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Shabd, Sonntag, 17. Februar 2019, 17:48 (vor 182 Tagen) @ Vatervon2

Guten Tag,
mein Name ist Bruno, bin Franzose und seit 40 Jahre in Deutschland. Darum seien Sie bitte nicht überrascht, wenn immer wieder Schreibfehler auftauchen. Gut, ich bin 60 und durch eine Hirnhautentzündung im Alter von 6 Monate Epilektiker geworden. Ich bin Medikamentresistant, d.h.,daß keine Medikamenten richtig auf die Epilepsie anspricht. Trotz Medikamenten, habe ich im Durchschnitt 2 Anfälle pro Tag. aber weiß, daß ohne diese Tabletten nichts mehr laufen würde. Wie mein Alltag aussieht? Wenn man bereit ist in allen Dingen eine Mitte zu finden, habe ich gelernt wie ein gesunder Mensch zu leben. Deswegen hat mir Ihre Mitteilung sehr berührt und möchte Ihnen sowie Ihr Sohn mitteilen, daß viele Türen vor ihm offen stehen auch wenn Sie sie bis jetzt noch nicht sehen. Jedes Mal wo ich auf etwas verzichten musste, ist etwas besseres enstanden. Ich hätte gerne studiert, konnte aber nicht, weil ich während meiner Jugend nur einmal im Nebel (durch die starke Medikamenten) stund... aber Vorsicht, das war vor ca.40 Jahre und die Medizin war noch nicht so weit. Aus einem Studium ist eine Gärtnerlehre geworden. Und heute? ... Meine Frau und ich haben eine Gartenbau- betrieb, produzieren Bio-Gemüse und gehen auf Märkte. Da ich nicht fahren darf hat sich ein Ehepaar uns angeschloßen. Dieser Freund arbeitet und wenn etwas Maschineles im Betrieb gemacht werden muss, steigt er auf einen Schlepper, bereitet den Boden, sodaß man weiter arbeiten kann. Da auch hat sich eine Tür damals geöffnet...
Was ich als sehr wichtig finde ist: Ihr Sohn muss ganz normal, ohne getätschelt zu sein gross werden. Damals, als ich Kind war hatten die Ärzte meinen Eltern gesagt: '' Räumen Sie Ihr Sohn soviel Problemen wie möglich aus dem Weg''. Das war der größte Blödsinn, da das Leben aus Zig Schwieriekeiten besteht und nicht aus einem heile Welt. Schon als Kind müssen wir mit diesen Problemen konfrontiert werden um stark und lebensfähig zu werden. Was zu beobachten ist die Schulatmosphäre bzw. der Mobbing in der Schule. Ich habe sehr darunter gelitten, die Situation an mir war für einige Kinder fertige Frass. Darum würde ich grundsätzlich wichtig finden wenn in Deutsch-land in jeder Schule jährlich ein Aufklärungstag für die Kinder und Lehrer organi-siert wäre. Ich wurde letztes Jahr gefragt und habe es in einer Schule für mehrere Klasse und Lehrer gemacht. Da, wurde es mir bewußt, daß es gerade ab der Vierte Klasse, sehr wichtig wäre.
Ich weiß, daß es für Eltern nicht einfach ist(wir haben selber 6 Kinder) sein Kind so los zu lassen, besonders für eine Mutter, aber Sie werden sich später sehr darüber freuen und ganz tolle Früchte ernten.
Ich werde vorerst jetzt aufhören da es sonst zu viel wird. Ich wünsche Ihnen und Ihre Frau viel Kraft und Weisheit.
Herzliche Grüsse. Bruno


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