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Umgang mit Epilepsie

AndyXXL @, Donnerstag, 16. Februar 2006, 06:11 (vor 4937 Tagen)

Hallo,

wie aus einem anderen Posting ersichtlich hatte meine Freundin (24) letztes Wochenende ihren 3.Anfall. Seitdem geht einfach nur gar nichts mehr bei uns. Ich würde mich freuen, wenn ihr euch das durchlest und mir einige Tipps gebt.

Zur Vorgeschichte: Im letzten Jahr sind meine Freundin und ich (25) von zu Hause ausgezogen und sind wegen beruflichen Gründen in eine Wohnung eingezogen. Es war auch alles perfekt, bis eines Nachts auf einmal ihr erster Anfall kam. Ich habe mit dem Thema leider nie was zu tun gehabt, so daß ich die Situation auch nicht richtig einschätzen konnte. Ehrlich gesagt, in dem Moment dachte ich, daß meine Freundin stirbt. Der Anblick war so schrecklich, ich dachte an einen Herzanfall oder ähnliches. Ich kontrollierte ständig, ob das Herz noch schlägt und die Atmung noch aktiv ist. Gerade als ich den Notarzt verständigen wollte, kam sie dann aber langsam zu sich. Als ich dann feststellte, daß sie sich an viele Sachen nicht mehr erinnern konnte, bin ich dann direkt mit ihr ins Krankenhaus.
Die Tatsache, daß ich um 2 Uhr nachts mit dem Schrei von ihr aus dem Tiefschlaf gerissen worden bin und der schreckliche Anblick, haben vermutlich so eine Art Trauma bei mir hinterlassen. Immerhin ging ich davon aus, ich kämpfe um ihr Leben.
Das Trauma äußerte sich dadurch, daß ich panische Angst vor Dunkelheit bekommen habe. Auch hatte ich ständig das Gefühl, daß jemand fremdes in der Wohnung sein könnte (hört sich doof an, aber ist echt wahr). Nachts musste überall Licht sein (die Stecker, die in der Steckdose leuchten).

Schon damals haben wir dann entschieden, daß wir in zwei getrennten Räumen erstmal schlafen.
Das hat eigentlich auch gut funktioniert. Es dauert dann ca. 1 Woche, dann können wir auch wieder in einem Bett schlafen. Nur sind meine Sensoren dann so aktiv, daß ich beim kleinsten Zucken schon wach bin und meine Freundin frage, ob alles okay sei. Das hilft uns beiden nicht, da wir fast keinen festen Schlaf bekommen. Das zeigt sich auch, daß wir dann über Tag richtig schlapp sind.

Nun hatte meine Freundin letzte Woche ihren dritten Anfall und es ist genauso, wie damals auch.
Ein nebeneinanderschlafen ist nicht möglich. Zur Zeit ist sie wieder im Wohnzimmer, ich dann im Bett. Komischerweise geht es besser mit dem Schlafen, sobald ich nicht mehr direkt neben ihr liege.
Wenn sie einen Anfall bekommen sollte, würde ich es aus etwas Entfernung hören und könnte direkt zur ihr hingehen und ihr helfen. Ich weiß nicht wieso, aber so geht es. Ich wache zwar jede Stunde auf, aber schlafe dann wieder ein. Nur habe ich dabei immer das Gefühl, daß ich sie irgendwie "im Stich" lasse.

Nun würde mich interessieren, wie eure Lebenspartner so reagiert haben und ob ihr vielleicht Tipps habt, wie man diesen Zustand verbessern, oder das Trauma verarbeiten kann. Ich habe gemerkt, daß es wirklich hilft, wenn man sich damit beschäftigt. Darum freue ich mich auch, daß ich dieses Forum gefunden habe.

Ich habe was von HypnoseTherapie gehört, kann man damit vielleicht die Angst in den Griff kriegen ?

Ich bedanke mich im voraus schonmal für jede Antwort.

Liebe Grüße
Andy


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