Epilepsie Online Logos

Vielen Dank eDiagnose Epilepsie bekommen! Wie damit umgehen?

morti, Sonntag, 28. Juli 2019, 01:27 (vor 84 Tagen) @ Ahorn

Hi Ahron,

Deine Beschreibung ist ja sehr umfangreich und ein Zeichen der Kommunikationsbereitschaft. Das ist ein sehr gutes Zeichen, sozusagen ein erster konstruktiver Schritt. Kurze Aussetzer haben ihre Tücken im Alltag. Auch ich hatte 2 Verkehrsunfälle (Ursache: unklar) und darf kein Fahrzeug mehr führen, da die Anfälle (unabhängig von der Form) bei mir unkontrollierbar sind.

Weil bei mir auch noch eine auslösende Erkrankung eine Rolle spielt, wurde mir eine Erwerbsunfähigkeit zugesprochen.

Egal. Für das Führen eines Fahrzeuges bist Du eine 'geschäftsfähige Person' und hast für alle Folgen zu Haften. Für den einfachen PKW-Führerschen ist eine einjährige Anfallsfreiheit UND die Zustimmung deines Neurologen relevant. Halte dich einfach daran.

Was den Arbeitsplatz betrifft. Ich selbst hatte die Verantwortung über Menschenleben und war dementsprechend für mich konsequent. Prüfe deine Sachlage.

Das Autofahren hatten wir ja besprochen, aber es gibt ja auch andere Aspekte, die das Leben bestimmen. Es gibt im Netz auch Seiten, bei denen für Epileptiker Sportarten nach Risiken bewertet werden. Sie sind ein erster Ansatz. Bsp. Schwimmen wird als mittleres Risiko angesehen... jetzt kommt das große ABER: Ich gehe schwimmen (in Begleitung und nicht in offenen Gewässern & ich habe oft Vorzeichen für einen sich anbahnenden Anfall, d.h. bei geringsten Anzeichen fällt das Schwimmen aus). Hier bin ich für mich konsequent.

Ich war selbst im KEH. Erwarte keinen Luxus. Hier sind Fakten gefragt. Sollte es eine Person geben, die einen deiner Anfälle miterlebt hat bzw. beschreiben kann, so sollte diese bei der Aufnahme dabeisein. Sie kann den Hergang beschreiben, was für dich hilfreich sein kann. Nimm alle med. Unterlagen als Kopie mit incl. CT/MRT. Ein guter/offener Kontakt zum betreuenden Personal erleichtert dir den Aufenthalt. Es gibt Kontakte zu verschiedenen Bereichen: Diagnostik, Psychologie, soziale Mitarbeiter (Amtswege...SBA) und Psychotherapie. Sei einfach offen und mach das Beste daraus (hab's erfolgreich gemacht).

Warte das Endergebnis ab (offen und unvoreingenommen... keine eigene Vordiagnose). Es ist wichtig, die (wenn möglich) belegten Fakten für sich sprechen zu lassen. Mit etwas Glück ist alles nicht so heiß, wie im Vorfeld gedacht wurde.

Mit der Schlafapnoe hatte ich mich nicht befaßt. Hier kann ich nur soviel sagen: Schlafstörungen lösen einen provozierenden Effekt aus. Somit kann eine Anfallswahrscheinlichkeit begünstigt werden.

Ein HA kann eine Überweisung zum KEH durchaus anfordern... der Neurologe ist aus fachlicher Sicht überzeugender.

Die SHG ist eine Überlegung, wie du reale Kontakte knüpfen kannst. Es bleibt letztendlich deine freie Entscheidung. Es liegt in deiner Hand. ;-)
Ein kleiner Tip. Eine Bewertung über die Schwere von Anfällen ist fragwürdig. Warum??? Fall a) ein Anfall wirft mich nieder und ich habe leichte Pläsuren... Fall b) ein Anfall wirft mich nieder und das vegetative NS fällt aus... EOL... Fall c) ich stehe neben der Spur, stürze ungünstig oder werde überfahren (geht schneller als man denkt) ...EOL. Was bringt eine Bewertung???

Letztendlich kann nur jeder für sich lernen mit seiner Problematik umzugehen, da jeder Fall einzigartig ist (Wie gehe ich damit um?). Damit wird deine letzte Frage angesprochen. Ist die Diagnose klar (erworbene oder erst zeitversetzte Epi), so bin ich in einem neuen Leben, welches ich mir wieder selbst aufbauen muß (angeboren/frühkindlich ist anders zu betrachten). Logischerweise sind Alltag und Beruf neu zu definieren. Der Begriff: Zeit, bekommt einen anderen Wert.


Vieles ist halt anders, aber lösbar... MfG Morti ;-)


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum