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psychogene Anfälle und Medis absetzen

Sina @, Montag, 20. Februar 2006, 17:39 (vor 5039 Tagen)

Hi!Bei mir wurde jetzt "festgestellt" das meine anfälle größtenteils "dissoziativ" oder "psychogen" also psychisch bedingt sind.. hab allerdings letztes jahr noch ziemliche auffälligkeiten im EEG gehabt und einen grad-mal. obwohl alle jetztigen untersuchungen darauf hindeuten das ich doch nichts körperliches habe will ich doch gerne noch absicherungen. wisst ihr welche untersuchungen da klarheiten bringen können? provokationstests? Naja.. momentan hab ich erhebliche schwierigkeiten durch das langsame runterfahren der medis(keppra). schlägt ziemlich auf die Psyche (Depressionen, teilweise richtige Panikattacken etc.) auch wenn ich während der Zeit in der ich's genommen hab sehr gut damit klargekommen bis.. (also mit keppra). wenn jetzt festgestellt wird das es rein psychisch bedingt ist- welche behandlungsmethoden gibt es dann? welche faktoren außerdem momentanem stress - können anfälle auslösen? kann das auch durch "verdrängtes" oder traumata geschehen?

Re: psychogene Anfälle und Medis absetzen

gamma @, Montag, 20. Februar 2006, 17:52 (vor 5039 Tagen) @ Sina

Hallo Sina,
das ist interessant, weil ich das bei mir auch ganz stark befürchte, aber meine letzte Neurologin meinte, sowas gebe es nicht...
bei meinem neuen Neurologen habe ich nächste Woche einen Termin.

ich peile deswegen eine begleitende Verhaltens/Psychotherapie an, aber kein Arzt hier weiß was speziell darüber. `Psychogene Anfälle` habe ich bisher nur im Internet gefunden... Wie fundiert sind die ???? Oder sind die Ärzte hier die ich befragt habe etwas veraltet ??????
Gruß
Gamma

Re: Re: psychogene Anfälle und Medis absetzen

Dirk @, Montag, 20. Februar 2006, 21:31 (vor 5038 Tagen) @ Sina

Hallo Sina

Jedenfalls sollte man alle Ursachen wie Diabetes oder auch Herzkrankheiten ausschließen. Übrigens sind epileptische und psychogene Anfälle häufig gemischt und treten gemeinsam auf. Bei mir hieß es auch psychogene Anfälle doch als ich denen meinen Waffenschein unter die Nase hielt war das ganze hinfällig. Auch die Diagnose Epilepsie war falsch. Herausgestellt hat sich das ganze als Synkopen wegen einer Herzerkrankung. Daher sollte man alle Ursachen in Betracht ziehen da vieles irrtümlicherweise für einen Anfall gehalten wird. Am besten weitere Fachleute hinzuziehen.

Grüße Dirk

Re: psychogene Anfälle und Medis absetzen

Fred @, Mittwoch, 22. Februar 2006, 18:18 (vor 5037 Tagen) @ Sina

Hallo, eine nicht ganz kurze aber interessante Info:

Was sind nicht-epileptische Anfälle?

Nicht-epileptische Anfälle sind Anfälle ohne epileptische Ursache, das heisst, ihnen liegt keine abnorme Entladung von Nervenzellen des Gehirns zugrunde.


Benennung und Einordnung nicht-epileptischer Anfälle
Nicht-epileptische Anfälle sind aber ebenso Ausdruck einer Krankheit wie epilepti-sche Anfälle, und die eine Form ist nicht schwerer oder echter als die andere. Oft sehen sie sehr ähnlich aus und werden miteinander verwechselt. Da epileptische Anfälle vielen Ärzten geläufiger sind als nicht-epileptische Anfälle, werden nicht-epileptische Anfälle häufiger für epileptische Störungen gehalten umgekehrt. Eine Hauptgruppe nicht-epileptischer Anfälle sind die sogenannten psychogenen oder Pseudo-Anfälle, die manchmal auch als hysterische Anfälle und bei einem wiederhol-ten Auftreten als Hystero-Epilepsie bezeichnet werden.

