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Kurze Frage ( etwas länger)

Achim74, Mittwoch, 07. Februar 2018, 10:57 (vor 110 Tagen) @ Pimkie17

Hallo Pimkie17!

Ich kann mich meinen Vorrednern nur anschließen.
Wenn sich tatsächlich herausstellt, dass du einen Epilepsie hast, solltest und musst du die Medikamente nehmen. Wenn nicht zu deinem Schutz dann zum Schutz anderer Personen! Du machst dich strafbar, wenn Du trotz eines Fahrverbots am Steuer sitzt. Vor einigen Jahren ist es in HH zu einem Vorfall gekommen, bei dem ein Epileptiker trotz Fahrverbot gefahren ist. Während der Fahrt hatte er einen Anfall und ist direkt in eine Gruppe Passanten gefahren. Es gab nicht nur Schwerverletzte... Der betreffende Fahrer hat dann wegen fahrlässiger Tötung für 3 Jahre in Haft gesessen. Sicherlich ein Extremfall aber so kann es kommen.

In den sog. Führerscheinrichtlinien ist aber auch genau erklärt, wann du den Wagen stehen lassen musst. Dies ist nicht bei jeder Anfallsform der Fall!

Ich persönlich bin 18 Jahr unfallfrei gefahren, bis sich meine Epilepsie so verschlechtert hat, dass ich nun den PKW stehen lassen muss. Anfänglich hatte ich echt große Problem damit. Inzwischen habe ich es aktzeptiert und hoffe darauf, dass ich irgendwann den alten Stand wieder erreiche.

Im Privaten nutze ich oft den ÖPNV oder zwischezeitlich auch ein Taxi um von A nach B zu kommen. Inzwischen schätze ich es sehr, die Bahn zu nehmen und sie ist nicht immer so unpünktlich, wie ihr nachgesagt wird.
In meinen Job muss ich oftmals zu Aussenterminen. Entweder nutze ich das Fahrrad (mit dem ich auch zur Arbeit fahre) oder meine sog. "Fahrassistenz". Ab einer Schwerbehinderung von 50% kann eine sog. "Arbeitsassitenz" als sog. Nachteilsausgleich, beantragt werden. Wieviel Prozent bewilligt werden, hängt von der Anfallsfrequenz ab.
Mir wurde ein Budget bewilligt mit dem ich einen Fahrer oder anderweitige Fahrkosten zahlen kann. Ist eine super Sache! Man muss etwas mehr planen aber dennoch bin ich flexibel genug, um im Job gut klar zu kommen.

Was deine Anfälle betrifft. Ein Bewußtseinsverlust ist nicht immer notwendig, um eine Epilepsie zu haben. Dies kann sich z.B. auf einzelne Körperteile beschränken. In deinem Fall evtl. der Daumen. Während eines stationären Aufenthaltes in einem Epilepsie-Zentrum hatte mein Zimmergenosse genau diese Problematik. Bei ihm verkrümmte sich der kleine Finger. Er war dabei immer bei vollem Bewußtsein.

Unter Strich kann ich nur Raten, die Medikamente zu nehmen! Aber um auf Nummer sicher zu gehen ist es bestimmte hilfreich eine weitere Meinung eines Spezialisten einzuholen. Am besten in einem Epilepsie-Zentrum! Wurde schon ein MRT durchgeführt?

Viele Grüße!
Achim


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