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Wirklich Epilepsie?

Susi, Dienstag, 29. August 2017, 13:33 (vor 55 Tagen)

Hallo ihr Lieben,
Mein Name ist Susanne und ich bin 24 Jahre alt.
Im März diesen Jahres hatte ich einen erstmaligen Krampfanfall an der Arbeit. Dazu muss ich sagen, dass ich bis dato einen medizinischen Fachberuf ausgeübt habe.
Ich bin sozusagen direkt in die Arme einer Kollegin gefallen. Diese sagte später, dass ich gekrampft habe, wenn auch nur für ein paar Sekunden.
Was mir sofort komisch vor gekommen ist, ich war sofort wieder hellwach. Mir ging es, bis auf meine Beulen am Kopf und die schmerzende Zunge, blendend.
Im Krankenhaus wurde sofort ein CT des Schädels gemacht, ohne Befund. Leider jedoch kein EEG. Man wollte mich zwar da behalten, jedoch habe ich das Krankenhaus noch am selben Abend mit der Diagnose "Synkope" (kurzer Bewusstseinsverlust) verlassen.
In den Tagen vor dem Ereignis wurde mir öfter komisch. Ich hatte das Gefühl eine Art Flashback/ Halluzinationen zu haben. Ich kann mich daran erinnern, dass ich sowas schon mal in meiner Schulzeit hatte. Etwa im 15. - 16. Lebensjahr. So war es auch vor dem Anfall wieder. Etwa im Februar fing es wieder an und wurde von Mal zu Mal stärker, bis eben dann im März der Krampf kam.
Jedenfalls pochte meine Kollegin auf diesen Krampf und ich bekam am Folgetag ein EEG, dieses war jedoch unauffällig.
Mein Hausarzt überwies mich nun an eine Neurologin, bei der auch eine Bekannte von ihm bereits war. In der Zwischenzeit hatte ich noch einen Termin zum MRT mit Kontrastmittel. Auch dieses war ohne Befund.
Anfang April, rund 4 Wochen nach dem Krampf, hätte ich nun da einen Termin. Wieder wurde ein EEG gemacht, diesmal auch mit dem Versuch durch Hyperventilation einen Krampf auszulösen. Auch dieses EEG war völlig unauffällig. Die Neurologin befragte mich zu früheren Ereignissen und ich erzählte ihr von den komischen Flashbacks und auch, dass dies schien früher mal aufgetreten war.
Sie fragte mich, ob ich als Kind öfter als "Träumerchen" bezeichnet wurde, auch dies bejahte ich.
Sie stufte das Träumen als Absencen ein und attestierte mir einen erstmaligen Grand-Mal Anfall. (Aufgrund meiner Aussage und natürlich der meiner Kollegin).
Ich wurde nun langsam auf 400mg Lamotrigin täglich gesteigert und lange Zeit passierte nichts.
Doch dann, etwa 6 Wochen nach dem Krampf, bekam ich wieder so ein komisches Gefühl im Bauch, es stieg wieder von unten hoch und ich hatte wieder so einen seltsamen "Flashback". Ich kann es Euch auch gar nicht beschreiben, auch nicht wie lange es dauert, bis das Gefühl wieder verschwindet. Ich kann nur sagen, dass mir danach meist schlecht ist.
So geht das nun seit Mai. Ein - bis Zweimal im Monat habe ich dieses Gefühl, diesen "Flashback". Mal intensiver, mal leichter.
Letzte Woche habe ich danach zum zweiten Mal das Bewusstsein verloren. Ob ich wieder gekrampft habe weiß ich nicht, da es niemand gesehen hat. Jedoch habe ich keinen Zungenbiss o.ä. gehabt. Auch hatte ich einen Laptop auf dem Schoß, der sicherlich heruntergefallen wäre.
Den nächsten Termin bei der Neurologin habe ich erst Mitte Oktober. Nach allem was passiert ist und wie es passiert ist, Zweifel ich sehr an der Diagnose. Ich habe in meinem bisherigen Arbeitsleben schon einige Epilepsiepatienten gesehen / mitbehandelt und es war jedesmal völlig anders, als es bei mir geschildert wurde.
Sicher liegt meine Skepsis auch zum Teil daran, dass ich mich wohl noch immer nicht richtig damit abfinden kann. Dennoch ist mir das alles noch zu schwammig.
Ich hoffe, dass der Text nicht zu lang ist. Ich wollte die Situation nur so exakt beschreiben wie möglich.
Nun zu meinen Fragen: Wer hat ähnliche Erfahrungen gemacht und wie wurde damit umgegangen?


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