Pseudoanfälle?
Eine Benennung als Pseudoanfälle ist irreführend und falsch, weil es sich selbstver-ständlich um echte Anfälle handelt, nur nicht um epileptische. Häufig wird Menschen mit psychogenen Anfällen vorgeworfen, sie bildeten sich diese nur ein oder würden fälschlicherweise vorgeben, krank zu sein, obwohl sie tatsächlich genau wüssten, dass sie gesund sind. Oft überträgt sich diese Sichtweise auf die Betroffenen selbst, was dann dazu führen kann, dass sie selbst sich schliesslich sogar Vorwürfe wegen ihrer Krankheit machen. Leider begegnet man bei vielen Menschen und auch Ärzten immer noch geringschätzigen Äusserungen, die psychogene Anfälle als böswilliges und zu verurteilendes Fehlverhalten einstufen, auf das am besten mit Bestrafung re-agiert wird. Dies ist aber nur sehr selten gerechtfertigt. In aller Regel sind psychoge-ne Anfälle unbewusste, nicht der willkürlichen Kontrolle durch die Betroffenen unter-liegende Störungen, die genauso als Krankheitszeichen zu werten sind wie ein Ma-gengeschwür oder hoher Blutdruck. Gelegentlich werden psychogene Anfälle aber auch bewusst vorgetäuscht oder simuliert, um bei Eltern, Partnern, Ärzten oder sons-tigen Bezugspersonen ein bestimmtes Verhalten oder Ziel zu erreichen beziehungs-weise durchzusetzen.

Psychosomatische und somatoforme Störungen
Psychogene Anfälle sind eine seelische Störung, die sich mit körperlichen Aus-drucksformen bemerkbar macht. Dies ist beispielsweise auch bei einem Wutanfall mit Herumtoben und Schreien so, nur dass sich alle Beteiligten dabei über die Ursache im Klaren sind und das körperliche Verhalten nicht an eine Krankheit erinnert. Bei einem psychogenen Anfall liegt die Ursache zunächst oft im Dunkeln und die Störung kann wie ein epileptischer Anfall aussehen.

Psychogene Anfälle sind keine sogenannte psychosomatische Krankheit,
bei der seelische Störungen zu körperlichen Krankheitszeichen (wie einem Magen-geschwür oder Asthmaanfall) führen. Sie gehören zur Gruppe der sogenannten so-matoformen Störungen, bei denen es bei körperlich gesunden Menschen durch see-lische Belastungen zu Beschwerden und Krankheitszeichen kommt, die wie körperli-che Krankheiten aussehen. Ein anderer Fachausdruck für solche Beschwerden ist Konversionsstörung. Konversion kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Um-wandeln. Bei den entsprechenden Störungen handelt es sich um eine Umwandlung seelischer Konflikte in körperliche Ausdrucksformen. Neurologen sehen viele Men-schen mit somatoformen Störungen, die zum Beispiel das Sehen, Gehen oder die Sprache betreffen können. Andere Beispiele sind ein Erröten in Stress-Situationen oder Lampenfieber vor Auftritten in der Öffentlichkeit. Die Störungen werden dabei von den Betroffenen aber ebenso wie bei psychogenen Anfällen nicht vorgetäuscht, sondern sind wirklich vorhanden.

