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Wie schaffen, nicht alles negative auf Epilepsie zu schieben

Petrus, Saarland, Dienstag, 22. August 2017, 23:23 (vor 60 Tagen) @ Mareike
bearbeitet von Petrus, Dienstag, 22. August 2017, 23:27

Hallo Mareike
Ich selbst abe seit meinem 7. Lebensjahr Schlafgebundene EPI und im Gegensatz zu dir war bei mir die Diagnose sofort klar, was aber an der Tatsache in meinem weiteren Leben nichts geändert hat.

Ich lebte ein Leben voller verbote die man als Kind nur schwer begreifen kann ob kein Fußball spielen keinen Kampfsport erlernen keinen anstrengenden Sport überhaupt. Dadurch wirst du in der Kindheit ebenfalls ausgegrenzt.

Es wusste zwar niemand von meiner Krankheit allerdings auf dem Dorf Anfang der 1970 Jahre fühlte ich wie irgendwie jeder auf mich aufpasste von den Erwachsenen also ich denk es wussten die meisten aber keiner so richtig was.

Das führte dann auch in meiner Jugend dazu, da kein Alkohol, ich auch nicht auf die Angesagten Partys eingeladen wurde da ich ja anders war so würde ich zum Outsider, konnte aber recht gut damit leben der jenige zu sein der nicht gefragt wird.

Das formte mich aber auch auf eine gewisse Art und weise denn ich verließ das Dorf und suchte mit meine Freunde selbst aus und nahm an diesem Kastenleben nicht Teil.

Bald merkte ich wenn mir fremde Menschen fällig wertfrei begegnen dann bin ich nicht mehr der Outsider .
Dennoch müssen wir EPIS äußert diszipliniert leben was uns dann doch wieder etwas anders im positiven Sinne macht.

Durch all diese Verbote entdeckte ich allerdings auch andere Dinge und lernte diese auch Schätzen, ich ging zB Tanzen ob Rocken Roll Latein Standard oder später auch Jazzdance, und Steppen, ich will damit sagen die Interessen sind andere geworden so ist mein Intresse an Kunst und Kultur ein ganz anderes geworden als das vieler Kollegen meines Jahrgangs was mich auch wieder unterscheidet.
Irgendwann begann ich auch als Komparse beim Theater einer fällig anderen Welt und ich fühlte mich dort endlich angekommen.

Was ich eigentlich sagen will ist, egal wann die Krankheit diagnostiziert wird oder ausbricht wir haben nur das eine Leben und die Krankheit sie gehört dazu und unser Leben ist so wie es ist was wäre wenn frage ich mich schon länger nicht mehr.

Noch einen Satz: "das Leben ist Lebenswert"

Ich hoffe dir etwas mit meiner Sichtweise geholfen zu haben

Euch allen noch ne Anfallsfreie Zeit
Euer Petrus


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