollstuhl) dann in sein Zimmer, knallt sämtliche Türen zu (mehrmals) und kommt dann nach ein paar Minuten wieder runter. Wir lassen ihn in Ruhe und sprechen ihn auch nicht an, weil wir den Eindruck haben, er nimmt uns garnicht wahr bzw. regt ihn Ansprechen noch mehr auf. Es hat ganz kurz angefangen und dauert mittlerweile immer länger. Es kann schonmal über mehrere Mintuen gehen.
Einen direkten Auslöser haben wir noch nicht ausmachen können und du kannst mir glauben, wir denken sehr viel darüber nach. Vielleicht kann uns doch jemand was raten.
Levetiracetam=Wut
beatmeup, Mittwoch, 01. August 2012, 23:11 (vor 296 Tagen) @ Andy
bearbeitet von beatmeup, Donnerstag, 02. August 2012, 00:09
wenn es mir schlecht geht, bin ich auch schnell auf 180. auf gewisser weise versteh ich deinen sohn. das wohlgemeinte zb "wie gehts dir ?" "wie fühlst du dich ?" kann schnell zur "beleidigung" werden, besonders wenn es von mutter, vater oder familie kommt, da es gewichtiger, emotionaler ist, als wenn irgendjemand einen das fragt.
er sitzt noch im rollstuhl, ist eigentlich was anderes gewohnt, hat vielleicht sport getrieben, ging schwimmen im sommer, ging auf partys, hatte hobbys ... und dann kommt zb die frage "wie gehts dir ?" da würd ich auch nen ausraster kriegen, weil die antwort so simpel ist ... "scheisse,wie tickt ihr idioten eigentlich" ... nicht persönlich gemeint...
als ich mir während eines "anfalls" den kiefer brach, konnte ich zu weihnachten nur kartoffelpüree essen, während alle anderen über die gans herfielen. hätte mich jemand gefragt wie es mir geht, hätte ich ein fenster eingetreten und das nur weil die frage so stupide gewesen wär.
imho liegt das nicht am medikament, das ich selber auch nehme und nachweislich psychlogisch gesund bin, sondern an der art wie mit einem umgegangen wird. fürsorge und mitleid sind in der temporären zeit und darüber hinaus nur gift.
Levetiracetam=Wut
Andy, Montag, 06. August 2012, 11:57 (vor 292 Tagen) @ beatmeup
Du hast vollkommen Recht! Aber leider ist unser Sohn noch auf uns angewiesen.
Wie gesagt hat er schon viel wieder gelernt, muß aber trotzdem noch versorgt werden. Es wird immer leichter!
Blöde Fragen kommen schon hin und wieder, viele wissen sowieso nicht wie sie mit ihm umgehen sollen. Wir sind ja ständig dabei das ganze auszuwerten und zu analysieren. Vielleicht sollten wir mehr auf Freiräume achten. Ich möchte auch nicht ständig von der Oma bemuttert werden. Wir versuchen jetzt ihr beizubringen
(sehr schwer, da die Oma über 80 ist) ihn einfach in Ruhe zu lassen. Am Wochenende gings etwas besser. Man konnte ihn verbal während eines Ausbruchs wieder runterholen. Vorher war ansprechen während eines Anfalls unmöglich.
Und das mit seiner Schwester ist wahrscheinlich doch so, dass er eigentlich der große Bruder ist und sie beschützen müßte - nicht umgedreht. Sehr schwer!
Levetiracetam=Wut
beatmeup, Montag, 06. August 2012, 23:34 (vor 291 Tagen) @ Andy
stell dir mal vor, wenn du plötzlich auf andere angewiesen wärst. ich kenne es zwar nicht in dem ausmaß, aber alles was man in der pubertät tat um sich zu finden, seinen charakter zu bilden, sich unabhängig zu fühlen, von den eltern zu lösen, scheint einfach pfutsch zu sein. man ist wieder abhängig, wie ein kleinkind.
imho solltet ihr euren sohn in "ruhe" lassen, sich selber wieder finden lassen ohne hinweise und nicht "belächeln".
Levetiracetam=Wut
Andy, Dienstag, 07. August 2012, 15:28 (vor 291 Tagen) @ beatmeup
Oh, wir belächeln ihn nicht. Im Gegenteil nehmen wir ihn sehr ernst. Wir bringen ihn manchmal zu seinen Freunden und holen ihn wieder ab. Da wird er auch nicht wie ein Kind behandelt. Sie gehen von anfang an (auch schon im Koma) mit ihm um, als wäre nichts. Das tut ihm gut! Auch bei uns zu Hause geht es eher entspannt zu. Deshalb tun uns diese Wutanfälle auch selbst weh. Wir wurden ihm so gern helfen und wissen nicht wie.
Heute waren wir beim Psychologen. Das Gespräch wurde allein mit ihm geführt. Sie sagt, es wäre gut gewesen und will weitermachen. Er hat ihr gegenüber gemeint, es gibt Sachen, welche er mit uns nicht besprechen will. Ist ja schon mal gut. Vielleicht kann sie ihm doch etwas gutes gun, wenn sie ihm zuhört und eventl. Tipps gibt. Das er nicht glücklich ist über seine Lage ist klar. Aber er freut sich auch über jeden kleinen Fortschritt und ist stolz darauf. Kann er auch!
Levetiracetam=Wut
beatmeup, Donnerstag, 09. August 2012, 01:29 (vor 289 Tagen) @ Andy
das mit dem "belächeln" wollte ich damit nicht ausdrücken, sorry wenn es so empfunden wurde.
hinter dem gesagten bzw "wutausbrüche", gibts meistens unbewußte symboliken der "anderen",etwas was man bei ähnlichen situationen nie erlebt hat, gestik, tonfall, mimik oder emotionenen nur als stichwörter. ... und das kann einen irritieren bes. bei familienmitgliedern.
Levetiracetam=Wut
anonym, Donnerstag, 02. August 2012, 21:35 (vor 295 Tagen) @ Andy
Hallo Andy,
ich war anch ca. 2 Jahren sehr agressiv geworde (gegenüber anderen und meiner eigenen Person, Ich nehme das MEDI glüclicher Wiese nicht mehr.
Gruß
Corinna
Levetiracetam=Wut
Andy, Montag, 06. August 2012, 11:30 (vor 292 Tagen) @ anonym
Auf was hast du umgestellt?
Hast du dich in einer Klinik neu einstellen lassen? Wenn ja, was kannst du empfehlen?
Levetiracetam=Wut
19Heike72, Mittwoch, 08. August 2012, 21:35 (vor 289 Tagen) @ Andy
Hallo,
meine Tochter nimmt Keppra und Lamotrigin.Sie ist auch sehr schnell auf 180.(3Monate Psychiatrische Klinik) wir dachten da eher an ein psychisches Problem,da sie die Wut nicht alleine runter fahren kann.Evtl soll eie Therapie helfen.Schließlich ist sie durch die kombi der Medis fast anfallsfrei.
Gruß
Heike