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Erstanfall Auslöser unbekannt und Meinung zu einer Klinik

Paulina S, Mittwoch, 11. September 2019, 11:52 (vor 11 Tagen)

Hallo ihr lieben,

ich hatte am 12.07.2019 laut Arzt einen epileptischen Anfall daheim. Dazu hätte ich ein paar fragen und würde mich freuen, wenn ihr mir diese beantworten könntet. Ich bin 21 Jahre alt (falls das wichtig sein könnte, bin mir da nicht sicher:-D).

Meiner Meinung nach wurde mein Erstanfall (hatte auch bis jetzt keinen mehr) durch erheblichen Stress und einen Sturz auf den Hinterkopf getriggert.
Ich habe zwei Wochen davor meine Ausbildung abgeschlossen die nicht grade rosig verlaufen ist und war gerade seit 2 Wochen bei meinem neuen Arbeitgeber angestellt.

Zum Ablauf:
Ich hatte einen ganz normalen Arbeitstag, keine Probleme, hab mich nicht unwohl gefühlt. Bin wie immer nach Hause gefahren und habe in meinem Zimmer, wie ich es so oft getan habe die Beine auf den Schreibtisch gelegt, mal ausnahmsweise Chips gegessen und an meinem PC mit meinen Kopfhörern ein Youtube video geschaut. Ich erinnere mich noch, dass ich nach meinem auf dem Boden rechts von mir stehenden Sprudel gegriffen habe. Dann weiß ich nix mehr.

Meiner Meinung nach habe ich durch die Art und Weise wie ich mit meinen Beinen auf dem Tisch gelegen habe(mit den Kniekehlen auf der Kante) auf dem Stuh taube Beine bekommen, wie mir das schon ein paar mal passiert ist, Übergewicht bekommen und vom Stuhl gefallen. Zu meinem Leidwesen auf meinen Tisch der hinter mir stand, mit dem Hinterkopf. Glücklicherweise wohne ich noch bei meinen Eltern, die den Sturz gehört und sofort hochgekommen sind.

Sie haben mir erzählt, der schwere Schreibtischstuhl habe auf mir gelegen und ich mit abgeknicktem Kopf in der Ecke.
(Dazu muss man wissen, war der Platz den ich in dieser Ecke hatte sehr begrenzt. Ich habe mir dabei vermutlich zusätzlich die Halsschlagader abgeklemmt und einen Atemaussetzer gehabt. Ich hätte leicht zuckend unter dem Stuhl gelegen.
Meine Eltern (natürlich total unter Schock, weil sie nicht wussten was los ist) haben den Stuhl von mir genommen und versucht mich anzusprechen. Habe die Augen wohl auch nach hinten gedreht und war eine Zeit lang nicht ansprechbar.

Mein Vater hat mich in die stabile Seitenlage gelegt und geschaut ob meine Atemwege frei sind, da ich die Chips die ich noch im Mund hatte .... auf meine Schulter ausgespuckt hatte.
Sie haben den Notarzt gerufen und der hat mich ins nahegelegene Krankenhaus gebracht.
Ich weiß aus meinem Zimmer einige Fetzen vom Eintreffen des Notarztes und wieder richtig da war ich im Notarztwagen.
Habe natürlich erstmal gar keine Ahnung gehabt was los ist.

Mir ist nur aufgefallen, dass sich meine Waden angefühlt haben als wäre ich stundenlang Fahrrad gefahren und meine Zunge tat höllisch weh. Die habe ich mir wohl ziemlich zerbissen durch den Aufprall und den Anfall.
Im Krankenhaus habe ich ein CT gemacht bekommen und wurde dann dort zur Beobachtung dort einquattiert. Ich habe dann Montags ein EEG gemacht bekommen und bei diesem hätte man leichte Ausschläge gesehen. Das Schlafenzugs-EEG das sie mir gemacht haben danach, ist auf einmal (durch technische Schwierigkeiten) verschwunden.

Als ich wieder entlassen wurde wollte ich einen Neurologen aufsuchen als Zweitmeinung. Der bei dem ich einen Termin hatte war, asl ich vor Ort war dann natürlich im Urlaub. Ich musste deshalb mit seiner Vertretung vorlieb nehmen. Dieser Arzt war so ziemlich der unsensibelste Arzt den ich je kennenlernen durfte.

Man hat mir ein EEG gemacht und er erzählte mir genau wie das Krankenhaus das gleiche. Wollte aber vorher, nichts zu meinem Unfall wissen. Nicht wie es abgelaufen ist, was es ausgelöst haben könnte und als meine Mutter die mich ja mit meinem Vater zusammen gefunden hatte erzählen wollte wie es passiert ist, wollte er sie aus dem Zimmer werfen.

Er meinte "scheinbar ist ihre Tochter im Gegensatz zu ihnen vernünftig. Ich möchte ihr sagen wie sie jetzt welche Medikamente einnehmen soll, also gehen sie raus." Meine Mutter ist natürlich nicht rausgegangen. Er meinte nur es wäre wahrscheinlich eine "genetische Mutation" da niemand in meiner Verwandtschaft je einen Anfall oder Epilepsie hatte.

Seitdem nehme ich Lamotrigin und bin seit letzter Woche auf der Enddosis von 100mg morgens und 100mg abends.
Wenn ich aus der Probezeit meiner Arbeit raus bin, will ich nach Bonn in die Epilepsie-Klinik fahren und mich dort "richtig" durchcheccken lassen.

Man hat mich einfach direkt als Epileptiker eingestuft. 1 Jahr kein Autofahren und blöden Nebenwirkungen. Mein Bruder meint "wie kannst du Nebenwirkungen spüren, bei einer Kopfwehtablette spührt man ja auch nix". Da meinte ich, dass ein Antiepileptika kein Spaß ist.:-(

Findet ihr meine Idee von der Bonner Klinik gut und hat schon jemand Erfahrung damit?
Welche Kriterien müssen erfüllt sein um wirklich Epilepsie zu haben? Gibt es bestimmte Dinge außer schwimmen etc die ich nicht machen darf?

Vielen Dank fürs Zuhören.

LG Paulina


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