Ursachen psychogener Anfälle
Ein psychogener Anfall hat seelische bzw. psychische Ursachen, und ein epilepti-scher Anfall hat körperliche oder organische Ursachen; entsprechend ist ein psycho-gener Anfall im Gegensatz zu einem epileptischen Anfall eine seelische und keine körperliche Störung. Die Ursachen psychogener Anfälle bestehen meist in schweren seelischen Belastungen in der Kindheit und Jugend, die den Betroffenen teilweise nicht bewusst oder erinnerlich sind. Eine Auslösung ist auch bei epileptischen Anfäl-len durch seelische Belastungen möglich und erlaubt keine Unterscheidung.
Psychogene Anfälle treten am häufigsten bei jungen Erwachsenen auf, wobei Frauen etwa dreimal so oft betroffen sind wie Männer.
Es gibt aber durchaus auch psychogene Anfälle bei Kindern und Jugendlichen sowie älteren Menschen. Psychogene Anfälle bei Kindern unterscheiden sich hauptsächlich in den Auslösemechanismen von denjenigen bei Erwachsenen, daneben scheint es auch häufiger zu einer vergleichsweise raschen Rückbildung zu kommen. Oft lässt sich ein besonders belastendes Erlebnis herausfinden, das zum Auftreten der Anfälle geführt hat. Dies kann in körperlichem oder sexuellem Missbrauch in der Kindheit, einer Trennung oder dem Tod eines nahen Angehörigen oder sonstigen belastenden Ereignissen oder Veränderungen bestehen. In der Regel sind diese Erlebnisse nicht offensichtlich oder einfach zu erfragen, sondern müssen durch Psychiater, Psycho-therapeuten oder Psychologen herausgearbeitet werden. Häufig zeigt sich dann, dass diese Ereignisse bei den Betroffenen auch für andere Störungen wie Ängstlich-keit oder Niedergeschlagenheit verantwortlich sind. Ein Vorteil von psychogenen An-fällen gegenüber anderen psychogenen Störungen besteht darin, dass ihre psychi-sche Ursache durch eine EEG-Aufzeichnung im Anfall weitgehend zweifelsfrei nach-gewiesen werden kann.

Unterscheidung psychogener und epileptischer Anfälle
Allein vom äusseren Ablauf her kann es sehr schwer sein, psychogene und epilepti-sche Anfälle voneinander zu unterscheiden. Auch bei einem psychogenen Anfall kann es wie bei einem Grand-mal-Anfall zu einem Hinstürzen und Krampfen bezie-hungsweise Zucken an Armen und Beinen kommen. Ähnlich wie bei anderen Formen epileptischer Anfälle sind auch Störungen möglich, bei denen die Betroffenen vor sich hinstarren und nicht richtig ansprechbar sind. Erfahrene Fachleute können zwar schon aufgrund der Beschwerdeschilderung und körperlichen Untersuchung erste Hinweise auf psychogene Anfälle haben, wie bei epileptischen Anfällen sind aber weitere Untersuchungen zur Sicherung der Diagnose und zum Ausschluss anderer Ursachen erforderlich. Dabei besteht ein Problem darin, dass einige Menschen so-wohl epileptische als auch psychogene Anfälle haben. Ausserdem versagen viele Untersuchungen und Tests auch bei einem Verdacht auf epileptische Anfälle, und ein normales EEG schliesst beispielsweise genauso wenig epileptische Anfälle aus wie es psychogene Anfälle beweist.

Re: Re: psychogene Anfälle und Medis absetzen

Bianca20 @, Donnerstag, 23. Februar 2006, 15:35 (vor 5036 Tagen) @ Sina

Hallo zusammen,

das ist echt wahnsinn was ich jetzt hier gelesen habe. Ich bin nämlich auch im Moment auf "ursachenforschung" Ich war auch vor kurzem im Krankenhaus und es wurden angebliche epileptische Anfälle bei mir festgestellt. Allerdings hatte ich von Anfang an das Gefühl,dass das auf mich nicht zutrifft.

Gut auf den EEGs waren Spikes zu sehen. Nur bei jedem Anfall ging ein Schmerz bzw Angst voraus und da ich ein sehr sensibler und auch emotionaler Mensch bin denke ich einfach dass es bei mir psychische Hintergründe hat. Letzte Woche war ich beim Neurologen,der mir genau die gleichen Vermutungen bestätigt hat. Er denkt,dass es sich bei mir um etwas Emotionales handelt. Denn die EEGs waren jetzt sehr unauffälig, was aber auch daran liegen könnte, dass ich eben schon Orfiril eingenommen habe. Das Problem bei der Sache ist, dass man jettz einfach abwarten muss bzw. weiß ich nicht was ich tun soll. Es steht nun mal Aussage gegen Aussage. Das Krankenhaus sagt: Epileptische Anfälle, der Neurologe sagt: keine! Jetzt habe ich mir einen Termin bei einem anderen Neurologen geben lassen, um herauszufinden, was mir dieser sagen kann.

