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Partnerprobleme nach Anfall

Jürgen K. @, Sonntag, 26. Februar 2006, 16:17 (vor 5152 Tagen)

Hallo,

ich hatte vor ca. 10 Jahren den 1.GrandMal-Anfall. In den letzten 4 Jahren hatte ich insgesamt jeweils 1 Gelegenheitsanfall, immer so in den Wintermonaten. Ich wurde schon in der Neurologie komplett auf den Kopf gestellt, EEG,CRT,Schlafentzug-EEG - alles ohne Befund. Ich bin also gesund. Habe ich mir gedacht und so meine Tabletteneinnahme etwas sorglos gehandhabt. Folge, wieder ein kleiner Anfall im November 2005. Jetzt nehme ich Orfiril Long 600mg morgens und 1000 abends. So weit so gut, Werte in Ordnung - keine Nebenwirkungen. Nun aber zu meinem/unserem Problem: Seit meinen letzten beiden Fällen kann meine Frau (sie ist 38 ich bin41 2 Kinder)nicht mehr ohne Angst einschlafen, sie kontrolliert ständig meine Gestik und meinen Schlaf und überhaupt alles an mir. Sie ist nicht wirklich bereit Hilfe von einem Psychologen anzunehmen und wir können sehr schlecht über dieses Thema reden. Am liebsten würde sie mich zu meinen Eltern schicken zum Schlafen. Wie kann ich sie überzeugen Hilfe anzunehmen, ich habe mir die Krankheit ja nicht ausgesucht? Irgendwann checken unsere Kinder (7+9) auch die Probleme. Vielleicht hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und könnte sich mit mir austauschen.

Viele Grüße
Jürgen

Re: Partnerprobleme nach Anfall

BiMaJu @, Montag, 27. Februar 2006, 15:04 (vor 5151 Tagen) @ Jürgen K.

[zitat=Jürgen K.]Hallo,

ich hatte vor ca. 10 Jahren den 1.GrandMal-Anfall. In den letzten 4 Jahren hatte ich insgesamt jeweils 1 Gelegenheitsanfall, immer so in den Wintermonaten. Ich wurde schon in der Neurologie komplett auf den Kopf gestellt, EEG,CRT,Schlafentzug-EEG - alles ohne Befund. Ich bin also gesund. Habe ich mir gedacht und so meine Tabletteneinnahme etwas sorglos gehandhabt. Folge, wieder ein kleiner Anfall im November 2005. Jetzt nehme ich Orfiril Long 600mg morgens und 1000 abends. So weit so gut, Werte in Ordnung - keine Nebenwirkungen. Nun aber zu meinem/unserem Problem: Seit meinen letzten beiden Fällen kann meine Frau (sie ist 38 ich bin41 2 Kinder)nicht mehr ohne Angst einschlafen, sie kontrolliert ständig meine Gestik und meinen Schlaf und überhaupt alles an mir. Sie ist nicht wirklich bereit Hilfe von einem Psychologen anzunehmen und wir können sehr schlecht über dieses Thema reden. Am liebsten würde sie mich zu meinen Eltern schicken zum Schlafen. Wie kann ich sie überzeugen Hilfe anzunehmen, ich habe mir die Krankheit ja nicht ausgesucht? Irgendwann checken unsere Kinder (7+9) auch die Probleme. Vielleicht hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht und könnte sich mit mir austauschen.

Viele Grüße
Jürgen[/zitat]


Hi Jürgen,
ich glaube das Deine Frau Ihre Angst, die sie die ganzen Jahre hatte, jetzt herraus kommt. Vielleicht hat sie Ihre Angst ünterdrückt und kam "jetzt erst" zum vorschein. Fackt ist: Ihr müßt miteinander reden oder einen Psychologen zu rate ziehen der Euch hilft. Anders geht das nicht. Sonst ist das vermeintliche nicht mehr weit!?


Grüße BiMaJu

Re: Partnerprobleme nach Anfall

Elke @, Montag, 27. Februar 2006, 18:29 (vor 5151 Tagen) @ Jürgen K.

