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Unverträglichkeit der Medis, körperliche und psychische NW

itsamemario, Freitag, 07. Juni 2019, 14:25 (vor 12 Tagen)

Hallo Leute,

kurz zu meiner Geschichte mit Epilepsie: Ich bin 19 Jahre alt und bin in der 12. Klasse. Ich habe wegen Problemen mit meiner Epilepsie die Fachabiturprüfungen auf September verschieben dürfen. Ich hatte insgesamt drei GM-Anfälle, jeweils einen 2015, 2016 und dieses Jahr im April.
Ich wurde nach dem ersten Anfall erst mit Levetiracetam behandelt, dann wegen sozial "inkompatibler" Nebenwirkungen (Aggressivität etc.) auf Lamotrigin umgestellt. Weil ich damit kognitive Probleme hatte, habe ich das Lamo (dummerweise, muss man gestehen) erstmal selber plötzlich abgesetzt. Ein halbes Jahr danach kam dann der zweite Anfall. Hab wieder Lamo bekommen, aber nur die halbe Dosis. Die kognitiven Probleme (Verpeiltheit und Vergesslichkeit) kamen aber wieder. Letztes Jahr habe ich Lamo dann in Absprache mit meinem damaligen Kinder-Neurologen ausgeschlichen. Wieder ca ein halbes Jahr, nachdem das Medikament komplett ausgeschlichen war, kam im April 2019 dann leider der dritte Anfall in der Schule. Was auch erwähnenswert ist, ist dass ich seit circa einem halben Jahr auch mit psychischen Problemen zu kämpfen habe, sprich Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion sowie später affektive Störung bei Epilepsie. Auf das genaue Ereignis, das ich damit in Zusammanhang sehe, möchte ich an dieser Stelle nicht eingehen. Auf jeden Fall habe ich seitdem einen deutlich reduzierten Antrieb, brauche viel länger, bis ich morgens aufstehen kann etc.

Ich bin seit diesem dritten und bisher letzten Anfall in einer Uni-Klinik für Neurologie und bei einem niedergelassenen Neurologen in ambulanter Behandlung. Ich habe es erst wieder mit Lamotrigin versucht, aber da kamen all die oben beschriebenen NW wieder, tägliche Stirnkopfschmerzen, die auf Schmerzmittel null angesprochen haben und die Depression wurde deutlich stärker, bis hin zu Suizidgedanken, auf die ich mir eigentlich überhaupt keinen Reim machen konnte (weswegen ich auch in die psychiatrische NA derselben Klinik gegangen war. Habe aber den Aufenthalt sowie Antidepressivum abgelehnt, weil ich mir sicher war, dass das am Lamo gelegen hat). Hab dann Lamo wieder eigenmächtig abgesetzt, worauf es besser wurde und bin nochmal in die Klinik gegangen. Dann der Versuch mit Valproinsäure, wo wieder genau die gleichen NW wie bei Lamo auftraten (nur die Kopfschmerzen waren anders, die erstreckten sich über den ganzen "Scheitel" und fühlten sich elektrisch an) und zusätzlich hatte ich unerklärliche Aggressionen auf meine Mitmenschen und das schon bei der Anfangsdosis von 0-0-150 (mg). Dass es definitiv am Medikament lag, weiß ich auch, weil diese Effekte bis zum folgenden Nachmittag immer spürbar nachgelassen haben. Nach ein paar Tagen habe ich das dann auch wieder sein lassen, weil das (Schul)Leben einfach unerträglich war und ich das medikamentös induzierte Suizidrisiko als potentiell gefährlicher als das Anfallrisiko ohne Medis einschätze.
Hatte kürzlich ein MRT ohne Auffälligkeiten. Danach war ich beim niedergelassenen Neurologen, der nun selber nicht mehr weiß, was man mir für ein Medikament verschreiben könnte, weil alle anderen noch schlimmere NW hätten.
Heute war ich nochmal in der NA und man hat mir nur empfohlen, wieder Lamotrigin und ein Antidepressivum zu nehmen. Aber das kommt für mich nicht in Frage! Ich habe ja nicht nur psychische Symptome, sondern auch die täglichen Kopfschmerzen, extreme Müdigkeit und die kognitiven Probleme, wegen denen ich auch viel schlechtere Noten habe als sonst.

Was ich nun gerne wissen würde, ist, wie ich nun weiter verfahren soll. Gibt es noch irgendeine diagnostische Möglichkeit oder eine spezielle Klinik, an die ich mich wenden kann? Eines steht fest: Diese medikamentöse Hölle mache ich nicht noch einmal durch. Ich komme übrigens aus Bayern.


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