Denn dieses hin und her kann einen ziemlich fertig machen. Wenn man nich weiß was mit einem los ist. Ich darf natürlich weiterhin erstmal kein Auto fahren und muss auch die Tabletten weiter nehmen.
Ich hatte auch schon überlegt, vielleicht in eine Spezialklinik zu gehen, aber ich hab überhaupt keine Ahnun wie das von statten geht??!!

Kann man den solche Anfälle provozieren aussre mit diesem Discolicht?

freu mich über antwort..

lg
bibi

Re: Re: Re: psychogene Anfälle und Medis absetzen

Sina @, Samstag, 25. Februar 2006, 14:44 (vor 5034 Tagen) @ Sina

Also die infos über psychogene Anfälle hatte ich auch schon gefunden- trotzdem danke ;)

Bin ja froh das ich damit nicht so alleine dastehe. ich bin auch ziemlich sensibel und so und hatte in den letzten jahren auch nicht wenig stress, aber trotzdem wundert es mich das meine EEGS am anfang so oft auffällig waren und jetzt sind sie's auf einmal nur noch ein wenig (ich mein- ich nehm ja auch Medikamente, aber meine Ärztin sagt das tut nichts zur Sache).. Ich bin vollkommen verwirrt- und gehe jetzt einfach beide Wege. Gehe nochmal stationär in eine Spezialklinik um wirklich alles noch mal abzuklären auf der körperlichen Ebene und bemühe mich um einen Therapieplatz. Wenn ich mit die Beschreibung von "dissoziativen Anfällen" bzw. einer "dissoziativen Störung" (hört sich ja noch grausamer an...) die man bei mir vermutet durchlese, dann passt das schon alles, aber eine dritte meinung kann auch nicht schaden... die kurzen eegs zeigen alle sharp-waves und das langzeit eeg aufeinmal nur ein bisschen- im mrt sieht man auch fast nicht- ich bin wirklich verunsichert.. außerdem stellt es sich mehr un mehr als gar nicht so einfach raus "beide wege " zu gehen, weil psychologen natürlich vorher ausgeschlossen haben wollen das es körperlich bedingt es und die ärzte schnell alles aufs psychische schieben wenn sie keine ursache finden (für sharp-waves zum beispiel..)

ich weiß gar nicht mehr.

wenn jemand sich noch weiter drüber austauschen will: ich freu mich über jede email!

Re: Re: Re: Re: psychogene Anfälle und Medis absetzen

Bianca20 @, Montag, 27. Februar 2006, 15:06 (vor 5032 Tagen) @ Sina

Hallo Sina,

ich kann mir sehr gut vorstellen, wie dich diese Situation verwirrt.Denn ich bin in genau der Gleichen.
Wie geht das denn von statten wenn man in eine Spezialklinik gehen möchte?Inwiefern übernimmt das die Krankenkasse?Denn darüber hab ich mir auch schon Gedanken gemacht und ich finde das einen sehr guten Schritt. Denn schließlich geht es hierbei um die eigene Gesundheit und damit sollte man nicht so sorglos umgehen.

Ich hab auch erst im Mai wieder einen Neurologentermin.Das ist echt das Letzte noch nicht einmal wenn es wirlich dringend ist, können die einem einen früheren Termin geben, die sind völlig ausgebucht bei mir in der Umgebung teilweise wollen sie gar keine Patienten mehr aufnehmen.

Ich weiß leider gar nicht worum es sich bei mir handelt. mein Hausarzt meinte jetzt sogar zu mir es könne sein,dass ich in 8 Wochen gar keine Tabletten mehr nehmen brauch..!die wissen gar nicht was sie einem damit antun. Erst bekommt man den Stempel:"Epilepsie" aufgedrückt und dann: "wir wissen net so genau was das war" ...super! Man ist ziemlich ausgeliefert..:-(

Wie geht es dir denn im Moment? Gibt es was Neues?

lg
bibi

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