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Warum machen wir Epilepsie nicht zu einem Thema öffentlich

pegasus, Montag, 17. September 2018, 20:24 (vor 35 Tagen) @ sandytimmy

Was soll konkret falsch sein mit dem was ich schrieb?

Richtig ist, dass man es nicht wahrheitswidrig verschweigen darf, wenn man direkt dazu befragt wird. Tut man es doch, dann wird er Arbeitsvertrag angefochten und man ist zu Schadensersatz verpflichtet wegen arglistiger Täuschung.

Wenn man nicht explizit dazu befragt wird, muss man selbst abschätzen, ob es zu einer Selbst- oder Fremdgefährdung kommen kann. Sollte dieses bejaht werden, dann ist es ebenfalls arglistige Täuschung, führt zur Anfechtung des Arbeitsvertrages wegen eben arglistiger Täuschung und zum Schadensersatz gegenüber dem Arbeitgeber. Bei 2 Jahren Anfallsfreiheit ist eine Selbst- und Fremdgefährdung allerdings nicht mehr anzunehmen und man kann davon ausgehen, dass aufgrund der Medikamente eine Anfallsfreiheit besteht.

Sollte man nicht solange Anfallsfrei sein, dann gilt gleiches wie zuvor und wenn man es dann noch nicht selbst einschätzen kann, sollte man mit offenen Karten spielen, weil raus kommen wird es dann auf jedenfalls, denn bei einer nicht bestehenden Anfallsfreiheit ist es keine Frage ob ein Anfall kommt, sondern nur wann dieser passiert. Der Arbeitgeber wird dann dahergehen und dann prüfen, ob hier eine Selbst- und Fremdgefährdung vorliegt, sollte der Arbeitgeber zu dem Ergebnis kommen, dass eine vorliegt, dann wieder arglistige Täuschung -> Kündigung -> Schadensersatz etc pp.

Wenn Arbeitgeber zu der Erkenntnis erlangt, dass keine Selbst- oder Fremdgefährdung vorliegt, dann liegt auch keine arglistige Täuschung vor.

Das bedeutet, nur weil vieles dafür spricht, dass man es zwingend angeben muss, so gibt es diesen kleinen Punkt, wo man es nicht angeben muss. Bei mir zum Beispiel wurde festgestellt, dass für einen Bildschirmarbeitsplatz keine Selbst- und Fremdgefährdung vorliegt, was zur Folge hat, dass ich das bei Bildschirmarbeitsplätzen nicht von mir aus angeben muss (habe schließlich ein Gutachten dafür und dagegen muss ein Arbeitgeber erst einmal ankommen). Bei allen anderen Arbeitsplätzen muss ich dagegen Beweisen, dass keine Selbst- und Fremdgefährdung vorliegt und das würde ich nicht können, weil das Gutachten diese Selbst- und Fremdgefährdung bei anderen Arbeitsplätzen eben bejaht.

Ich werde bei diesem Gutachten allerdings nicht davon befreit, wenn ich denn dazu befragt werde, ob eine chronische Erkrankung oder eine Behinderung vorliegt, diese Wahrheitsgemäß zu beantworten.

Daher eben die Einschätzung, dass es eben grenzwertig ist was die beiden machen. Ich weiß nämlich nicht, welche Art von Epilepsie vorliegt, ob tatsächlich eine Anfallsfreiheit vorliegt etc pp, aber aufgrund der Angaben ist es halt als grenzwertig anzusehen. Was die beiden daraus machen oder nicht, bleibt beiden selbst überlassen.


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