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Epilepsie und pco-syndrom

Anton, Mittwoch, 24. Januar 2018, 11:51 (vor 124 Tagen) @ Ulrike

Hallo Ulrike,

es stellt sich die Frage, was der Unterschied zwischen den sogenannten „alten Medikamenten“ und einer zeitgemäßen Therapie mit den neueren Mitteln ist. Die älteren Antiepileptika setzen alle Bereiche, die anfallsauslösend sein könnten, außer Betrieb.

Das hat zur Folge eine nicht hinnehmbare Reduzierung der kognitiven Fähigkeiten. Die neuen Medikamente greifen gezielt und lassen den Menschen Mensch bleiben. Ich habe gut 10 Jahre Valproinsäure genommen, zuletzt war ich nur noch physikalisch anwesend, von mir war kaum noch etwas da.

Zur Diskussion um Medikamente sei eins gesagt: So wie es viele unterschiedliche Epilepsien gibt, gibt es nicht das Mittel für Epilepsie. Um die richtige Therapie zu finden, sind viele Untersuchungen erforderlich. Sie auszuwerten ist ausschließlich von erfahrenen Epileptologen möglich, die das jeden Tag machen. Der Neurologe vor Ort ist dazu nicht befähigt.

Als Konsequenz aus der Sache bin ich seinerzeit wach geworden und auf Reisen gegangen. Dabei habe ich Neurologen gefunden, die bereit waren, den anfallsauslösenden Herd zu operieren. Das ist jetzt fast 12 Jahre her. Wissen sollte man, dass eine Epilepsie nicht heilbar ist. Auch nicht durch eine Operation. Mit einer Ausnahme: Von der Rolando Epilepsie weiß man, dass sie nach der Pubertät „ausheilen“ kann. Für Erwachsene gilt: Durch chirurgische Eingriffe und/oder medikamentöse Therapien lassen sich Epilepsien aber symptomfrei stellen.

Zu Deiner Frage: Ich nehme seit gut 12 Jahren Keppra, heute Levetiracetam von UCB (500 --- 500 g) und Trileptal von Novartis (Oxcarbazepin) 450 --- 450 mg. Für jede Medikation gilt das Folgende. Die Compliance muss bei 100 % liegen. Ist das nicht der Fall, kann man die Medikamente auch gleich in den Kanal werfen. So wie man jeden Tag pünktlich zur Arbeit geht, kann man auch pünktlich die Medikamente nehmen. Mit dieser Einstellung, Einhaltung der Medikation und der erforderlichen Lebensweise bin ich seit 12 Jahren anfallsfrei.

Ich an deiner Stelle würde um Beratungsgespräche bitten, zuerst beim Hausarzt, dann beim Gynäkologen und mir dann eine Überweisung in ein Epilepsie-Zentrum geben lassen.

Liebe Grüße
Anton

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"Ehrlichkeit verlangt nicht das man alles
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nur, dass man nichts sagt, was man nicht
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