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Krampfanfall und kleine Kinder

Anton, Freitag, 27. April 2018, 19:10 (vor 150 Tagen) @ Verena
bearbeitet von Anton, Freitag, 27. April 2018, 19:17

Hallo Verena,

ich möchte nicht behaupten, dass wir nachlässig sind mit unserer Erkrankung und den daraus resultierenden Symptomen Dritten gegenüber. Wir leiden mehr als die Zeugen eines Anfalls. Das macht uns kaputt und verändert unsere Persönlichkeit zum Negativen, es sind nicht nur Medikamente, die das bewirken.

Wenn wir jetzt von einer bisher noch nicht bekannten Erkrankung Deines Mannes ausgehen, kann ich dich gut verstehen, weil Du nicht genau wissen kannst, was noch passiert. Solange es keine klare Diagnose gibt, wird eine gezielte Therapie nicht möglich sein. In diesem Fall hielte ich es schon für erforderlich, die Suche stationär einer Fachklinik durchführen zu lassen.

Die Krankenhäuser haben natürlich gerne nur die Operationen in ihren Häusern, die bringen richtig Geld. Danach soll der Patient sich zu Hause quälen, ist doch egal wie es ihm geht. Wenn ein Patient langfristig zur Diagnostik einen Aufenthalt hat, entstehen nur Kosten. Dagegen sollte man sich wehren.

Bei diesem Sachverhalt würde ich an eurer Stelle auf eine stationäre Diagnostik in einer Fachklinik bestehen. Ich denke z.B. an das in meiner Nähe gelegene Epilepsie-Zentrum Bielefeld-Bethel (Prof. Dr. Bien) oder ein gleiches Haus in Hamburg Alsterdorf (Dr. Stodieck). Wenn ihr in Berlin seid, ist das „Evangelische Krankenhaus Königin Elisabeth Herzberge (KEH)“ eine gute Adresse, es kooperiert mit dem Haus in Bielefeld-Bethel. Beides Diakonie.

Der Medizin und Patienten ging es noch nie so gut wie heute. Wir dürfen uns mündige Patienten nennen. Das hat nicht nur Vorteile, sondern bringt auch Verpflichtungen mit sich. Und zwar sollte man sich eigene Gedanken machen können, sich selbst Wege nach der richtigen Therapie suchen, das Internet bietet uns viele Wege zum Ziel.

Aus Erfahrung weiß ich, wer heute nicht auf Reisen geht und nach der geeigneten Therapie Ausschau hält, geht kaputt. Ich bin seit 10 Jahren onkologisch erkrankt, und hätte ich mich nicht selbst schlau gemacht, und wäre ich nicht selbst dahinter her gewesen, und hätte ich jeder Therapie gleich zugestimmt, ich lebte nicht mehr. Bei der Epilepsie hat es über 30 Jahre gedauert, bis die Ärzte bereit waren, mich in eine Fachklinik zu schicken. Aus dem Grunde halte ich es für wichtig, die Diagnostik nicht auf die lange Bank zu schieben.

Alles Gute
Anton

PS.: Ich weise hin auf die Möglichkeit, eine weitere Meinung bei einem anderen Arzt auf Kosten der Krankenkasse einzuholen. Der Ordnung halber lasse ich die Kostenfrage im Voraus erst bei der Krankenkasse abklären.

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und übrigens: Freundlichkeit ist eine Zier, doch es geht auch ohne ihr...


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