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Arbeitsunfähigkeitsrente schon mit 38?

max, Sonntag, 01. Oktober 2017, 18:35 (vor 75 Tagen) @ chrissie

Hallo Max,
dass meine Neurologen mir dazu geraten haben, in Rente zu gehen, hat daran gelegen, dass sie wussten, wie stressig mein Job war. 10-12 Stunden täglich in der Klinik war ganz normal, aber weil ich meinen Beruf geliebt habe und tolle Kollegen/Chefs hatte, hab ich es sehr gerne gemacht. An meine Gesundheit habe ich erst gedacht, als es zu spät war.
Meine jetzige Nachhilfetätigkeit mache ich eher als Freundschaftsdienst: wenn ich dafür 50€ im Monat bekomme, hab ich Glück, aber ich mache das für diesen behinderten Jungen, der lernen möchte. Daher kann ich auch NEIN sagen, wenn es mir nicht gut geht. In einem richtig bezahlten Job ist das NEIN-Sagen nicht so einfach.
Was meine Reha betrifft: die hat gar keine Besserung gebracht, es wurden Therapien und Tests gemacht und nach 6 Wochen war klar, dass ich aufgrund Symptome durch die multiplen Sklerose nicht mehr arbeiten kann. In meinem Beruf muss ich auch halbtags 4 Stunden am Stück lesen können und ich muss leider alle 10 Minuten für mindestens 5-10 Minuten Pause machen, da ich schwere Probleme mit den Augen habe. Dafür hat natürlich kein Chef Verständnis, für die Epilepsie hatte meiner schon Verständnis (da jeder epileptische Anfälle bekommen bzw plötzlich umfallen kann!), trotz dass ich auch im Labor gearbeitet habe u da darf niemand alleine arbeiten. Mein Chef hat sich größte Gedanken bezüglich Therapien gemacht, dass mein Zustand wieder besser wird, weil er mich als Mitarbeiterin behalten wollte, aber auch er kann nicht zaubern.
Ich weiß, dass der Renteneintritt für meine Gesundheit gut war, der Zustand hat sich nicht extrem verschlechtert.
Dir kann ich nur raten: informiere dich, wieviel Stunden du pro Tag arbeiten darfst; ich habe die volle EM-Rente unbefristet und darf maximal 2,5 Stunden täglich arbeiten und 450€ monatlich verdienen.

Hallo Chrissie,
die max. 2,5 Stunden und 450 Euro gelten auch bei mir. Meine Belastbarkeit wurde sogar bei einer "Leistungserprobung" getestet/ bestätigt. Hier waren es wider Erwarten sogar weniger als zwei Stunden. Danach läßt die Aufnahmefähigkeit bzw. das Konzentrationsvermögen stark nach. Eigentlich hatte ich mir ein anderes Ergebnis erhofft, da ich auf lange Sicht wieder mehr bzw. voll arbeiten wollte. Mein Neurologe ist aber auch der Meinung, dass die Verrentung am besten für mich sei und ich solle froh sein, daß es mir aktuell so gut ginge. Dies solle auf jeden Fall so bleiben. Ich habe meine Arbeit nie als Streß empfunden, auch wenn es manchmal hektisch war. Die Anfälle kündigen sich bei mir nicht an bzw. kann ich mich nicht daran erinnern. Ein Kollege sprach mal von Veränderungen und das ich ihn komische Dinge gefragt hätte, aber es fehlen mir immer ein paar Minuten. Ist das eigentlich normal??


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