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Epilepsie trotzt auffälligem EEG nur bei HV?

Martinerielle, Montag, 01. Oktober 2018, 22:51 (vor 21 Tagen)

Hallo meine lieben,
Meinen ersten Anfall hatte ich 2011 und wurde dann mit dem Krankenwagen ins Krankenhaus gebracht. Dort wurde gesagt, dass alles nur psychosomatisch ist. Es wurden weder EEG noch irgend eine andere Untersuchung gemacht. 2016 war ich erneut im Krankenhaus, dort aber wegen Migräne. Ich hatte zwischendurch immer wieder Krampfanfälle aber diese wurden danach nicht mehr sonderlich beachtet und es wurde auch nicht mehr darauf eingegangen. 2016 wurde dann das erste EEG (Ohne HV) und MRT gemacht welche beide unauffällig waren. Ich wurde entlassen mit der Diagnose Migräne, ich solle mich bei einem Arzt vorstellen und mir Antidepressiva verschreiben lassen (Antidepressiva weswegen auch immer). Ich habe mich nie bei einem Psychiater oder Neurologen vorgestellt, weil ich keine Antidepressiva nehmen wollte. Habe mir vom Hausarzt Ibuprofen verschreiben lassen und bei Bedarf genommen. Nun war ich aufgrund der zunehmenden Anfälle vor einigen Wochen bei einem Neurologen (welcher ebenfalls Psychiater ist) und dieser hat dann ein EEG ohne HV (Hyperventilation) gemacht. Er sagte es sei unauffällig gewesen und er würde davon ausgehen, dass ich keine Epilepsie habe sondern, dass das ganze ein Hyperventilationssyndrom sei. Er verschrieb mir Venlafaxin (welches für Krampfpatienten eigentlich nicht geeignet ist & ich habe es nicht eingenommen). Einige Tage später kam ich ins Krankenhaus, weil ich im zug erneut einen Anfall hatte. Im Krankenhaus wurde dann zum aller ersten Mal ein EEG mit HV gemacht. Dieses war vor der HV unauffällig und wurde während der HV auffällig und blieb nach der HV immer noch auffällig. (Im Arztbrief steht: EEG Routine 21.9.18: gut ausgeprägtes Alpha EEG. Initial passagere rechtsfrontale Verlangsamung im Rahmen eines intermittierten Theta/deltafocus. Unter HV 2 malige hochgespannte, rhythmische thetaparoxysmen ohne fokale Einleitung mit frontotemporalem beidseitigen Maximum. Kurz nach HV erneute thetaparoxysmen. Dort Steilwellen im Sinne von epilepsietypischen Potenzialen. DD reflexepilepsie. EEG routine 26.9: gut ausgeprägte und reagible 10/s-alpha Grundaktivität. Während und nach HV rechts frontal eingeleitete proxysmale Theta rythmisierung im Sinne epilepsietypischen Potentiale. EEG Routine 28.9:EEG grundsätzlich wie der vorbefund, im Vergleich zum letzten EEG Zunahme der Häufigkeit und Dauer der v.a. unter und nach HV auftretenden rythmisierung steil konfigurierten Theta proxysmen mit Frontaler betonung und vereinzelter Generalisierung. (Vielleicht ist das hier für jemanden der sich etwas besser auskennt als ich hilfreich)). Ausserdem wurde ein MRT gemacht (dort steht: MRT Gehirn Nat+km 25.9: partiell eingeschränkte beurteilbarkeit aufgrund von Bewegungsartefakten. Hierunter kein primär epileptogener Fokus abgrenzbar. Keine frische Ischämie, interkranielle Blutungsoder Raumforderung erkennbar. Kein liquoraufstau.) Hier könnte man also quasi auch sagen, dass, außer der Teil der aufgrund meiner Bewegungen unbeurteilbar war, der Rest in Ordnung ist. Nun steht bei den Diagnosen im Brief v.A. idiopathische Epilepsie mit komplex fokalen Anfällen. Da ich Jahre lang als Psychosomatiker abgestempelt wurde bin ich wirklich komplett unsicher, ob es denn wirklich eine Epilepsie ist oder ob ich das EEG vielleicht selber unbewusst beeinflusst habe oder es nur aufgrund der HV auffällig ist und ich wirklich nur an einem HV Syndrom leide. Ich nehme weder Drogen noch Alkohol oder Tabak zu mir und ausserdem nehme ich auch keine Tabletten(außer die Pille und selten eine Ibuprofen). Meine Anfälle laufen quasi so ab: ich spüre rechts an der schulter, am Nacken und etwas weiter in den Rücken eine "Berührung" und kurz darauf fange ich meistens an zu krampfen. Oft bin ich nicht mehr bei Bewusstsein und bin danach komplett verwirrt, müde, habe starke Kopfschmerzen und Muskelkater. Von einigen Malen, an welche ich mich erinnern kann, kann ich jedoch sagen, dass nur mein Oberkörper (arme & Brust) gekrampft hat. Meine Arme wurden sehr steif und fingen an gleichzeitig und mit den gleichen Bewegungen zu zucken und zu "zittern" ich hatte keine Kontrolle mehr darüber und der Versuch es zu stoppen brachte die Arme wieder in die gleiche Position wie sie es selber wollten. Da die Erinnerung an einen Anfall ja eigentlich untypisch ist, habe ich nun große sorge und Zweifel daran, dass ich vielleicht doch nicht an Epilepsie leide. Ich fühle mich total hilf- und ratlos und habe das Gefühl, dass ich alleine bin, denn im Internet ist zu diesem Thema nur schwer etwas zu finden. Ist es bei euch vielleicht ähnlich oder weiss jemand, ob es nun doch ein HV syndrom sein könnte? Und was habt ihr getan, damit es eine finale Diagnose gibt welche auch richtig ist? Was kann ich machen und welche Untersuchungen könnte ich noch machen?
Ich bin dankbar für und freue mich auf jede antwort.


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