Epilepsie Online Logos

Sind Medikamente wirklich sofort nötig?

Anya, Dienstag, 27. November 2018, 18:47 (vor 114 Tagen)

Hallo zusammen.
Mein Sohn -23 J.- hat vor neun Tagen einen epileptischen Anfall gehabt. Im Schlaf. Laut seiner Freundin hat es ca. 30 -60 Sekunden gedauert. Sie hat erstmal gedacht, dass er was schlechte träumt und hat versucht ihn zu wecken. Sie hat dann das Licht angemacht und meinte, dass er auch blutigen Schaum vor dem Mund hatte und war eine Weile nicht anspreichbar, obwohl er die Augen aufhatte. Er selbst hat nur Erinnerungen ab dem Zeitpunkt, wo die Rettungskräfte ankamen, also ein Paar Minuten war er schon "weg".
Er wurde ins Krankenhaus gebracht, CT und EEG wurde gemacht, die geplante MRT musste ausfallen weil...und jetzt die Vorgeschichte:
mein Sohn ist ein ehem. Frühgeborenes. Er hat einen Hydrocephalus (ein Blutkoagel nach einer intraventrikulären Blutung hat die Abflusswege blockiert und zum Hydrocephalus geführt). Er wurde mit einem ventrikuloperitonealen Shunt (VP-Shunt) versorgt. Wegen dieses Shunts haben sie im KH keine MRT gewagt (obwohl der Shunt MRT-fähig ist, er hatte sogar vor 10 Jahren eine gehabt).
CT-Befund: Shunt wahrscheinlich bereits außer Funktion (es ist oft so, dass der gehirnwasserfluss sich mit der Zeit normalisiert). Also: alles wie gehabt,kein Handlungsbedarf.
EEG: "normal gespannte und mäßig modulierte sowie gut ausgeprägte Alphatätigkeit mit Frequenzen um 8 pro Sekunde. Berger-Effekt gut abgrenzbar. Wenige Augenbewegungs und Elektrodenartefakte.Diskreter Grundrhytmus-Zerfall. Insgesamt Alpha-EEG mit Vigilanzschwankungen ohne Herdbefund oder epilepsietypische Potenziale."
Weiter unten steht noch : ""Das EEG zeigte eine Vigilanzshwankung, jedoch keine erhöhte zerebrale Erregbarkeit."
Und: "Zusammenfassend war Grund der Aufnahme ein erster epileptischer Anfall am ehesten struktureller Genese."

Oke. Ich verstehe nicht wirklich viel von dem Ganzen hier. Ob der tatsächlich sein allererster Anfall war, kann man auch nicht mit Sicherheit sagen, hätte er jetzt nicht bei seiner Freundin geschlagen, hätte er vermutlich nichts mitbekommen, er fühlte sich nämlich ganz "normal" hinterher, er war nicht mehr müde als sonst, wenn er nur 3 Stunden schläft und er hatte auch keine Muskelschmerzen, nichts. Wir haben natürlich gegoogelt....was alles einen Anfall auslösen kann. Was "passen" würde; Dauerstress und Schlafstörungen. Er hat psychise Probleme (seit über einem Jaht in Therapeutischer Behandlung), Ängste, depressive Verstimmungen, Gemütsschwankungen und vermutlich hat er ADHS. Stress am Ausbildungsplatz und wir streiten auch viel. Ob das für einen Anfall "ausreicht" weiß ich nicht. Worauf ich aber hinauswill: im Krankenhaus haben die Ärzte ihm gleich sofort Levetiracetam 750mg (/Tag) verpasst. War das wirklich nötig? War das wirklich erforderlich? Nur wenn ich die Nebenwirkungen durchlese; er hat das alles schon ohne diese Tabletten. Er fühlt sich schlapp, er hängt durch (wenn es so weitergeht bekommt er Probleme am Ausbildungsplatz). Einen Termin beim Neurologen in Hamburg zu bekommen; 6-8 Wochen Wartezeit mindestens. MRT-Termin: genauso. Hausarzt; kennt sich nicht aus auf diesem Gebiet.
Ich meine nur, diese Medikament sind überhaupt nicht ohne, also diese nur mal so zu nehmen, auf Sicher ist Sicher finde ich zu heftig. Was ist euere Meinung dazu? Er hat bis jetzt 18 Tabletten genommen. Ich weiß, wenn man über längere Zeit diese Tabletten nimmt, kann diese nicht so einfach absetzen, aber gilt es jetzt bei so einem Zeitraum auch? Ich werde das Gefühl nicht los, dass die Ärzte wegen seiner Vorgeschichte auf Nummer Sicher gehen wollten. Er war in diesen 23 jahren schon mehrmals richtig betrunken, hat unzählige laute Koncerte besucht, wilde karussel gefahren, Videospiele gespielt (mir wurde schlecht von, ihm nicht), Feuerwerk...alles gehabt und nie ein Anfall....Müssen gleich die Medikamente sein? Danke für das Lesen und die (hoffentlich) Antworten.:-|


gesamter Thread:

 RSS-Feed dieser Diskussion

powered by my little forum