Hallo Jürgen, ich hatte dir heute morgen schon mal geschrieben, aber irgendwie ist mein Beitrag abhanden gekommen. Also auf ein neues.

Mein Mann ist seit 8 Jahren Epileptiker und ich glaube nicht, daß ich mich je daran gewöhnen werde. Ich schlafe nachts sehr schlecht weil ich unter Strom stehe, auf jedes Geräusch reagiere und immer denke 'gleich geht's wieder los'. Ich versuche, meinen Mann damit nicht zu belasten, er kann ja auch nix dafür.

Aber er hat nichts dagegen wenn ich mir ab und zu eine Auszeit gönne und mal eine Nacht auf der Couch schlafe. Hab zwar ein schlechtes Gewissen, als würde ich ihn im Stich lassen, aber ich muß ja auch mal meine Batterien aufladen.

Ich denke bei Epilepsie in einer Partnerschaft ist nicht nur einer der Patient, sondern der andere hat unweigerlich ein posttraumatisches Streßsyndrom, das immer neu "gefüttert" wird - nach jedem neuen Anfall. Jeder braucht das Verständnis des anderen.

Beruhigt es deine Frau nicht, daß du nur ca. 1 Anfall im Jahr hast und das zu einer bestimmten Jahreszeit? Mein Mann hat viele im Jahr und ich weiß nie wann es wieder so weit ist.

Vor gar nicht langer Zeit war ein ähnlicher Beitrag im Forum, ich finde ihn leider nicht mehr. Aber eure Problematik ist nicht ungewöhnlich. Ihr werdet schon euren Weg finden.

Alles gute, Elke

Re: Partnerprobleme nach Anfall

Lysch @, Freitag, 03. März 2006, 18:42 (vor 5146 Tagen) @ Jürgen K.

Hallo Jürgen, ich kann Dir hier nur als Mutter antworten. Mein Sohn, jetzt 17 Jahre, hatte vor 3 Jahren seinen ersten Anfall. Auch er hat "nur" 1-2 Anfälle im Jahr, immer genau im Abstand von einem halben Jahr. Es belastet mir sehr, ich muss immer daran denken. Ich kann Deine Frau gut verstehen, Dich aber auch. Wichtig ist wirklich, dass ihr evtl. eine Paartherapie macht... Schade dass sie das nicht in Anspruch nehmen will.
Ich hoffe, Ihr schafft es..... das Leben ist wirklich ein Kampf, mit dieser Krankheit ein doppelter lieben Gruß, Lysch

[zitat=Elke]Hallo Jürgen, ich hatte dir heute morgen schon mal geschrieben, aber irgendwie ist mein Beitrag abhanden gekommen. Also auf ein neues.

Mein Mann ist seit 8 Jahren Epileptiker und ich glaube nicht, daß ich mich je daran gewöhnen werde. Ich schlafe nachts sehr schlecht weil ich unter Strom stehe, auf jedes Geräusch reagiere und immer denke 'gleich geht's wieder los'. Ich versuche, meinen Mann damit nicht zu belasten, er kann ja auch nix dafür.

Aber er hat nichts dagegen wenn ich mir ab und zu eine Auszeit gönne und mal eine Nacht auf der Couch schlafe. Hab zwar ein schlechtes Gewissen, als würde ich ihn im Stich lassen, aber ich muß ja auch mal meine Batterien aufladen.

Ich denke bei Epilepsie in einer Partnerschaft ist nicht nur einer der Patient, sondern der andere hat unweigerlich ein posttraumatisches Streßsyndrom, das immer neu "gefüttert" wird - nach jedem neuen Anfall. Jeder braucht das Verständnis des anderen.

Beruhigt es deine Frau nicht, daß du nur ca. 1 Anfall im Jahr hast und das zu einer bestimmten Jahreszeit? Mein Mann hat viele im Jahr und ich weiß nie wann es wieder so weit ist.

Vor gar nicht langer Zeit war ein ähnlicher Beitrag im Forum, ich finde ihn leider nicht mehr. Aber eure Problematik ist nicht ungewöhnlich. Ihr werdet schon euren Weg finden.

Alles gute, Elke

[/zitat]

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