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Anfall nach langer Zeit ohne Anfall - Grund?

David, Mittwoch, 15. Mai 2019, 14:05 (vor 128 Tagen)

Liebe Gemeinschaft, bis zum heutigen Tag war ich 22 Jahre anfallsfrei. Während meinem 15. Lebensjahr hatte ich zwei Anfälle mit Bewusstseinseintrübung usw. Seither nehme ich Valproat Chrono 300 in der Dosierung 3-0-3. Die Diagnose war damals ein schwerer Schlag für mich und nachdem ich mich eine zeitlang sklavisch an die Verbote/Gebote hielt, beschloss ich (wie es so ist wenn man jung ist), dass man nur einmal lebt. Ich habe also fast 18 Jahre gefeiert, getrunken, wenig geschlafen usw. Ständiger Begleiter waren/sind die obligatorischen Zuckungen die mal mehr / weniger auftraten. Diese treten allerdings auch ohne die oben genannten Kontexte vor. Kurzum: ich hatte Glück.
Natürlich wird das „Partyleben“ im Alter weniger. Hier und da trinke ich mal noch etwas, aber „Exzesse“ sind an einer Hand abzuzählen. Ich gehe seit einigen Jjahren deutlich bewusster mit der Diagnose um, und achte auf viele Dinge.
Zum Beruf: dieser sehr vielfältig und ich kann diesen recht frei gestalten. Allerdings bin ich auch in vielen Bereichen unterwegs. Gremien, Verbänden usw. Das Arbeitspensum schwankt stark, die Schwierigkeit der unterschiedlichen Aufgaben ebenso. Häufige Reisetätigkeit, ist die Regel, die Tage können zwei Stunden, aber auch 16 Stunden lang sein (beides Extreme).
Die letzten Wochen war ich noch öfters als gewöhnlich unterwegs. Auch an den Wochenende hatte ich viele Termine. Ich hatte hier keine oder größere Beschwerden.
Heute morgen kam es dann zum Anfall. Ich bin etwas früher als sonst aufgestanden, hatte aber genug Schlaf und gestern auch keinen Stress. Heute hatte ich ebenfalls keine Termine, die mich in irgend einer Form belasten, ganz im Gegenteil. Das einzige abweichende heute Morgen war, dass mir auffiel, dass der Nachbar wieder alles hat. Das war schon mehrmals Thema und ich habe mich aufgeregt, dass wieder so geparkt wurde, dass ich max 10cm Platz zum rangieren habe. Ich habe dann kurz etwas getrunken und mir mit Blick auf die Parkfläche heraus Gedanken gemacht wie ich ausparken kann. Danach war ich duschen, Zähneputzen usw und dann bin ich orientierungslos im Bett wieder aufgewacht. Meine Freundin war total schockiert. Sie meinte, dass sie etwas hat runterfallen hören und nachdem ich nach einiger Zeit immer noch im Bad war, wollte sie nachsehen. Die Tür war allerdings verschlossen. Nach mehrerem Klopfen habe ich dann wohl schwankend und benommen die Türe aufgemacht. Daran kann ich mich nicht mehr erinnern.
Nun bin ich verzweifelt, verunsichert und niedergeschlagen. Ich konnte mich mit diesem Schatten niemals anfreunden und werde es auch nicht, trotzdem musste ich mit ihm Leben. Nun ist dieser Dämon wieder erwacht und ich weiß nicht, was ihn provoziert hat. Dazu gab es andere Anlässe, aber ich kann hier keinen Grund erkennen. Aber vielleicht ist es auch mein blinder Fleck. Was denkt ihr? Wie sind eure Erfahrungen und Meinungen? Was soll ich tun? Ich habe Angst, dass diese Angst und Unsicherheit die ich beherrschbar glaubte, jetzt wieder da ist.
Ich danke euch für eure Meinungen
David


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