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Janz-Syndrom nach Unfall?

Sabine @, Donnerstag, 23. Februar 2006, 13:37 (vor 4991 Tagen)

Hallo,
meine Tochter (15) hatte vor drei Jahren einen schweren Unfall. U.a. erlitt sie ein Schädelhirntraum. Ein Jahr später stellten sich die ersten epileptischen Anfälle ein. Nun wurden Gutachten zur Schmerzensgeldklärung erstellt. Dabei kam heraus, dass mein Tochter das "Janz-Syndrom" hätte. Anscheinend sei diese Form der Epilepsie vererblich - hat bei uns in den Familien aber niemand und noch niemals jemand gehabt. Kann mir irgendjemand sagen, was dioe Ursachen sind???

Re: Janz-Syndrom nach Unfall?

Ane @, Freitag, 24. Februar 2006, 10:28 (vor 4990 Tagen) @ Sabine

Hallo Sabine,

ich habe seit kurzem nach einem Klinikaufenthalt mit Videoscreening und Langheiteeg die gleiche Diagnose bekommen. Zum Thema Vertrauen in Diagnosen - meine Anfälle trage ich seit über 9 Jahren mit mir herum. Bisher war ich laut Ärzten, auch Neurologen nur depressiv und habe zuwenig geschlafen, alles psychisch... ect. deswegen die Anfälle, bekam dann mal diverse Antidepressiva usw. Mit diesen Erfahrungen habe ich natürlich eine andere Einstellung zu Diagnosen gewonnen, wie ich sie früher hatte. In meiner Familie selbst gibt es niemanden mit Epilepsie, außer meinem Opa, aber er hatte sich im Krieg eine schwere Kopfverletzung zugezogen, woraufhin man dann damals seine Anfälle zurückführte.

Im letzten Gespräch mit meinem Neurologen sprach ich ihn darauf an, wie sicher er sich eigentlich selbst ist, bzw. auch hinsichtlich des EEG ist, dass es sich nicht vielleicht doch um eine andere Epilepsieform handelt, bzw. eine andere Erkrankung dahintersteckt. Hier war er (meiner Meinung nach zumindest) auch ehrlich, an Epilepsie selbst sei zwar nicht zu rütteln, Janz vermutet er bezüglich den Fakten (Alter, bestimmte Anzeichen im EEG, vor allem das Alter spielt bei der Bestimmung eine größere Rolle, wie ich gedacht habe...) mehr oder weniger gesagt, er hat auch (nur) überwiegende Gründe für seine Diagnose. Da Lamictal nicht nur bei generalisierten Anfällen hilft, sondern weitläufiger, haben wir hier in meinem Fall nicht groß weitergesprochen. Mehr kann ich dazu deshalb nicht sagen.

Ein Beispiel noch, ich selbst habe nun von jemanden mit einer anderen (generalisierten) Diagnose gehört, dass nun doch fokale Anfälle vorliegen würden. Das hat man plötzlich nach Jahren bei der EEGKontrolle festgestellt und wäre auch nicht so selten. Das ganze wird nun wohl auch wieder im Moment ganz neu aufgerollt. Ich möchte euch natürlich nicht Hoffnung machen, durch Beispiele (....ich habe gehört.....ect.) mal kurz gefasst halte ich eine zweite Meinung von einem Neurologen, spezialisiert auf Epileptologie in eurem Fall für sehr sinnvoll. Ich vermute, über die Ursachenforschung wirst du nicht weiterkommen, diese sind so vielfältig und letzlich nicht zu definieren. Vielleicht habt ihr ja die Möglichkeit, über ein Langzeiteeg die Anfälle deiner Tochter nochmals zu definieren.

Das was du schreibst, stimmt schon, Janz ist genetisch, die Disposition vererblich und gehört zu den generalisierten Epilepsien.

Viel Glück - Ane

Re: Re: Janz-Syndrom nach Unfall?

Sabine @, Dienstag, 28. Februar 2006, 09:25 (vor 4986 Tagen) @ Ane

Hallo Ane,

ganz herzlichen Dank für Deine Antwort!!
Du hast erklärt, dass Du auch Depressionen hast. Daran leidet meine Tochter auch. Das ging bis zu einem Suizidversuch.... Ich finde es wahnsinnig schwierig zu differenzieren was denn nun von der Krankheit kommt und was psychische Probleme sind. Behandelt wird sie in beide Richtungen. Auch mit Antidepressivum, Beruhigungsmittel und Orfiril natürlich. Die Ursachenklärung möchte ich schon deshalb, weil sie ja später vielleicht auch mal Kinder will. Sie trägt das ja dann weiter..
Wie groß ist denn die Chance auf Heilung? Darf ich Dich fragen wie alt Du bist? Was ist mit Führerschein und Beruf?
Liebe Grüße
Sabine

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